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Das aktuelle Album "Dance of the Infidel" zeigt Meshells (gelungenen) Versuch, sich an ein "reines" Jazz-Abum zu trauen: herausgekommen ist nicht nur eine Jazzablum der oberen Klasse (sicherlich auch aufgrund der außergewöhnlich guten Besetzung), sondern eine eigene Interpretation der Mischung "Meshell und Jazz".
Meshell widersetzt sich auch mit diesem Albun anscheinend genussvoll aller Erwartungen, die an kommerziell erfolgreiche Jazzalben à la Diana Krall gestellt werden, denn auch hier gibt es schräge Töne (die schon ein wenig in Richtung Bitches Brew oder In a Silent Way von Miles Davis gehen), gibt es hörbare Einflüsse von Funk, Jungle, Hip Hop - und das alles in Verbindung mit Jazz, Blues, Folk und aussagekräftigen Improvisationen von nahmhaften Musikern (wie Kenny Garrett, Wallce Roney, Mino Cinelu, Don Byron u.a.). Kurz: Ein spannender Ausflug in den Jazz, aber nicht, ohne Meshell's großstädtische Groove-Vorstellungen vom Urban Funk immer wieder zu zitieren.
Toll!
Mein Tipp: Insbesondere für Hörer "mit offenen Ohren" fürs Spannende und Neue geeignet. Sicherlich auch eine "Muss"-Scheibe für Meshell-Fans und Liebhaber von CDs wie "In a silent way" (Miles Davis).
Schon das kurze Intro "The believer" versetzt einen in Roy Hargroves 2003er Album "The RH Factor" zurück. Das fast komplett instrumental gehaltene Album, wird nur durch zwei Gast-Auftritte von Sabina Sciubba (Aquarium) und Cassandra Wilson (The Chosen) aufgelockert.
Bisherige Ndegeocello Fans dürften von diesem reinen Jazzausflug wahrscheinlich etwas verstört, wenn nicht sogar enttäuscht sein. Schon im zweiten, fast 12 minütigen Stück werden alle Register gezogen, improvisierte Aneinanderreihungen einzelner Melodiefetzen in ständig abwechselnden Tempi und Instrumentierung. Wie eine kleine Erholung wirkt dann das fast "lieblich" und melodiös vorgetragene "Aquarium".
Meiner Meinung nach zeigt Meshell Ndegeocello hier ihr wahres Können (am Bass und nicht als Sängerin) an der Seite von namhaften Gästen wie Jack DeJohnette, Don Byron, Roy Hargrove und Kenny Garrett.
Erneut ein Album, mit dem es sich Miss Ndegeocello selbst und ihren langjährigen Fans nicht leicht macht, aber dennoch wahrscheinlich auch ganz neue Fans aus dem Jazz-Sektor gewinnen könnte, die sie bisher nur aus Gastauftritten kannten.
genial.
Zum Weiterhören:
Roy Hargrove - The RH Factor
Moses Taiwa Molelekwa - alles
Meine Rezension bezieht sich auf die französische Veröffentlichung
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