Janet hat es endlich geschafft: Nach 20jähriger erfolgreicher Karriere im Showbiz und unzähligen Auszeichnungen und Umsatzrekorden, wird ihr endlich die lang erhoffte Aufmerksamkeit zuteil (und das hoffentlich nicht nur wegen dem "Nipplegate-Skandal"). Mit dem neuen Album zeigt sie allen Möchtegern-Superstars, wie ambitionierte und kommerzielle/kontroverse Mucke gemacht wird. Neben dem altbewährtem Team (Jimmy Jam & Terry Lewis) greift "Damita Jo" diesmal auch auf neue "hippe" Producer zurück (Dallas Austin, Kanye West, Scott Storch, BAG & Arnthor, Babyface und Rockwilder). Dadurch wurde eine Routine vermieden die sich ein bischen durch das "All 4 U"-Album eingeschlichen hatte. Die früheren Alben haben alle ein Grundthema (z.B. Rhythm Nation: Soziale Mißstände, Janet: Liebe, Velvet Rope: Unterbewußtsein), so auch die aktuelle CD: Purer Sex!!! Janet tobt sich nach ihren zwei Scheidungen so richtig aus (Anspieltip "Sexhibition" & "Strawberry Bounce") und nimmt dafür auch einen "Parental Advisory" in Kauf. Streckenweise erinnert mich das Album an "Dirty Mind" von Prince oder "Dangerous" von "Skandalnudel" Michael, vor allem wegen der 80er-Anleihen auf "R&B Junkie" und "Just A Little While". Gänsehautgarantie gibt es bei den sehr gelungenen (und überhaupt nicht schmalzigen) Balladen z.B. "Spending Time With You" oder "Thinkin' Bout my Ex". Bei "Moist" werden Erinnerungen an das "Zuschauerpetting" der "All 4 U"-Tour wach und für ihr mittlerweile 36 Lenze, schafft es Janet immer noch als Sex-Symbol des neuen Milleniums durchzugehen. Meine Lieblingssongs sind "Slolove" und "Like You Don't Love Me", weil sie es da dancemäßig so richtig krachen lässt. Einziger Kritikpunkt: die etwas nervigen Zwischenansagen und der Verzicht auf sozialkritische Songs wie bei "Rhythm" oder "Velvet". Ansonsten aber ein sehr empfehlenswertes/abwechslungsreiches Album und es wäre ihr zu wünschen, dass es trotz (oder gerade wegen) dem Nipple-Gag und dem angekündigten MTV-Bann ein weiterer Erfolg wird. Die Musikindustrie wäre ohne echte Charaktere wie "Janet Damita Jo" um einiges langweiliger...