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Damit wir uns nicht verlieren: Briefwechsel 1937-1943
 
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Damit wir uns nicht verlieren: Briefwechsel 1937-1943 [Broschiert]

Fritz Hartnagel , Sophie Scholl , Thomas Hartnagel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 495 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (3. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596179394
  • ISBN-13: 978-3596179398
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 135.079 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im Winter 1942/43 kämpfen Sophie und Hans Scholl mit den Flugblättern der "Weißen Rose" gegen das NS-Regime. Zur selben Zeit ist Fritz Hartnagel, Offizier der deutschen Wehrmacht, im Kessel von Stalingrad eingeschlossen. Als er im Lazarett Sophies letzten Brief erhält, ist das Todesurteil gegen sie bereits vollstreckt. 1937 begann die Freundschaft, die Liebe zwischen der sechzehnjährigen Schülerin und dem jungen Leutnant. Zusammensein und Gespräch mussten oft durch Briefe ersetzt werden: Sie spiegeln alle Phasen dieser außergewöhnlichen Beziehung, die gegensätzlichen Auffassungen der beiden wie ihr Bedürfnis nach Nähe, ihr Bemühen, innere Freiheit und die Fähigkeit zu verantwortlichem Handeln zu erwerben - und zu bewahren, "allen Gewalten zum Trotz". -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Über den Autor

Sophie Scholl, 1921 in Ulm geboren, Studentin der Biologie und Philosophie in München, Mitglied der Widerstandsgruppe "Die Weisse Rose". Sie wurde im Februar 1943 von den Nationalsozialisten verhaftet, zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Fritz Hartnagel (1917-2001) war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Berufsoffizier. 1945 heiratete er Sophie Scholls Schwester Elisabeth. Er studierte Jura und wirkte zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht Stuttgart. Er war ein entschiedener Gegner der Remilitarisierung der Bundesrepublik und engagierte sich aktiv und vielfältig in der Friedensbewegung.

Der Herausgeber Thomas Hartnagel, geboren 1949, Sohn von Fritz und Elisabeth Hartnagel, studierte Geschichte und Politikwissenschaft und unterrichtet an einem Hamburger Gymnasium. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .


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37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Reinhard Busse TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
*Manchmal graut mir vor dem Krieg, und alle Hoffnung auf eine bessere Zukunft will mir vergehen. Ichmag gar nicht dran denken, aber es gibt ja bald nichts anderes mehr als Politik, und solange sie so verworren ist und böse, ist es feige, sich von ihr abzuwenden ...* [ Sophie Scholl, 9. April 1940 ]
~~~~~~~~~~
Im Winter 1942/43, während Sophie Scholl und ihr Bruder Hans mit den Flugblatt-Aktionen der "Weißen Rose" das nationalsozialistische Regime bekämpfen, war Fritz Hartnagel, Offizier der deutschen Wehrmacht, im Kessel von Stalingrad eingeschlossen. Am 22. Januar 1943, dem letzten Tag, an dem noch Flugzeuge dort landen konnten, wurde er mit schweren Erfrierungen ausgeflogen. Als er einen Monat später im Lazarett in Lemberg einen Brief von Sophie Scholl erhielt und ihr antwortete, war das Todesurteil gegen sie bereits vollstreckt.
1937 hatte die Freundschaft, die Liebe begonnen zwischen der sechzehnjährigen Schülerin und dem jungen Leutnant. Wegen seiner häufig wechselnden Dienstorte mussten Briefe meist Zusammensein und Gespräch ersetzen. Trotz aller in Feldpostbriefen gebotenen Vorsicht schrieben beide mit überraschender Offenheit und Ehrlichkeit. So ist eine einzigartige Korrespondenz entstanden, die die innere Entwicklung der beiden Partner und alle Phasen ihrer außergewöhnlichen Beziehung spiegelt, ihre gegensätzlichen Meinungen - etwa zum Berufssoldatentum Fritz Hartnagels -, ihr Bedürfnis nach Nähe und Distanz zugleich, ihr Bemühen, unter dem Druck der Verhältnisse die Fähigkeit zu unabhängigem Denken und verantwortlichem Handeln zu bewahren, "allen Gewalten zum Trotz".
Erläuterungen des Herausgebers, vor allem zu politischen und militärischen Hintergründen, führen durch diesen Briefwechsel. Daraus entsteht ein unvergleichliches historisches und vor allem menschlisches Dokument!
~~~~~~~~~~
*Als gestern der Russe ein recht heftiges Feuer auf unsere Stellungen legte und ringsherum der Kriegslärm tobte, saß plötzlich ein Vöglein am Rande meines Schützenlochs und piepste vergnügt, als ob es sich darum gar nicht kümmern würde. Ich weiß gar nicht was mich dazu bewegte in diesem Augenblick so sicher anzunehmen, daß dies nur ein Gruß von Dir sein könne. Dann fühlte ich mich auf einmal so sicher in meinem Loch als ob mir nichts auf dieser Welt etwas zu Leide tun könnte.* [ Fritz Hartnagel, 9. Dezember 1942 ]
~~~~~~~~~~
Fazit: Bewegend und absolut faszinierend - Liebesbriefe, geschrieben unter schwierigsten Bedingungen.
Ein historisches Dokument, welches zur Pflichtlektüre in deutschen Schulen zählen sollte.
Es grüßt ein tief beeindruckter -- Reinhard Busse
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Atem beraubend 8. Juni 2007
Von Udo Kaube
Format:Gebundene Ausgabe
In höchstem Maße beeindruckend ist der leider erst jetzt veröffentlichte Briefwechsel zwischen Sophie Scholl und ihrem Verlobten Fritz Hartnagel.

Es ist schier Atem beraubend mit welcher Mischung aus Aufrichtigkeit, Penetranz und Zärtlichkeit diese junge Frau oder besser dieses schmale Mädchen, einem um mehrere Jahre älteren Offizier die Augen öffnet.

Die schlichte Sprache der Briefe ist weit davon entfernt naiv zu wirken, sondern ist Ausdruck eines geraden, christlich geprägten Menschenbildes.

Anrührend und zugleich fesselnd ist es, das auf und ab der Beziehung zwischen den beiden vor dem Hintergrund der sich ständig verdunkelnden Weltlage und der Gewissensqualen Fritz Hartnagels in Bezug auf sein Soldatentum zu verfolgen.

Und bitte erzähl mir keiner mehr, dass man als junger Mensch damals nicht wissen konnte, was die Nazis im Schilde führten...
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kriegs-Zeitgeschichte! 20. Juli 2011
Von Bibliothekarin (meine Bibliothek) TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Sophie Scholl und Fritz Hartnagel schreiben sich zwischen 1937-1943 Briefe. Am Anfang eher "kindlich" (Sophie war 16), später dann gefühlvoll, verliebt, anklagend, verzeihend, liebend, bettelnd, vermissend, verändernd...
Der berührendste ist sicherlich Hartnagels letzter Brief, als Sophie schon tot war und er davon nichts wusste (die Blütenblätter sind herausgefallen, die Sonne schien durch mein Fenster...)
Persönlich wundert es mich, dass so viele Briefe durch die Zensur kamen, da sie wirklich teilweise sehr kriegsgegnerisch, politisch und anklagend waren. Einige enthalten wirklich detailgetreue Beschreibungen. Scholls Weg war von Anfang an "vorprogrammiert", da die Scholls schon zu Kriegsbeginn unter "Beobachtung" standen. Vieles wollte oder konnte Sophie an Fritz nicht verstehen und klagt ihn in zahlreichen Briefen an (z.B. schreibt sie einen Brief nach dem anderen und wirft ihm vor, dass er nicht zurückschreibt. Er ist an der Front, tagelang unterwegs, ständig woanders und kann oft nicht zurückschreiben; viele Briefe erreichen ihn nicht. Sophie stellt sich allerdings vor, dass er unter den Bäumen liegt und ihr schreibt...). Mit zunehmenden Alter werden die Briefe von Sophie immer zynischer, härter, fordernder. Hartnagel kann ihre Forderungen nicht mehr erfüllen und merkt, dass er gar nicht mehr "er selbst" ist und vieles in den Briefen nicht mehr so schreibt, wie er es gerne tun würde. Sophie ändert sich noch mehr, als sie nach München geht und sich dort immer mehr und mehr der Widerstandsbekämpfung hingibt. Der Anfang vom Ende. Vom Bruder -Hans Scholl - erfährt man relativ wenig, von Christoph Probst gar nichts.
Hartnagel selbst hat den Krieg überlebt und Elisabeth Scholl geheiratet und 5 Kinder mit ihr bekommen; Thomas Hartnagel veröffentlicht dieses Buch. Hartnagel selbst glaubt, dass es eine Ehe zwischen Sophie Scholl und ihm nie gegeben hätte (ich persönlich bin auch der Meinung). Sophie Scholl war extrem emanzipiert, freiheitsliebend und so gar nicht an Heim und Herd gebunden; was sich aber Hartnagel so lange und so dringend nach den schweren Jahren gewünscht hat. Er machte eine ordentliche Karriere und kämpfte zeitlebens gegen den Nationalsozialismus; er starb 2004.
Fazit: Ein unglaubliches zeitgeschichtliches Dokument, welches jeder gelesen haben soll, der sich nur ein bisschen mit dem 2. Weltkrieg beschäftigt. Traurig, berührend, verzweifelt, heftig!
Lesenswert!
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