Möglicherweise taugt der Ansatz von Herrn Körkel für Leute, denen der Alkoholkonsum kurzfristig aus dem Ruder gelaufen ist. Dann ist es sicher machbar, sich wieder unter die "Normalkonsumenten" einzureihen, die dann und wann aus Geselligkeit einen heben können, ohne wieder in den Alkoholsumpf abzurutschen.
Für alle anderen üblichen Verdächtigen, die sich schon lange um ihr Trinkverhalten berechtigte Sorgen machen, bedeutet der Versuch, den Alk-Konsum durch reglementierende Maßnahmen wieder herunterzuschrauben, eine neuerliche, schmerzliche Runde im Trinkkarussell.
Ein Kurzurlaub vom Alkohol für ein paar Wochen, sogar Monate mag gelingen, ist aber noch lange kein Beweis für Nichtabhängigkeit.
Viel aufschlussreicher wäre es, für einige Monate das übliche Quantum auf die Hälfte zu reduzieren, und zwar ohne Ausnahme!
Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich sagen, dass diese Art Trinkakrobatik zu nichts führt, außer, dass das Thema Alkohol in solchen Phasen endgültig auf Platz eins im Kopf landet. Mir ist es über viele alkoholgeschwängerte Jahre nie gelungen, den Konsum dauerhaft so begrenzen, das ich keinen Stress mehr mit dem Alkohol hatte.
Mein Weg ist es, mich wenn nötig jeden Tag gegen den Alkohol in jeder Form zu entscheiden. Punkt.
Und irgendwann ist der alte falsche Freund Alk auch nicht mehr omnipräsent im Hirn- es ist Besseres zu haben.
Positiv an dem Ratgeber ist die darin ausdrücklich empfohlene Abstinenz ab bestimmer Punktzahl!