Eine Reminiszenz an die Kindheit - die Jugendzeit mit ihren Verwerfungen kam noch früh genug. Der Autor beweist ein sensibles Gespür für die Aufbereitung des Gestern - als alles wirklich (!) noch so anders, unbedarft und schlicht war. Nicht aus Einsicht in die Unkompliziertheit der Phantasie eines Kindes, vielmehr aus Mangel an Erwerbsfähigem, das sich erst später mit den kleinen, genießbaren Früchten der Aufschwungära änderte und beispielsweise schöne - aus heutiger Sicht brave, plumpe - Tretroller hervorbrachte. Die konnte man mieten, ebenso wie Peitsche und Kreisel (Triesel genannt). In kleinen Souterrainläden, in provisorischen Buden irgendwo an der Straße, dort wo sie niemanden störten. Und es gab Spiele, die keinerlei aufwendige Gerätschaften benötigten: Gummitwist, Buckerspiele, Fang-mich-doch, Verstecken und und und... Ja, es war, zurückblickend, eine schöne Zeit, in der Bedürfnisse nicht geweckt wurden, weil sie noch nicht durch Vergleiche mit anderen in der Kinderseele aufkeimten. Objektiv jedoch war es eine magere Zeit, essensmäßig und kleidungsmäßig, und viele Kinder litten unter den sichtbaren Zeichen der Armut ihrer Eltern. Wenn sie sich verkleiden sollten als Gendarm oder Indianer, als Cowboy oder feine Dame. Aber es war keine Zeit, die verklärte, sondern die sich schickte in eine Lebensform, die ertragen werden mußte. Nicht unbedingt ertragen werden wollte. Doch wo war die Alternative? Der Autor weiß, daß es keine gab, aber er will zurückführen in die Fünfziger und beginnenden Sechziger und keine soziologischen Feldstudien dem Leser zumuten. Sich zurückträumen wird man doch wohl noch dürfen...