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Damals in Nagasaki: Roman
 
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Damals in Nagasaki: Roman [Taschenbuch]

Kazuo Ishiguro , Margarete Längsfeld
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (1. September 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442727383
  • ISBN-13: 978-3442727384
  • Originaltitel: A Pale View of Hills
  • Größe und/oder Gewicht: 18,5 x 12 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 384.496 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ishiguros Romane gehören zum Eindrucksvollsten der neueren englischen Literatur." (DIE ZEIT )

"Mit seinem Roman 'Damals in Nagasaki' rückt Kazuo Ishiguro unter die besten der jungen englischen Erzähler." (David White, New Society )

Kurzbeschreibung

Vor langen Jahren hat die Japanerin Etsuko ihr altes Leben in Japan hinter sich gelassen und ist nach England gekommen. An die Zeit ihrer ersten Ehe mit dem Japaner Jiro denkt sie kaum noch zurück, lebt in der Gegenwart. Erst als ihre noch in Japan geborene Tochter Keiko sich das Leben nimmt, muss Etsuko sich ihrer Vergangenheit stellen. Erschüttert taucht sie ein in eine Welt der Erinnerungen, Träume und Illusionen und blickt zurück auf die Zeit damals in Nagasaki, nicht lange nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Stadt scheinbar dabei war, sich von ihrer Zerstörung zu erholen. Wieder sieht sie sich am Fenster eines Hochhauses stehen und die Menschen in ihrer Umgebung beobachten: Wie sie sich unter dem Einfluss des „american way of life“ zu verändern beginnen, die alten Traditionen leugnen, etwas Neues zu schaffen versuchen. Wie eines Tages in eine einsame Holzhütte unten am Fluss eine Frau einzieht, die über ihren Traum vom fernen Glück in Amerika ihre Tochter vergisst ...

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Der Selbstmord ihrer Tochter lässt eine in England lebende Japanerin an die Nachkriegszeit "Damals in Nagasaki" zurückdenken: eine entbehrungsreiche Zeit des Wandels, dargestellt aus der Sicht japanischer Frauen, die nicht nur die Verluste ihrer Familienangehörigen zu beklagen haben, sondern ihre eigenen Kinder aufziehen müssen, während die traditionellen Wertvorstellungen ihrer Heimat längst in Frage gestellt werden.

Nichts liegt dem Autor jedoch ferner, als ein historisch ausgefeiltes Bild dieses Nachkriegs-Japans zu vermitteln. Darum geht es in diesem Buch nicht einmal ansatzweise. "Damals in Nagasaki" ist ein psychologischer Roman. Und obwohl auf den ca. 200 Seiten des Buchs der besagte Selbstmord der Tochter beinahe totgeschwiegen wird, handelt die Geschichte einzig und allein von dem Versuch der Mutter, diesen Selbstmord zu erklären.

"Ich weiß, die Erinnerung kann sehr unzuverlässig sein", lässt Ishiguro seine Erzählerin sagen. Mehr noch: die Erinnerung ist maskiert und dient gerade dazu, über die Wahrheit hinwegzutäuschen: nur so kann die Wahrheit überhaupt ans Licht, ohne den Menschen an seinem Schmerz (der eine seltsame Mischung aus Ohnmacht und Schuld ist) irre werden zu lassen.

Kazuo Ishiguro offenbart diese grausame Wahrheit mit wenigen Worten, mit kleinen Gesten, vollkommen undramatisch, dabei mit nicht zu überbietender Einfühlsamkeit. Das ist eine literarische Meisterleistung, die um so überzeugender ist, als sie von einem 28jährigen Autor vollbracht wurde.

Kurz gesagt, das Buch ist eine uneingeschränkte Leseempfehlung für jeden, der in der Lage ist, auf Feinheiten und Zwischentöne zu achten -- nichts für Eilige und Überflieger ...

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von FolkZeQuè TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Seit Jahren lebt die Japanerin Etsuko in England; ebenso wohnen ihre beiden Töchter in der Nähe, wenngleich jeder sein eigenes Leben führt. Mit ihrem alten Leben im Nagasaki der Nachkriegszeit hat Etsuko bereits abgeschlossen, kaum mehr als eine vage Erinnerung ist ihr davon geblieben, kaum mehr als ein Schleier, der hin und wieder in ihr Jetzt treibt - bis zu dem Tag, da ihre älteste, noch in Japan geborene Tochter Selbstmord begeht und damit tief vergrabene Erinnerungen wieder frei setzt.
Etsuko zieht es in ihren Erinnerungen noch einmal nach Nagasaki; in die Zeit, als sie schwanger und noch verheiratet war, in der sie die Bekanntschaft mit einer Frau namens Sachiko und deren Tochter Mariko machte ...

Der Autor Kazuo Ishiguro sagte mir vorher gar nichts, lediglich aufgrund des japanischen Titels bin ich zu dem Buch gestoßen. Dass man es bei Ishiguros Büchern nicht gerade mit schnellen und aktionsschweren Texten zu tun habe, las ich bereits, bevor ich mit dem Buch anfing, sodass ich ahnen konnte, was mich erwarten würde: »Damals in Nagasaki« ist eine sehr stille und langsame, deshalb aber nicht langweilige Geschichte, bei der die eigentlichen Ereignisse und Geschehnisse nicht direkt angesprochen werden, sondern eher zwischen den Zeilen zu finden sind. Besonders ausgeprägt fiel mir das bei den häufigen und meistens etwas längeren Dialogen auf, die sehr japanisch anmuten. So sind sie einerseits voller Höflichkeitsfloskeln, die den Gesprächsinhalt nicht selten so sehr verzerren, dass er kaum noch als solcher wahrzunehmen ist, andererseits aber auch sehr behutsam und feinfühlig.

Wer sich nicht auf sehr langsame, stille und aktionskarge Texte einlassen möchte oder hofft, ein detailliert ausgeschmücktes Bild des Nachkriegs-Nagasakis vermittelt zu bekommen, dem kann ich von der Lektüre nur abraten. Wer dagegen Lust auf einen Text hat, bei dem er sich sowohl Teile der Geschichte als auch viel Unausgesprochenes selbst zwischen den Zeilen erlesen möchte, der wird »Damals in Nagasaki« durchaus mit Genuss lesen.

Allerdings wird der Genuss ein wenig dadurch getrübt, dass das Lektorat (bei mir: 2. Auflage) unglaublich nachlässig war; weniger bei der Rechtschreibung als bei der Zeichensetzung. So fehlt recht häufig das Ende einer wörtlichen Rede - oder es tauchen Anführungszeichen oder Kommata auf, wo sie absolut nicht hingehören ...
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich habe vor einiger Zeit bereits "The artist of the floating world" von K. Ishiguro gelesen und war begeistert (hier hätte ich 5 Sterne gegeben). "Damals in Nagasaki" vermittelt sehr deutlich den Umgang der Menschen in Japan miteinander. Beispielsweise wird die Beziehung zwischen Etsuko und ihrem Schwiegervater sehr genau charakterisiert.
Der Selbstmord der Tochter, der Jahre später in England passiert, läßt Etsuko über ihr Leben in Japan nachdenken. Hier werden auch die Beziehungsprobleme mit Etsuko's Mann und Ihre Rolle als Ehefrau deutlich. Die, dem Manne untergeordnete Rolle der Frau - die z.B. politisch keine eigene Meinung haben durfte - wird sehr klar herausgestellt.
Allerdings habe ich bis zum Ende des Buches darauf gewartet, zu erfahren, was Etsuko letztendlich veranlaßt hat, ihren japanischen Mann zu verlassen. Auch den Hintergrund für den Selbstmord der Tochter kann man nur erahnen.
Daher auch nur 4 Sterne.
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