... fand ich diesen Roman, dabei hat er viele Grundzutaten, die es ermöglicht hätten, ein richtig gutes, packendes Buch zu ergeben: Eine wahre Agentengeschichte mit echtem historischem Hintergrund, eine Verfolgungsjagd sowie aufregende internationale Schauplätze...
Vielleicht hatte ich mir auch zuviel von dem Buch erhofft, weil der Titel "Damals in Lissabon" so sehr "Nachtzug nach Lissabon" ähnelt. Aber dieser Roman bleibt weit hinter dem "Nachtzug" zurück, auch wenn es einige Ähnlichkeiten in der Konzeption gibt. Aus diesem Buch kann man immerhin lernen, wie man durch Action im falschen Moment, einen Roman verderben kann. Immer dann, wenn die Figuren gerade anfangen, lebendig und interessant zu werden, räumt die Autorin sie durch Mord ab. Anstatt Spannungsbögen aufzubauen, treibt so ausgerechnet die Action den Roman in die Ödnis, da die unterschiedlichen Erzähl-Ebenen und Rückblenden dadurch gekünstelt wirken.
Leider sind die Charaktere in dem Buch vordergründig und nicht wandlungsfähig. Es gibt die "edlen Guten", die auf der richtigen Seite arbeiten, den "unsympathischen Bösen" und den "unglückseligen zum Bösen Verführten", der natürlich irgendwann sterben muss. Alles in ähnlicher Form schon tausendmal gelesen... So dümpelt der Roman auf der Oberfläche seiner äußeren Handlung dahin und dringt nicht in die Tiefe menschlicher Beweggründe vor. Das Ende ist leicht vorhersagbar und so wirkt das Ganze leider mittelprächtig und seicht.