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Damals: Ein Leben in Deutschland. 1929 - 2003
 
 
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Damals: Ein Leben in Deutschland. 1929 - 2003 [Taschenbuch]

Reinhard Baumgart
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423135328
  • ISBN-13: 978-3423135320
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 923.213 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Reinhard Baumgart
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 01.06.2004
Am 2. Juli des vergangenen Jahres ist der Literaturkritiker Reinhard Baumgart überraschend gestorben, kurz zuvor hatte er, wie Andreas Nentwich berichtet, seine Lebenserinnerungen abgeschlossen. Der Rezensent kann sich trotzdem des Eindrucks nicht erwehren, dass sie "das Stadium letzter Hand" noch nicht erreicht hatten. Die Autobiografie Baumgarts präsentiert sich für Nentwich überraschenderweise als eine "gänzlich uneitle Hinterlassenschaft" - ganz anders, als er sich die Erscheinung des umtriebigen Literaturwissenschaftlers in Erinnerung ruft, der auf ihn immer sehr eloquent und ein bisschen eitel gewirkt hat. Stattdessen vermittle die Autobiografie Unruhe und Ungenügen, eine andauernde Irritation über einen geglückten Lebensweg. Dem Jahrgang Baumgarts, der 1929 in der Nähe von Breslau zur Welt gekommen ist, Flucht, Vertreibung, Neuanfang erlebte, sei der Skeptizismus ins Blut übergegangen, erklärt Nentwich, er sei "ideologieresistent" gewesen. Die Lust auf Machtausübung war gehemmt, was sich auch auf die Karriere Baumgarts, der viele Posten ausschlug, Auswirkungen hatte,. So richtig zu sich fand Baumgart nur im Schreiben über andere, auch hier ein "Beiseitesteher", der auf diese Weise zum literarischsten aller Kritiker wurde, aber selber nie ein Literat war. Die Autobiografie scheint dieses Urteil Nentwichs noch einmal zu bestätigen.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Sein Repertoire war atemberaubend«
Iris Radisch, Die Zeit

»Zusammen mit Marcel Reich-Ranicki, Joachim Kaiser, Hellmuth Karasek und Fritz. J. Raddatz bildet Baumgart die fünfzackige Spitze einer literarisch-theatralischen Großkritik der Bundesrepublik.«
Peter von Becker, Der Tagesspiegel

»Reinhard Baumgart, eine jener Säulen, auf denen das literarische Leben dieses Landes ruhte.«
Die Welt

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Von Dr. M.
Format:Gebundene Ausgabe
Reinhard Baumgart, Literaturkritiker vom Range eines Marcel Reich-Ranicki und wohl nur deswegen bei weitem nicht so populär und bekannt geworden wie dieser, weil er zu selbstgefälligen Selbstinszenierungen weit weniger neigte, liefert mit seinen "Bekenntnissen" eine Art Vermächtnis ab. Auch dieses letzte Buch seines abrupt zu Ende gegangenen Lebens ist keine Selbstinszenierung, auch wenn Eitelkeiten - welcher Autor wäre ganz frei davon? - zuweilen durchscheinen.
Baumgart stellt anschaulich, wenn auch in mitunter mühsam sich zu einem gefälligen Ganzen fügenden Sätzen 70 Jahre deutsche Zeit- und Literaturgeschichte mit z.T. sehr privaten Einblicken in das Leben zeitgenössischer (Martin Walser) und historischer (Thomas Mann) Größen des Literatur-Betriebs dar. Baumgarts wechselvolles Leben gestattet dem Leser Einblicke in die Verlagsbranche, den Feuilleton, die Schriftstellerei, das Theater, die Universität und schließlich nicht zuletzt auch die Filmemacherei ("Sommer in Lesmona"). Zwei Höhepunkte ragen heraus: Baumgarts Erleben des Krieges von der braun und brauner werdenden Kindheit im schlesischen Lissa über die Dresdner Bombennächte bis hin zur abenteuerlichen Flucht nach Westen einerseits und zweitens das, was Baumgart (z.T. an pikanten Details) über die legendäre Gruppe 47 zu berichten weiß. Führt man sich vor Augen, mit was für (aus heutiger Sicht) fast schon lächerlichen linken Illusionisten man es da zu tun hatte und dass die Stimmen einiger von diesen Weltverbesserern mit Mao-Bibel (dafür aber oft ohne Rezept für ihre eigenen Lebensprobleme) noch heute großes Gewicht im gesellschaftlich-politischen Diskurs haben und die öffentliche Meinung (etwa im Hinblick auf Irak-Krieg und Amerika-Bild) nicht unerheblich beeinflussen, bekommt dieses Buch im Jahre 2005 zusätzliche Aktualität: Es hilft die Sackgasse zu erklären, in die Deutschland mit einer Regierung geraten ist, die sich ja maßgeblich aus 68ern zusammensetzt bzw. aus solchen, die dem Orakel dieser Generation vielleicht zuweilen ein bisschen zu blind vertraut haben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ich hatte das Glück, Reinhard Baumgart als Professor für Neuere Deutsche Philologie an der TU Berlin kennen zu lernen. Bei der Lektüre seiner Lebenserinnerungen ist er mir wieder präsent in allen seinen Facetten, mit all seiner Ironie und Verschmitztheit. Fast meine ich, seine Stimme zu hören. Nichts gekünsteltes oder affektiertes sind in seiner Sprache, in seinem Schreiben. Hier steht er dem Leser geradewegs gegenüber.

Besonders spannend für mich war es, den roten Faden in Baumgarts Leben zu verfolgen: seine frühe Prägung durch die im Dritten Reich angetretene Flucht nach innen, seine daraus resultierende Liebe zu Büchern und dem Theater sowie seine diversen Anläufe vielfältig literarisch tätig zu sein.
Seine wechselnden Beziehungen zur eigenen, der vorhergehenden und der folgenden Generation Schriftsteller gibt Einblick in eine Gesellschaft, die sich seit Jahrzehnten auf der Suche befindet.

Es ist eben nicht nur EIN Leben, das sich vor dem Auge des Lesers entwickelt. Hier kommen viele Menschen zu Wort, gesehen aus der besonderen Sicht des aktiven Beobachters auf Deutschland im letzten Jahrhundert. Für Literaturinteressierte bildet sich ein reicher Bogen an Erinnerungen, Erfahrungen und Erkenntnissen ab. Nur für Literaturinteressierte? Ja - deshalb auch nur vier Sterne - denn ganz einfach zu lesen ist es eben nicht, wenn Reinhard Baumgart seinem Lebensweg und seinen Lebensumwegen nachgeht.

Wer aber Interesse und ein bisschen Zeit mitbringt, dem sei dieses Buch unbedingt empfohlen und wärmstens ans Herz gelegt!

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