Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wahr und gut und schön..., 8. Januar 2005
"Der Mann vom Gericht" auf ihrem Vorgängeralbum "The ballad of Jimmy and Johnny" hatte schon angedeutet, wohin die Richtung gehen könnte, jetzt kam die klare Weichenstellung. Sven Regener und seine Mitstreiter musizierten nicht mehr auf Englisch, sondern auf Deutsch. Doch nicht nur in dieser Hinsicht, auch musikalisch stellt "Damals hinterm Mond" eine echte Neuorientierung dar. Erstmals finden wir hier das Orchestrale, das später "Weißes Papier" zum größten Album deutscher Rockgeschichte machte: Hier ein Akkordeon, dort eine Posaune, ein anderes Mal mit Cello, dazu immer Sven Regeners brilliante Trompete. Jakob Ilja mit seiner zurückhaltenden Gitarre, Vetos eigensinniges Bassspiel und Richard Pappiks geniales Schlagzeug tun das ihrige dazu. Was wir hören, ist feinster deutscher Rock: "Blaulicht und Zwielicht" ist die Hymne für die gestörte Beziehung, "Geh doch hin" bissig wie selten, ebenso "Mach das Licht aus, wenn Du gehst" Höhepunkt des Albums: "Rein gar nichts", ein Song, der wie kaum ein anderer der Elements eine richtig hoffnungsfrohe Stimmung kreiert, in Moll, freilich, und wunderschön... Schließlich der Abgesang "Vier Stunden vor Elbe", danach wird der Hörer mit dem Instrumental "Carla" langsam verlassen - allein, aber glücklich.
|
|
|
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Selbstzerfleischungs-Therapie, 26. Februar 2008
1991 hat die Berliner Band, die in den 80ern mit englischsprachiger Musik angefangen hat, zu ihrer Linie gefunden, der sie sich bis heute treu bleibt. Wenn man wütend oder traurig ist, z.B. weil man von der/dem Geliebten verlassen wurde, dann sind die Texte von Sven Regener Therapie. Wie er sein eigenes(?) Unglück mit Humor nimmt, und sich nüchtern in Selbstmitleid suhlt, das ist so brüllend komisch in Worte gefasst, dass es dem Hörer anschließend besser gehen müsste. Wiedergefundene Lebensfreude dank Element of Crime - folgende Zitate sollen Sie überzeugen:
- "Dort wo du nicht hinsiehst steh ich, und schau weg, und ein Dreck ist, was du da stammelst von Sehnsucht auf meinem Gesicht."(GEH DOCH HIN)
- "Zu trinken gab es nie zuviel, und abends wusst' ich immer, wo du warst. Was haben wir gelacht...damals hinterm Mond."(DAMALS HINTERM MOND)
- "Deine Stimme hört jetzt keiner mehr, und du lachst an Stellen, wo du's nicht verstehst."(MACH DAS LICHT AUS WENN DU GEHST)
- "Und ich frag auch gar nicht, wie es dir geht. Was soll ich da noch fragen ? Ich weiß wie es steht. Und das ist noch rein, rein gar nichts."(REIN GAR NICHTS)
- "Führ mich herum im Gestrüpp deines Denkens, und sieh zu wie ich mich verhak."(OFEN AUS GLAS)
- "Ein völlig nutzloser Mensch geht zum Kühlschrank...wollen doch mal sehn! Schön, was da drin ist!"(WIEDER EIN TAG)
- "Her mit dem Wisch, schnell unterschrieben, Vorteile sichern, amtlich verlieben."(KEIN SCHWEIN AUF DEM TISCH)
- "Scheiß doch auf die Seemannsromantik. Ein Tritt dem Trottel, der das erfunden hat. Niemand ist gern allein mitten im Atlantik."(VIER STUNDEN VOR ELBE 1)
Wenn irgendwer anders die Texte von Sven Regener singen würde, merkte man sofort, wer sie nur geschrieben haben kann. Der Typ ist ebenso genial wie unverwechselbar.
|
|
|
7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ach ja, damals...., 25. November 1999
Von Ein Kunde
„Damals..." - ja, das waren noch Zeiten, als kein Schwein unruhig wurde, wenn die eigene Freundin nachts nicht heim kam - Heute können wir diesen Zeiten nur noch hinterhertrauern, und das am Besten mit diesem Album von EOC. So richtig bis ins Letzte sind die Texte wohl nicht zu verstehen - aber wer will das schon, lieber fallen lassen in diese Wolke von Sentimentalität, Selbstbeweinung und ganz großem Gefühl. Es ist schwer auszudrücken, aber obwohl hier keine perfekte Musikalität geboten wird (wo wird sie das eigentlich überhaupt), zählt dieses Album zu meinen absouten Lieblingen. Keiner versteht uns so gut wie dieser Sänger, noch nicht mal wir selbst.„Hinterm Mond" zählt meiner Meinung nach mit zu den ganz großen Würfen der Band, und spätere Alben haben dieses Niveau und diese abwechslungsreiche und doch ewig gleiche Stimmung noch nicht wieder erreicht. Bleiben wir gespannt... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|