Es werden wohl alle das "Tagebuch der Anne Frank" kennen. Dort beschrieb ein junges Mädchen ihr Leben während des 2. Weltkrieges. Nun hat sich auch Hans Peter Richter daran versucht die Kriegssituation aus der Sicht eines Kindes deutlich zu machen. Sein Buch "Damals war es Friedrich" beschäftigt sich mit dem freundschaftlichen Verhältnis zweier Jungen die während der Machtübernahme Hitlers im 2. Weltkrieg aufwachsen. Doch es ist keine heile Welt in der sie leben. Denn Friedrich ist Jude und während seiner Kindheit muss er viel Schreckliches über sich ergehen lassen. Doch sein Freund steht ihm in allen Lebenslagen bei. Der Autor beschreibt realitätsnah und sehr eindrucksvoll, das Aufwachsen zweier ganz unterschiedlicher Jungen, die trotz der konfusen Zeit des Krieges, versuchen zusammen zu halten, auch wenn sich ihre Lebensstile oder andere Gewohnheiten stark verändern. Das im Juni 1995 im dtv junior Verlag erschienene Werk, zeigt großartig die Wandlung von der "heilen Welt" von 1933 über die schreckliche Judenverfolgung, bis hin zum Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1945. In 31 Kurzgeschichten wird der Lebensweg der beiden Jungen geschildert. Durch die gesamte Aufmachung seines Buches, lernt man außerdem viel über die damalige Zeit kennen. So ist als Pluspunkt zu verbuchen, dass neben der einmaligen Geschichte, auch noch eine Zeittafel mit allen wissenswerten und wichtigen Daten dieser Zeit beigefügt worden ist. Diese dient nicht nur zur Hilfe beim Lesen, sondern macht auch gut deutlich in welcher rasenden Geschwindigkeit Hitler vorgeschritten ist. Aber um noch einmal auf die Hauptgeschichte zurück zu kommen, so verknüpft Hans Peter Richter die historischen Daten wunderbar mit der Situation zwischen Juden und Deutschen und auch noch bezogen auf das Verhältnis des Jungen mit Friedrich. Zur besseren Hineinversetzung in das Geschehen, erzählt im ganzen Buch der Freund von Friedrich, welcher aber zur Verwunderung niemals beim Namen genannt wird. Auch wenn der Titel "Damals war es Friedrich" auf den ersten Blick nicht wirklich den Inhalt des Buches wiederspiegelt, so erläutert der Autor diese gut gewählte Überschrift doch gleich auf der folgenden Seite: " Damals waren es die Juden... Heute sind es dort die Schwarzen, hier die Studenten... Morgen werden es vielleicht die Weißen, die Christen oder die Beamten sein..." Diese Worte sollen gleich zu Beginn des Buches den Leser zum Nachdenken animieren, denn wer weiß schon welche Menschengruppe als nächstes unter der Masse der Menschen leiden muss.