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Produktinformation
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Fünfzehn Jahre nach deren Ende beleuchten die ARD mit einem bislang einmaligen Multimedia-Projekt die Wirklichkeit der DDR. Dazu gehören außer diesem unbedingt lesenswerten Buch von Hans-Hermann Hertle und Stefan Wolle eine Fernsehdokumentation, die auch in einer DVD-Version zu haben sein wird, eine Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, eine Website samt Internetforum, zwei mehrteilige Hörfunkfeatures sowie schließlich auch eine Hörbuch-Edition.
Damals in der DDR hat nichts mit "Ostalgie" zu tun! Es geht den Autoren vielmehr sehr ernsthaft um die Frage, was die DDR wirklich war, wie man hier lebte und fühlte und wie man von hier aus die Welt wahrgenommen hat. Aus unterschiedlichen Perspektiven zeichnen die Autoren ein in der Summe sehr genaues Bild vom Leben im ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat. Angefangen bei der Staatsgründung ("Das Zeitalter der großen Gesänge") über den Kalten Krieg, "die versäumte Revolte der DDR-Achtundsechziger", bis hin zum "Ende der Träume" führen uns Hertle und Wolle in ihrem Grundlagenwerk auf der Höhe der zeithistorischen Forschung kundig durch die Politik- und Gesellschaftsgeschichte des SED-Staates.-- Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Unterteilt in vier Kapitel erzählt es chronologisch die Geschichte der DDR, von der Gründung am 7.10.49 bis zu ihrem Untergang im Herbst 1989. Jedes Kapitel ist in mehrere weitere Themen gegliedert, in denen immer wieder Ex-DDR-Bürger aus verschiedensten Schichten zu Wort kommen. Die Autoren selbst lassen diese Kommentare unkommentiert, sondern konzentrieren sich auf die Abhandlung der politischen Geschichte. Gerade zu Beginn ist diese jedoch lückenhaft. So hätte ich mir doch mehr Informationen zum Aufbau des Regimes gewünscht. Zudem irritierte mich anfangs der phrasenhafte Schreibstil Stefan Wolles. Meiner Meinung nach hätte man in der gleichen Textlänge noch mehr Informationen unterbringen können. Jedoch entschädigt das Buch dafür mit Hintergründen aus den Machtzentralen des Ost-Blocks.
Ab Kapitel drei (verfasst von Hans-Hermann Hertle) beginnt der für mich beste Teil des Buches, der die Epoche von der Machtübernahme 1971 bis zum Untergang erzählt. Das Hauptaugenmerk liegt in Kapitel drei auf der Wirtschaftspolitik sowie den Beziehungen zur BRD, in Kapitel vier auf dem langsamen Niedergang in den 80er Jahren und den Geschehnissen der letzten Monate (Montagsdemos in Leipzig o.ä.). Während die erste Hälfte des Buches mir noch leicht unstrukturiert und holprig erschien, ist die zweite Hälfte mit ihren vielen Hintergründen und interessanten Berichten der Bürger für mich sehr aufschlussreich.
Angesichts des o.g. Aufhängers hatte ich eine Fokussierung auf das Alltagsleben der DDR-Bürger erwartet, sodass mich die umfangreiche Abhandlung der politischen Ereignisse etwas überraschte. Vielleicht hätte dem Buch noch eine Auffrischung mit mehr Bildern gut getan. Insgesamt enthält das Buch viele Informationen aus den meisten Bereichen des Lebens in der DDR, allerdings gibt es nur einen groben Überblick. Wer in die Tiefe gehen will, für den ist dieses Werk erst der Anfang.
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