Gespannt wartete ich Tag für Tag, als ich von dem neuen Kosheenalbum erfuhr, bis es endlich rauskam. Die beiden Vorgänger stehen bei mir seit Jahren im Regal und kommen nach wie vor regelmäßig zum Einsatz.
Voller Spannung legte ich "Damage" also ein, mit einer Erwartung, dass es sich eher in Richtung Rock bewegen würde. Glücklicherweise hat sich diese Erwartung jedoch nicht bestätigt. Es sind zwar wie bei "Kokopelli" Gitarrensounds vertreten, insgesamt geht das neue Album aber wieder deutlich in eine elektronischere Richtung. Man findet poppige Synthesizer, die teilweise schon fast an "Dax Riders" erinnern ("chances") genauso wie schleppende Triphopbeats ("damage").
Am besten gefällt mir bis jetzt der Song "guilty", weil er mit seinem flotten Beat und seinem Ohrwurmpotenzial als erstes im Gedächtnis bleibt. Ein bisschen erinnert habe ich mich dabei auch an "wish" vom Vorgängeralbum.
"Overkill" fungiert praktisch als "catch", da es die erste Singleauskopplung ist, sich durchaus nett anhört, im Vergleich zu den anderen Liedern jedoch relativ unauffällig wirkt.
"Not enough love" hört sich ähnlich harmonisch an wie "face in a crowd", das wohl zu Kosheens besten Tracks überhaupt gehört. Sian Evans Stimme erzeugt mit der Akustikgitarre hier wirklich eine tolle Atmosphäre.
Bei "damage" merkt man einfach, dass die Band aus Bristol stammt. Derartig schleppende, schwere und intensive Triphopbeats mit düsteren Akkorden begleitet kennt man nur von dort. Dem ganzen wird noch eine Priese Elektronik zugefügt und fertig ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sich Triphop 2007 anhören sollte.
"Marching orders" schlägt eine ähnliche Richtung ein und klingt wie eine neu digitalisierte Version von Portishead. Mystisch und düster wirkt das ganze Stück, elegische Melodien widersprechen den teilweise hektischen Drum & Bass Einlagen, sodass man den Song mehrmals hören muss, um ihn einordnen zu können.
Fazit: Ich bin froh, dass Kosheen kein Rockalbum abgeliefert hat, sondern sich wieder stärker in Richtung Triphop (oder besser gesagt Elektronik) orientiert. Sian Evans klingt wie immer fantastisch, kein einziger der Songs wirkt aufgesetzt oder oberflächlich. Ich bin begeistert.