Es ist zu schade, daß die "Daily Show" in Deutschland praktisch unbekannt ist. Die Satire-Sendung hat sich (mehr oder minder unabsichtlich) als eine Top-Nachrichtensendung in den USA etabliert, und Jon Stewart selbst als schärfster Kritiker der Medien- und Politiklandschaft. (Die Medien selbst bekommen ihr Fett in einer speziellen Ladung ab, mehr als der Rest der Ziele. Köstlich!)
"America the Book" hat leider nicht ganz die aktuelle Schärfe der Sendung, und es ist nun einmal sehr stark auf den US-Leser abgezielt, aber es ist eine recht interessante Zurechtrückung der Geschichte mit satirischer Überzuckerung. Gerade die Anhänger der Bush-Regierung müssen sich zusammenreißen, wenn ihre (vorgeblichen) Vorbilder als echte Menschen dargestellt werden - wie Benjamin Franklin aber selbst George Washington. Oder auch, wenn diverse (Seiten-)hiebe auf bestimmte Wahlen (2000) oder Kriege (Irak) niederprasseln!
Witz braucht man nicht zu vermissen, denn gerade die "für Lehrer" bestimmten Sektionen sind überwältigend gut und mit der aus der Fernsehsendung vertrauten Überzogenheit geschrieben sind.
Alles in allem den Preis sehr wohl wert und so unwahrscheinlich es auch scheint, man könnte sogar etwas lernen. (Okay, nicht wirklich von Rob Cordrey oder Ed Helms, aber das wissen die Vertrauten von der Show bereits...) Auf jeden Fall aber gibt es guten Grund, sich köstlich bei diesem Buch zu amüsieren (und die "Daily Show" irgendwie zu sehen zu kriegen.)