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"Menschen stellen die verrücktesten Sachen für religiöse oder politische Ziele an", weiß der Autor, "doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was sie anstellen, um an einen zusätzlichen Euro zu gelangen". Geld, ehedem nur Mittel zum Zweck, sei zum Synonym für Glück geworden. Tatsächlich aber verflüchtige sich oberhalb eines Jahreseinkommens von gerade einmal 10000 Dollar die wohltuende Wirkung des Wohlstands: Multimilliardäre verfügten den Forschungsergebnissen der Happiness Economics zufolge "über ganz ähnliche Zufriedenheitswerte wie ostafrikanische Massai, die mit ihren Rindern und Hütten aus getrocknetem Kuhdung in der kenianischen Steppe leben".
Mehr noch als die oft nicht sehr schönen Bedingungen der Jagd nach dem Geld, schmälert die Erkenntnis, dass man von dieser Jagd nicht mehr lassen kann, die Freude, die Geld ansonsten zweifellos zu schenken vermag. Ein sehr starkes, wenn nicht gar das stärkste Motiv für die Geldhatz nämlich, auch dies zeigt Willenbrock sehr anschaulich, ist die (nicht unberechtigte) Angst vor dem ökonomischen Absturz. "Unser Denken und Handeln ähnelt immer mehr einer Kolonie Pinguine, der das Eis unter den Füßen wegzuschmelzen beginnt. Je dünner die Eisdecke, umso heftiger wird das Gedrängel um Plätze auf den vermeintlich sicheren Schollen." Keine gute Ausgangslage für ein entspanntes und glückliches Leben. Da wäre man schon lieber ein mit sich und der Welt zufriedener Massai -- Andreas Vierecke
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Interessant aber anspruchlos,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Dagobert-Dilemma. Wie die Jagd nach Geld unser Leben bestimmt (Gebundene Ausgabe)
Die Themenpalette, die Willenbrock abhandelt, ist schon ziemlich interessant, nur leider ist die Umsetzung nicht so besonders gut gelungen. Die Geschichten von Bodo Schäfer, dem Geld alles bedeutete, und von Heidemarie Schwermer, der es irgendwann gar nichts mehr bedeutete, die Statistiken und Forschungsergebnisse sowie die Analyse unserer und anderer Gesellschaften hinsichtlich ihrer Prägung durch das Geld und schließlich die psychologische Wirkung von Geld - das ist alles durchaus wissenswert. Auch Einsichten wie die, dass es weniger um das Geld an sich als vielmehr um den Status gehe, der mit dem Geldbesitz korreliert ist, erachte ich als wichtig.Das Problem, das ich mit diesem Buch habe, besteht darin, dass es von jemandem geschrieben ist, der vielleicht Zeitungsartikel gut schreiben kann, aber den Unterschied zwischen einem Buch und einer Zeitung scheinbar nicht kennt. Es werden Fakten und Meinungen aneinandergefügt, es werden kurze Geschichten erzählt, aber alles so oberflächlich, dass es mir nach der Lektüre schwerfällt zu sagen, was in dem Buch eigentlich drinsteht, ohne es noch noch einmal zur Hand zu nehmen. Auch stilistisch ist der Zeitungsschreiber unverkennbar. Typisches Beispiel: Deutschland liegt mit 14,4 Suiziden im Mittelfeld, während die Griechen mit lediglich 3,9 Freitoden pro 100000 Hellenen im Jahr offenbar am lebensfreudigsten sind. Antonomasien, abgedroschene Phrasen und eilige Generalisierungen wohin man auch schaut. Das Buch ist als Sachbuch für die breiten Massen konzipiert und insofern sicher nicht schlecht, aber ich hätte mir mehr Niveau und Reflexion im Stile Georg Simmels (Die Philosophie des Geldes) gewünscht. Natürlich nicht in gleichem Maße, aber eine Daten-, Anekdoten-, und Meinungssammlung in mittelmäßigem Zeitungsdeutsch lässt mich etwas unbefriedigt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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