Ich habe im Sommer damit angefangen, Zucker durch Stevia zu ersetzen. Ich muß dazu sagen, daß ich ziemlich stark übergewichtig war (ca. 25 Kilo zuviel bei 1,63m!) und mir gegenüber selbst immer das Argument hatte, daß es daran liegt, daß ich wegen dem Arbeitsstreß und allem immer viel zu wenig Bewegung habe. Außerdem bin ich einfach ein Streßesser. Wegen der Arbeit war mir klar, daß ich sowieso nicht auf Dauer viel mehr Bewegung bekommen würde als bisher, und es nur einmal oder zweimal zu machen und dann wieder in die alte Tour zu verfallen bringt einfach nichts.
Also habe ich versucht, das Problem mit einer Umstellung der Ernährung anzugehen. Zucker durch Stevia zu ersetzen ist dabei nur eine Sache von mehreren, aber eine ziemlich entscheidende. Über den ganzen Arbeitstag verteilt trinke ich zum Beispiel eine Tasse Tee nach der anderen und ich muß dazu sagen, daß ich es schon wirklich sehr süß gerne dabei habe. Andere haben es immer ziemlich erschreckend gefunden, was ich mir in die Tassen getan habe, denn es waren dann doch schon mal fünf, sechs Würfel Zucker. Die habe ich inzwischen komplett durch Stevia ersetzt, an anderen Stellen mache ich es nur zum Teil.
Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich daran gewöhnt habe, Stevia zu gebrauchen. Stevia ist einfach nicht so universell anwendbar wie Zucker, den man einfach überall reintun kann und dann klappts. Ehe ich zum Beispiel beim Backen darauf gekommen bin, wie es richtig geht, hat es sehr lange gedauert. Ehe nun jemand sagt, daß man gar nicht backen sollte wenn man abnehmen will, dann kann ich nur sagen der hat natürlich recht, und ich mache das auch nicht ständig, sondern nur zu bestimmten Anlässen wie an Geburtstagen und bei Weihnachten zuletzt. Backen geht wirklich mit so gut wie gar keinem Stevia und es ist der Grund warum ich diesen Erfahrungsbericht nicht nur bei dem "Stevia Einstiegs-Paket" schreibe, das ich eigentlich sonst nur empfehlen würde, sondern auch bei "Stevia-Plus".
Doch dazu komme ich später. Stevia gibt es in vielen verschiedenen Formen und am Anfang ist das einfach nur verwirrend. Es gibt zum Beispiel die eigentlichen Blätter, man kann sie auch selber durch das Züchten von den Pflanzen bekommen indem man sie abmacht und trocknet. Die Pflanzen findet man inzwischen in jedem Gartenmarkt. Ich habe auch damit meine Versuche gemacht, aber sie waren nicht sehr erfolgreich. Die Blätter sind so gut wie gar nicht süß und sie schmecken wie eine Kräutermischung. Das geht vielleicht noch in einem Kräutertee, aber nicht an anderen Stellen. Zumindest habe ich keine herausgefunden. Die anderen Formen in denen es Stevia gibt, sind weißes Pulver, verflüssigtes Pulver und Süßstofftabs.
Die Steviatabs sind natürlich nur für Getränke gut, zu allem anderen, zum Kochen Backen usw. taugen sie nichts. Natürlich könnte man sie theoretisch zertrümmern und dann trotzdem verwenden, aber das bringt erstens nichts weil es sowieso Pulver gibt, zum anderen bestehen Steviatabs nicht nur aus Stevia sondern laut dem Aufkleber auch noch aus anderen Stoffen die man nicht zum Kochen und Backen braucht. Steviatabs haben auch noch so ihre Grenzen, zum Beispiel wenn man sich einfach mal einen Jogourt süß machen will. Dafür ist verflüssigtes Steviapulver schon besser geeignet. Eigentlich würde das auch für Getränke gehen, aber wenn man so häufig am Tag süße Getränke trinkt wie ich, nervt das Abzählen von Tropfen schon sehr, vor allem weil es so ein bißchen so ist als würde man sich sich Umckaloabo auf den Löffel träufeln weil man Halsschmerzen hat. Außerdem sieht es komisch aus, wenn man im Kollegenkreis am Tisch sitzt und plötzlich anfängt Tropfen zu zählen.
Stevia schmeckt schon anders als Zucker und ich mußte mich am Anfang zusammenreißen, um mich umzugewöhnen. Ich schmecke nichts von Lakritze wie einige immer wieder sagen, aber was ganz anders ist, das ist die Art und Weise in der Stevia süß schmeckt. Die Süße kommt eher nach hinten heraus, also man schmeckt sie noch nachdem man den Tee usw. heruntergeschluckt hat längere Zeit am Gaumen nach. Am Anfang hat mich das gestört, und da habe ich deswegen längere Zeit versucht, nur einen Teil Zucker zu ersetzen, also Stevia und Zucker zu vermischen. Das ist geschmacklich super, aber die Kilos sind nicht runtergegangen und ich habe eingesehen, daß es nichts bringt. Bei allen Getränken, bei Jogourts und bei eigentlich allen Arten von Milchprodukten und bei Getreideflocken nehme ich inzwischen ausschließlich Stevia und keinen Zucker mehr, und seitdem ist es aufwärts gegangen, oder besser gesagt runterwärts mit den Kilos.
Doch dann zur Königsdisziplin, nämlich zum Kochen und Backen mit Stevia. Für den normalen Tagesablauf sind die Steviasachen, die in dem "Stevia Einstiegs-Paket" vereint sind, eigentlich schon zureichend und mehr ist eigentlich nicht notwendig. Aber beim Backen schon. Natürlich braucht man fürs Backen Pulver, die Frage die sich stellt ist nur welches. Das Steviapulver im Einstiegs-Paket ist sehr gut, aber fürs Backen eignet es sich nur mit Mühe. Versuchen Sie nämlich mal ein Zehntel von einem Gramm mit einer Küchenwaage zu wiegen, oder versuchen Sie es in einen trockenen Teig reinzumischen und es dabei gleichmäßig zu verteilen.
Mit "Stevia-Extra" habe ich schon relativ gute Erfolge beim Backen gehabt, aber nach einer Weile habe ich mich dann doch für "Stevia-Plus" entschieden und darauf festgelegt. Das ist wie oben schon gesagt auch der Grund, warum ich diesen Erfahrungsbericht nicht nur beim "Einstiegs-Paket" schreibe. "Plus" ist viel weniger süß als die anderen Pulver. Es ist immer noch stattlich süß, ich nehme das Verhältnis 20:1 im Vergleich zum Zucker. Die Herstellerangabe ist 5:1, aber das wirkt mir immer noch zu süß. Anstelle von 100 Gramm Zucker nehme ich also 5 Gramm Stevia und das kann man dann schon ganz gut selber abwiegen.
Aber ich will nicht das Ergebnis meiner Erfahrungen mit Stevia unterschlagen. Ich bin leider immer noch dick, aber wenn man sieht von wo ich komme wäre das nach nicht ganz einem halben Jahr auch vermessen darauf zu hoffen, daß es schon weitergegangen wäre. Es wäre wahrscheinlich auch nicht gesund gewesen. Ich habe seitdem 7,5 Kilo abgenommen, also ein Bißchen mehr als ein Kilo pro Monat. Wieviel davon nun am Stevia liegt und wieviel an der restlichen Ernährungsumstellung, das kann ich natürlich nicht sagen. Aber ein großer Teil wird schon daran liegen, weil mein Gewicht wirklich sehr stark am Zucker liegt und nicht an fetter Ernährung und solchen Sachen. Von meinem Wunschgewicht bin ich immer noch gute 17-18 Kilo entfernt. Mal sehen was das Jahr 2012 so bringt und wie weit ich noch runterkomme. Bisher hat sich das Abnehmen nicht verlangsamt sondern die Kilos purzeln konstant, dadurch habe ich einige Hoffnung, daß da immer noch etwas geht.
Für mich hat sich die Kombination Einstiegs-Paket/Plus-Pulver als die richtige Lösung herausgestellt. Das ist aber sicherlich nicht für jeden so, weil es davon abhängt wofür man Stevia überhaupt braucht. Außerdem braucht man Nerven und man muß sich verabschieden davon, daß alles so leicht geht wie mit Zucker. Außerdem wird es wahrscheinlich niemals ganz ohne Zucker gehen. Wenn man bedenkt, wie ungesund Zucker ist, sollte man die Nerven die man durch das Eingewöhnen ans Stevia verliert aber schon in Kauf nehmen. Mir hat es jedenfalls geholfen denke ich, und ich bin sehr zufrieden damit.
Was ich zum Schluß nicht vergessen will, ist ein Dankeschön für die lieben Mailcenter Mitarbeiter von SteviaTrade, die mir zur Seite gestanden sind und die immer wieder mit Ratschlägen zur Seite standen auch wenn ich sie mit vielen Fragen gelöchert habe. Wahrscheinlich habe ich Ihnen mehr Nerven gekostet, als ich selber Nerven verloren habe durch meine Erstversuche mit Stevia! Vielen Dank deshalb und ich hoffe, Stevia wird viele Menschen noch in Zukunft begeistern.