Wieso lässt man eine Reparaturanleitung zu einem Fahrzeug, welches nicht in England verkauft wird / wurde, von einem Engländer schreiben und von einem nicht genannten Übersetzer auf Deutsch übersetzen, der wenig technische Ahnung hat bzw. der deutschen Sprache nicht 100% mächtig ist?
Hier ein paar Beispiele:
Durch Anziehen schneidet sich das Werkzeug in das Schraubenstück ein und hoffnungsvoll zieht man es heraus.
("Hoffnungsvoll" wahrscheinlich ein Übersetzungsversuch von "hopefully", warum nicht: "und hoffentlich gelingt es ...")
Krawatten haben bei Arbeiten am Auto keinen Platz. Ebenfalls lange Hemdsärmel oder andere lose Kleidungsstücke fern von sich bewegenden Teilen halten. Lange Haare während der Arbeit festbinden. Fingerringe und Armbanduhren am Besten abziehen. Abgesehen davon, dass man daran hängen bleiben kann, bieten sie auch einen Leiter für die elektrische Anlage.
Falls es also "Räder abschrauben" heißt, bedeutet dies, dass das Fahrzeug bereits auf Unterstellböcken steht.
Bild 338 Verschiedene vordere Auspuffrohre und Schalldämpfer. Eine Ausführung davon wird im Fahrzeug eingebaut sein.
Keine Arbeiten durchführen, wenn man vertraut mit der Baugruppe nicht vollkommen ist.
Nach Freilegung des Ersatzrades wird man ein Typenschild an der gezeigten Stelle finden (falls vorhanden).
Wenn die sprachliche Präzision Rückschlüsse auf die technische Präzision zulässt, dann: auweia!
Um solche sprachlichen und inhaltlichen Fehler auszumerzen, sollte das Buch eigentlich vom Lektorat des Verlags geprüft worden sein!
Mein Tipp: mit Vorsicht genießen, scheint mit der heißen Nadel gestrickt.
K. Martin
Nachbemerkung: Laut Auskunft des Verlags vom 14. Juli 2008 ist der Autor "waschechter Deutscher".