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Da geht ein Mensch: Autobiographischer Roman
 
 
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Da geht ein Mensch: Autobiographischer Roman [Gebundene Ausgabe]

Alexander Granach
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 363 Seiten
  • Verlag: Olbaum; Auflage: 1 (August 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3927217387
  • ISBN-13: 978-3927217386
  • Größe und/oder Gewicht: 21,7 x 13,9 x 3,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 185.575 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alexander Granach
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

In einem anderen Land Alexander Granachs Autobiografie «Da geht ein Mensch» Ein grosser Zankapfel der Geschichte ist seit je Galizien. So wurde die historische Region nördlich der Karpaten mit der ersten Spaltung Polens 1772 ein Teil Österreichs; die nordöstliche Provinz avancierte 1849 gar als «Galizien und Lodomerien» zu einem eigenen Kronland der Habsburgermonarchie. Das Gemisch der Völker – Polen, Ukrainer, Deutsche, Russen, Tataren und Armenier – kam 1918 unter polnische Hoheit. 1939 annektierte die Sowjetunion Ostgalizien, bevor deutsche Truppen das Terrain besetzten, das die Rote Armee 1944 zurückeroberte. Und 1945 wurde quer durch ganz Galizien die polnisch-ukrainische Staatsgrenze gezogen. Da hatte die grausame Maschinerie der NS-Konzentrationslager bereits jene Menschen ermordet, die das Gebiet massgeblich geprägt und das kulturelle Leben getragen hatten: die Juden. Niemand hat die Tragik des Judentums und der versinkenden k. u. k. Herrschaft derart eindrücklich fixiert wie Joseph Roth, der nahe der alten galizischen Hauptstadt Lemberg zur Welt kam. Dabei verstellte die breite Akzeptanz der zwischen Groteske, Trauer und Sentimentalität changierenden Romane «Radetzkymarsch» (1932) und «Die Kapuzinergruft» (1938) den Blick für verwandte Werke anderer Exilanten – unter denen zwei Publikationen bestechen: der Roman «Die Fischmanns» von Henry William Katz (1937; deutsch 1985) und Alexander Granachs Autobiografie «Da geht ein Mensch», deren erste deutsche Version 1945 postum erschien. Indes der gelernte Journalist Katz die Geschichte einer galizischen Familie inklusive ihrer Flucht nach Deutschland schildert, konzentriert sich der Schauspieler Granach auf seine frühe Karriere vom osteuropäischen Bäckergesellen zum westeuropäischen Theaterstar. Granach, 1890 im galizischen Örtchen Werbowitz als Jessaja Szajko Gronach geboren und 1945 nach einer Operation in New York gestorben, erzählt farbenfroh und spannend von einer Vita des Wanderns. Der neunte Sprössling jüdischer Bauern kehrt dem Elternhaus früh den Rücken und schlägt sich durch diverse Provinzstädte. Vorwiegend arbeitet Granach am Backofen, aber auch als Bordell-Türsteher setzt er seine Kraft ein. Nachdem er in Lemberg ins Theater gegangen ist, möchte er allein noch auf der Bühne existieren – und verwirklicht dies beharrlich, immer wieder in einem anderen Land. Voller Ehrgeiz gelangt der Sechzehnjährige ins stürmische Berlin, wo er nebenbei Schauspielunterricht nimmt und schliesslich an Max Reinhardts Schule akzeptiert wird. Der Dienst in der österreichischen Armee während des Ersten Weltkriegs, den Granach teilweise in italienischer Gefangenschaft verbringt, hemmt die Entfaltung eines hoch talentierten Mimen, der nach Erfolgen in Deutschland, Polen, Russland und der Schweiz in die USA emigriert. Dort brilliert er, der schon in Friedrich Wilhelm Murnaus cineastischem Meisterwerk «Nosferatu» (1922) faszinierte, unter anderem im Film «Ninotschka» (1939) an der Seite Greta Garbos. Indem Granach, der sich für sein künstlerisches Fortkommen die X-Beine gerade brechen lässt, den späteren Glamour nicht referiert, gewinnt er Raum für die Darstellung der zerstörten Sphäre des Schtetl. Ob es sich um den Alltag oder religiöse Feiertagssitten handelt, ob vom gelehrsamen, patriarchalischen Vater die Rede ist oder die fleissige, selbstbewusste Mutter auftaucht: Stets findet der Autor die Balance zwischen Beschreibung und Reflexion, Information und Kritik, Ernst und Ironie, Detail und Abriss. Der Galizier lernt das Mit- und Gegeneinander von Christen, Juden und Muslimen hautnah kennen und merkt, dass es daheim als Tugend gilt, das Dasein nach eigenem Gusto zu formen – solange der Glauben gewahrt bleibt. – Zweifelhaft ist, ob der Untertitel des von einem Augsburger Druckhaus erstmals vollständig edierten deutschen Textes – «Autobiografischer Roman» – vom Verfasser stammt. Und Fiktionales hat die Forschung kaum gefunden. Desto mehr steht der Entwicklungs- und Antikriegsroman «Da geht ein Mensch», von Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger und Thomas Mann früh gepriesen, als ein dokumentarisches Monument da, dessen Lektüre sehr zu empfehlen ist. Thomas Leuchtenmüller

Kurzbeschreibung

Erstmals in einer ungekürzten Ausgabe der grandiose Roman von einem der größten expressionistischen Schauspieler. Alexander Granach beschreibt mit atemberaubendem erzählerischem Talent seine Kindheit und Jugend in Galizien, seine Karriere als Schauspieler im Berlin der 20er Jahre und schließlich seine Zeit als österreichischer Soldat im Ersten Weltkrieg. Das Buch erschien 1945 in einem schwedischen Exilverlag in deutscher Sprache. Die bislang vorliegenden - stark gekürzten - Ausgaben erzielten in Deutschland hohe Auflagen.
"Das Buch ist eine der großen deutschen Autobiographien. Es ist weise und wild, traurig und steckt voller verwandelndem Witz. Es ist klug und poetisch geschrieben und verrät nur hin und wieder etwas von der Passion, Werbowitz lebendig zu machen in Berlin, New York und Wien, davon daß Fremde nicht Heimatlosigkeit bedeutet." (Peter Härtling)

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
47 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
wunderbar und spannend 8. Januar 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Der Titel sagt es schon: "Da geht ein Mensch" ist die zutiefst warmherzige und vielfarbige, mit nur wenig Fiktion angereicherte Autobiographie des Schauspielers Alexander Granach, der in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts bekannt war und 1945 starb, als er gerade im Begriff war, in Hollywood zum Star zu werden. Sein "autobiographischer Roman" zeichnet sich vor allem durch die einfühlsame Schilderung des ostjüdischen Milieus, geprägt von Kinderreichtum, Armut und Minderheitenbewußtsein, aus. Selbst aus einer Kleinbauernfamilie stammend, spielen Erdverbundenheit, Familie und eine den Alltag durchziehende Religiosität eine große Rolle. Auch dieser vorsichtige Einblick in die jiddische Kultur macht das Buch so lesenswert. Insgesamt eine Parabel auf das Leben, mit viel Weisheit, aber auch immenser Energie und Lebensfreude. Die Schilderung seiner Fronterfahrungen im ersten Weltkrieg zeigen, daß hier der Blick nicht nur auf das bewegte Leben Alexander Granachs, sondern auch auf eine stürmische Zeit gerichtet wird. Daß Lion Feuchtwanger und Peter Härtling das Buch auf dem Klappentext empfehlen, spricht ja eigentlich schon für sich. Sehr, sehr spannend, absolut empfehlenswert.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
In seinen Memoiren, die eigentlich die Chronik einer ganzen Epoche sind, schreibt der 1890 in Werbowitz/Galizien geborene Alexander Granach seinen Lebensweg vom Bäckergesellen in Berlin, über die Schauspielkarriere, die Flucht im Jahre 1933 aus Deutschland in die Schweiz und die Emigration im Jahre 1938 in die USA.

Dieser „besondere Mensch" schreibt von seiner Familie, in der er mit acht Geschwistern aufgewachsen ist. Er erzählt in heiterer Bekümmertheit von den Menschen, denen er begegnet ist, in der alten wie in der neuen Welt, und er vermittelt einen bleibenden Eindruck von der grenzenlosen Armut in seiner kleinen Heimatstadt, aber er zeigt auch, wie Liebe, Schmerz, Tod und jüdische Tradition die Menschen miteinander verbunden hat. Er schreibt von seinem patriarchalischem Vater und seiner bienenfleißigen, selbstsicheren Mutter.

Mit seinem erzählerischen Talent zeigt er auf, wie atemberaubend er Menschliches in sich aufnehmen kann und wie er informativ und kritisch, ernsthaft und oft auch ironisch, detailgetreu wiedergeben kann.

Es ist ein außergewöhnliches Buch, voller Menschlichkeit, Weisheit, Traurigkeit, Klugheit und Humor. Ein grandioser, autobiographischer Roman, von einem der bedeutendsten expressionistischen Schauspieler.

Die Gemeinschaft, die ihn im Leben begleitet, macht ihn zu einem „Menschen" mit jüdischen Wurzeln, denn das ist das größte Kompliment, was man einem Menschen im Jüdischen machen kann.

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Etwas Besonderes 27. Februar 2007
Von Ulrich Hartmann TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Die Erinnerungen des Schauspielers Alexander Granach sind etwas Besonderes. Er war ja kein Berufsschriftsteller, und er starb, bevor das Buch veröffentlicht wurde, so daß er es nicht mehr vorher bearbeiten konnte - und gerade deshalb haben diese Memoiren so einen unverbrauchten, direkten Charme; man kommt sich vor, als würde einem der Autor gegenübersitzen und einem etwas erzählen. Was er erzählt und wie er es erzählt, das ist zugleich sehr realistisch und sehr poetisch. Granach verklärt die Welt nicht, in der er aufgewachsen ist: seine Familie, das osteuropäische Judentum, Galizien, die k.u.k. Monarchie, das alte Europa, und bringt einem gerade so nahe, was das Besondere daran war. Er schwärmt nicht und er klagt nicht - oder kaum - und ist deshalb so überzeugend. Das Wort "Mensch" im Titel ist bei ihm Programm: mit Menschen verschiedener Völker und Religionen kommt Granach in seinem Leben zusammen, und er bemüht sich, hinter dem Trennenden immer die Menschen als Menschen zu sehen und ihnen als Mensch zu begegnen - aber eben als einer, der - weil er ein Mensch ist - geprägt ist durch das, was er mitbringt, durch seine Herkunft, durch seine Religion.

Die Erinnerungen Granachs gehen bis zum Ende des 1. Weltkriegs. Seine darauffolgende Karriere in Deutschland und im Exil wird in dieser Ausgabe durch einige Fotografien angedeutet; eine gute Idee, die das Buch ergänzt, ohne es aufzublähen. Leider hat man den Text in die neue Rechtschreibung gezwungen, was das Lesen nicht gerade erleichtert.

Trotzdem ist es sehr schön, daß das Buch jetzt in dieser preiswerten und schön gestalteten Ausgabe erhältlich ist, und es sind ihm viele Leser zu wünschen.
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