Performance: Mangelhaft.
Getestet wurde auf einem Core i5 mit 2,4 GHz unter Windows 7 x64 und Open Office 3.3.0 mit Java 6.24 und einer mechanischen Festplatte mit 7200 U/min.
Sobald "Automatisch prüfen" in OpenOffice aktiviert ist, wird das Tippen zäh; wenn man halbwegs schnell tippt, hinkt die Bildschirmdarstellung deutlich hinterher. Sogar beim Durchlaufen des Textes mit den Cursortasten ergeben sich deutlich bemerkbare "Hänger". Die CPU-Auslastung steigt beim Tippen auf 25% an, einer der vier CPU-Kerne wird also voll ausgelastet. Während der ersten zwanzig Minuten der Nutzung steigt der beanspruchte Arbeitsspeicher langsam von 80 MB auf ca. 150MB an.
Seltsamerweise verbessert sich die Performance nach ca. 20 Minuten allmählich, die mittlere CPU-Auslastung sinkt je nach Tippgeschwindigkeit etwas und ein flüssiges Navigieren und Tippen ist einigermaßen möglich.
Bei Verwendung der Open Source Produkte Language Tool (Grammatik) und Hunspell (Rechtschreibung) tritt dieses Problem nicht auf, es liegt also eindeutig an der Duden-Software, die anscheinend irgendwelche Daten nachlädt.
Zuverlässigkeit: Mangelhaft.
Sobald man mit dem Korrekturfenster arbeitet und dabei "Automatisch prüfen" (Symbol ABC, mit roter Wellenlinie unterstrichen) ausgeschaltet hat, funktioniert bei vielen Grammatikregeln die "Einmal ignorieren"-Taste nicht mehr. Man hängt dann unweigerlich an dieser Stelle fest. Ein solcher Bug sollte bei einer Software mit der Versionsnummer 8.0 eigentlich nicht mehr auftreten.
Rechtschreibprüfung: Gut.
Positiv anzumerken ist der sehr große Wortschatz. Hier punktet Duden deutlich gegenüber entsprechenden Open Source Tools. Allerdings geben die Korrekturvorschläge oft eher Anlass zu Heiterkeit.
Grammatikprüfung: Ausreichend.
Die Grammatikprüfung beanstandet sehr häufig Satzkonstruktionen, die völlig korrekt sind. Bereits relativ einfache Sätze wie "Immer mehr meiner Computer stellen ihre Funktion ein" werden beanstandet, da die Grammatikerkennung des Programms ziemlich dumm ist. Im Zeitalter von GHz-CPUs könnte man, eine effiziente Programmierung vorausgesetzt, sicherlich mehr erwarten.
Aber trotz des häufigen Fehlalarms findet man in größeren Texten doch noch zahlreiche Fehler, die man sonst übersehen hätte.
Zu bemängeln ist, dass die Fehlererläuterung im Korrekturfenster nur so mit grammatikalischen Fachausdrücken um sich wirft, statt einige Beispiele anzuführen. Wer (wie ich) schon seit über zwanzig Jahren keinen Deutschunterricht mehr genossen hat, könnte mit Beispielen viel mehr anfangen.
Auch die Dialekterkennung produziert manchmal seltsame Ergebnisse: So wird das deutsche Wort "Sekunden" vom Duden Korrektor 8.0 als Dialekt bemängelt.
Auch das (m.E. deutschlandweit übliche) Verb "anschauen" wird als Dialekt beanstandet - darüber lässt sich ja noch diskutieren. Aber im Korrekturfenster werden keine Korrekturvorschläge dafür aufgeführt. Erst wenn man das Wort direkt in Open Office markiert und per Rechtsclick die Duden-Synonyme oder den Duden-Thesaurus aufruft, erhält man passende Alternativen. Hier wurde einfach vergessen, den Thesaurus in das Korrekturfenster zu integrieren. Dementsprechend miserabel ist die Quantität und Qualität der Korrekturvorschläge.
Das zeigt sich auch am folgenden Beispielsatz: "Die neuen Zellen können die noch funktionierenden, dem Tode geweihten Zellen direkt ersetzen." Der Ausdruck "dem Tode geweihten" wird beanstandet, der Korrekturvorschlag der Duden-Software lautet "todegeweihten" - ein Wort, das es laut Duden (!) überhaupt nicht gibt.
Auch hätte man einige sinnvolle Ausnahmeregeln definieren können - z.B. werden ISBN-Nummern mit Bindestrichen unnötigerweise von der Grammatikprüfung bemängelt.
Fazit:
Während die Datenbasis sehr gut ist, bestehen gravierende Mängel in Konzeption und Umsetzung der Software. Statt der Versionsnummer 8.0 wäre wohl eher 0.8 angebracht.