Die Installation unter Windows XP und OpenOffice.org 3.0.1 verläuft zwar problemlos, ist aber trotz guter Anleitung in der Liesmich-Datei umständlich und dürfte Computer-DAUs überfordern. Hier wäre eine klassische Installationsroutine eindeutig die bessere Lösung.
Nach der Installation funktioniert das Programm gut. Sehr praktisch ist die zusätzliche Symbolleiste. Die zahlreichen Einstellungen muss man anfangs einmal durcharbeiten und einige Optionen deaktivieren, damit nicht ständig angebliche Dialekt-Ausdrücke, angebliche Umgangssprache usw. identifiziert werden. Beschränkt man den Korrektor auf seine Kernkompetenz, nämlich das Aufspüren von Rechtschreib- und Grammatikfehlern, arbeitet er zwar auch nicht fehlerfrei (das tut wohl keine Rechtschreibprüfung der Welt), aber erheblich besser als das mit OpenOffice.org gelieferte Rechtschreibmodul.
Schade finde ich, dass es neben den fünf (!) Varianten der aktuellen Rechtschreibung keine Einstellung für die "alte" Rechtschreibung mehr gibt. Das ist umso unverständlicher, als der funktionell ähnliche Duden-Korrektor, der mit der Textverarbeitung "Papyrus" geliefert wird, die alte Rechtschreibung durchaus noch kennt (wenn auch nur in vereinfachter Form ohne Grammatikprüfung).
Der Preis für die hohe Erkennungsrate des Duden-Korrektor ist eine ziemlich langsame Arbeitsweise, die den OpenOffice.org Writer spürbar ausbremst (besonders auf älteren Computern oder Netbooks mit knapper Rechenleistung). Man kann bei aktivierter Rechtschreibkorrektur noch arbeiten, aber wirklich zu empfehlen ist es nicht. Ich rate daher dringend dazu, die "Prüfung während der Eingabe" zunächst zu deaktivieren. (Das permanente Unterringeln von Wörtern lenkt sowieso nur ab und stört den Schreibfluss.) Allerdings finde ich die Schritt-für-Schritt-Prüfung, die OpenOffice.org alternativ anbietet, auch nicht sonderlich praktisch, weil das Erkennen und Korrigieren damit wesentlich länger dauert. Meine Empfehlung ist, zwar die "Prüfung während der Eingabe" zu benutzen, aber erst nach dem eigentlichen Schreiben. Man kann dann relativ flott die gefundenen Fehler abarbeiten; mit der rechten Maustaste erhält man Alternativvorschläge und kann einen davon annehmen oder das Wort ignorieren lassen. So hat man auch längere Texte schnell durchkorrigiert.
Bleibt als Fazit, dass für Nutzer von OpenOffice.org 3, die eine nützliche Rechtschreibkontrolle suchen, derzeit kein Weg am Duden Korrektor 5 vorbeiführt - kleine Nachteile hin oder her.