Smaragdriff - oder "Lost in Reefs" - ist ein empfehlenswertes Spiel für alle, die sich gern viele Stunden lang mit verschiedenen Match-3-Varianten beschäftigen.
In diesem Spiel sind verschiedene Varianten von Match-3 Spielen vereint: Blöcke, Tauschen und Ketten. Die Form des Spielfeldes kann aus Quadraten oder aus Sechsecken zusammengebaut werden. Das bringt natürlich Abwechslung und zusätzliches Gehirnjogging. Von jeder dieser 6 Varianten gibt es etwa 80-90 Levels. Ich sage "etwa", weil der Levelzähler leider auch dann weiterläuft, wenn man ein Level nicht geschafft hat, daher kann ich nur schätzen.
Man sammelt Gegenstände verschiedener Arten, um dann Gebäude kaufen zu können und so nach und nach eine versunkene Unterwasserstadt in einem Riff wieder aufzubauen, also ähnlich wie in vielen Spielen dieses Genres. Dabei lernt man auch das Leben der einstigen Bewohner etwas kennen - eine Fantasiewelt am Rande des Spiels. Zusätzlich zu den Gebäuden spielt man sich nach und nach Fische frei, die sich dann um die Stadt herum tummeln. Die jeweilige Anzahl ist zwischen 0 und einer Höchstmarke wählbar.
Man kann mit Zeitlimit spielen oder ohne. Verschiedene freispielbare Boni helfen einem, wobei es eine witzige Variante ist, dass die Boni sowohl auf dem Spielfeld erscheinen können als auch in einer extra Ablage - einmal ist der Ort ihres Einsatzes also vorbestimmt, einmal ist er frei wählbar. Natürlich gibt es auch Hindernisse: Ketten, doppelte Ketten, Mauern und doppelte Mauern.
Die Zeit ist einigermaßen großzügig bemessen, zumindest in den ersten 40-50 Levels je Spielart, so dass Hektik zunächst also nur durch das Sammeln von Gegenständen (zum Kaufen) aufkommt. Damit kam sie bei mir allerdings auf. Denn im Vergleich zu dem, was man in einem Level sammeln kann, sind die zu kaufenden Gebäude sehr teuer (ganz anders als in der online-Demo-Version!).
Man hat für jedes Level zwei Versuche (errungene Punkte gehen wieder verloren!), dann wird es abgebrochen und das nächste Level serviert. Es gibt also kein so-und-so-viele-Leben-System wie in den meisten anderen Spielen - das erhöht die Anfängertauglichkeit erheblich. Das "verpatzte" Level begegnet einem vielleicht später wieder.
Nach etlichen Spielstunden bekommt man übrigens einen Hinweis darauf, dass man noch recht lange wird spielen dürfen: Man findet den geheimen Ort. Und in diesen gelangt man nur, wenn man ausreichend viele Levels von jedem Spielmodus und jeder Feldform geschafft hat (wenn meine Schätzung stimmt, muss man insgesamt 360 Levels von 480 spielen - leider startet der Zähler für jeden der drei Spielmodi neu). Was man dort findet, verrate ich natürlich nicht.
Übrigens bleibt nach dem Durchspielen alles da, so dass man die Stadt in Ruhe betrachten, mit den Fischen spielen, die Beschreibung der Gebäude nachlesen (oder noch fehlendes Geld erspielen) und den geheimen Ort mehrfach betreten kann.
Die Graphik der Unterwasserwelt ist relativ schlicht, aber sehr ansprechend. Hier wurde nicht der Versuch gemacht, fotorealistisch zu wirken, sondern bewusst 2D gezeichnet. Die Graphik in den Spiel-Levels und beim "drumrum" ist plastischer und steht anderen Spielen des Genres nicht nach. Die Gegenstände sind klar erkennbar und unterscheiden sich gut in Farbe und Form. Was die Dinger sein sollen, ist manchmal allerdings eine zweite Frage. Zwar wird jeder neue Gegenstand bei Einführung vorgestellt, aber ... . Die Effekte sind mit dem üblichen Aufwand erstellt, nicht zu lasch und nicht zu pompös. Wenn man eine Kombination schafft, bei der verschiedene Spielgegenstände gleichzeitig zu 3er (oder 4er oder 5er)-Gruppen getauscht werden, explodieren die Steine und das ganze Bild wackelt, als habe jemand an den Bildschirm gestoßen. (Das gibt auch besonders viele Punkte.) Meine Kinder finden das toll, mich irritiert das furchtbar.
Noch etwas stört mich, das ist aber leider bei vielen Spielen so: Obwohl das Spiel für Mehrbenutzersysteme gedacht ist (Windows bietet das ja schon "ewig"), kommt jeder Spieler an alle anderen Spielstände heran. Wenn man nicht aufpasst, spielt man also den Stand eines anderen Spielers weiter - oder macht ihn kaputt.
Den Originaltitel "lost in reefs" finde ich übrigens passender - weder habe ich Smaragde gefunden, noch ist das Riff überwiegend grün - allerdings verlieren kann man sich in diesem Spiel für etliche Stunden (ich brauchte drei Monate, um alles durchzuspielen, geschätzte 120 Spielstunden).
Alles in allem ein gelungenes Spiel.