Nach der Lektüre überaus positiver Testberichte der Fachpresse kaufte ich im Sommer 2010 Diashow 7 Ultimate. Möglichkeiten zur Erstellung von Diashows bei Programmen wie Adobe Lightroom oder final cut waren mir hinsichtlich Sound und Export zu begrenzt oder zu umständlich für reine Fotozwecke. Kamerafahrten in meinen hochaufgelösten Bildern, perfekte Synchronisation mit Sound und Hintergrundmusik und vor allem der problemlose Export der Show schienen mir den Preis für DS Ultimate wert zu sein.
Installation und Programmstart verlaufen dann auch reibungslos. User die etwas Erfahrung mit Bild- und Audioverarbeitung mitbringen werden das Handbuch zunächst kaum brauchen. Die gut organisierte Oberfläche erklärt sich in weiten Teilen von selbst.
Import von ca. 300 JPEGs und ca. 20 zurechtgeschnittenen mp3 files geht recht zügig. Audiospuren und Hintergrundgeräusche lassen sich in der Timeline recht präzise anlegen, faden, überblenden und in der Lautstärke beeinflussen. Eine Möglichkeit das gesamte Audioprojekt (exklusive Hintergrundgeräusche / Sound) hinsichtlich der Lautstärke zu normalisieren finde ich jedoch nicht. Die Anpassung der Anzeigedauer einzelner Bilder lässt sich direkt und schnell in der Timeline vornehmen.
Ein wesentliches Gestaltungselement für Diashows bilden Überblendungen. Aquasoft bietet hierfür eine Fülle von vordefinierten Blenden deren Eigenschaften sich weiter anpassen lassen. Ich entschied mich fast durchgehend für Alphablending, also das Überblenden der aktuellen Anzeige durch die Folgende. Zufrieden stellte ich fest, das sich auch Text auf vielfältige Möglichkeit ein- und ausblenden lässt. Kamerafahrten, als das klassische Gestaltungselement vieler Dokumentarfilme interessierte mich natürlich besonders. Die 3744 x 5616 Pixel meiner Aufnahmen sollten beste Vorraussetzungen für Zoombewegungen mitbringen.
Doch das Anlegen von Bewegungspfaden im kleinen Vorschaufenster erschien mir umständlich und unübersichtlich. Spätestens jetzt vermisste ich die Möglichkeit, Teile der Benutzeroberfläche auf einem zweiten Monitor zu bearbeiten. Inzwischen hatte ich mir angewöhnt ständig zwischen zu speichern, da das Programm während der Bearbeitung immer mal wieder abstürzte und sogar Neustarts des Rechners erzwang.
Nach Feintuning von Anzeige und Sound war es dann endlich soweit. Ich spielte die gesamte Show ab. Perfekte Übergänge, wie ich es mir vorgestellt habe, Sound passt, aber die Zeiten der Überblendungen sind nicht die eingerichteten. Die Kamerafahrten waren mal flüssig, mal ruckelig und die Zoomaufnahmen sahen übel aus, da das Programm die Anzeige offensichtlich stark komprimiert. Irgendwann setzte der Sound urplötzlich aus und die Show lief stumm weiter.
Das Handbuch bot keine wirkliche Hilfe und ging auf wichtige Fragen zur Fehlerbehebung überhaupt nicht ein. Aquasoft biete die Möglichkeit sich in einem Forum anzumelden, wo man Probleme zur Anwendung posten kann. Während ich dort las welche Probleme andere Anwender beschrieben kam ich mir vor als wäre ich einer Gemeinschaft freiwilliger Beta-tester beigetreten. Wie in jedem Forum gibt es hier einige sinnlose Ratschläge von Usern: Dem plötzlichen Aufploppen längst abgespielter Bilder sollte ich begegnen, in dem ich die Funktion: "nach dem Abspielen liegenlassen" ausschalte. Tolle Idee, hilft wirklich. Nur sind dann an dieser Stelle - keine Überblendungen mehr möglich. Die Entwickler der Software melden sich hier ebenfalls zu Wort. In meinem Fall lag es natürlich an der Datengröße. Dann wurde ein update zur Verfügung gestellt. Das Programm stürzte nun seltener ab und die Show lief eindeutig flüssiger. Trotzdem traten gehäuft Fehler auf. Also vielleicht doch zu große Dateien? Über die Datenmenge von über 20MB je JPEG hatte ich mir zunächst keine Gedanken gemacht. Schließlich findet sich hierzu nirgends der geringste Hinweis. Warum sollte DS ultimate nicht auch können was Lightrooms Diashow ohne Probleme gelingt? Beide Programme arbeiten nicht destruktiv und greifen auf die Originaldateien zurück. Mit dem Unterschied das Lightrooms Diashow jene Bilddateien erst mit den Entwickelungseinstellungen des jeweiligen Kataloges synchronisieren muss. Selbst TiFF Dateien von 80MB werden hier ruckelfrei wiedergegeben.
Um Gewissheit zu erlangen habe ich die entsprechenden Fotos meiner DSLR von ca. 25MB auf ca. 8MB heruntergerechnet.
Die Aufnahmen für die Kamerafahrten begrenzte ich auf 12 bis15MB. Dank Photoshop halten sich die Verluste auf dem Bildschirm in Grenzen.
Doch die erhebliche Verringerung der Datenmengen brachte nicht die geringste Verbesserung.
Laut Support lag es nun an meinem Rechner der wie man mir mitteilte - mit 2,4GHz,Dual Core2, 3GB Ram und recht guter ATI Grafikkarte mit 512MB Speicher "schon etwas rostig" sei. Aha. (Siehe Systemanforderungen)
Also luden wir das Programm mal auf den kommerziell genutzten Videorechner eines Freundes auf dem glücklicherweise noch XP läuft und der hinsichtlich Leistung keine Wünsche offen lässt. Es traten exakt die bekannten Fehler auf und nach Absturz des Programms wurde es dann auch schnell wieder deinstalliert.
Schließlich habe ich die Fehler in der Diashow auf sehr eigenartige Weise behoben.
Alle Bilder, bei denen Probleme auftraten wurden mit benachbarten vertauscht oder gelöscht und unter neuem Namen importiert. Diese geringfügigen Änderungen beseitigten viele Probleme. Dennoch blieben viele Bilwechsel völlig willkürlich und fern jeder eingsetellten Vorgabe. Nach neuerlichem Update funktionierten dann sogar die Kamerafahrten ruckelfrei.Ärgerlich, nach wie vor, die stark herabgesetzte Bildqualität bei Zoombewegungen.
Die Möglichkeit eine DVD zum Verschenken zu erstellen, war eines der Kaufargumente für mich. Nach etlichen verbrannten Rohlingen - das implementierte Brenn-tool brach ständig mit Fehlermeldungen ab, erstellte ich die Diashow als avi-Video. Das klappte dann endlich. Wenn auch um den Preis stark herabgesetzter Bildqualität.
Ein Jahr später -das aktuellste update - ist installiert, treten viele der hier beschriebenen Probleme nicht mehr auf. Wahrscheinlich ist in der Zwischenzeit die Leistung meines Rechners gestiegen. Weiterhin ärgerlich die Bildqualität bei Zooms, auf der Grundlage hochauflösender Bilder. Die Exportfunktion steckt nach wie vor voller bugs. Export auf DVDs klappt nach wie vor nur eingeschränkt und führt zu völligen Programmabstürzen. Audiocodecs, wie Lame müssen für den Export umständlich auf der Festplatte gesucht werden. Der von DVD gestartete Player, der eigentlich selbst starten müsste, muss von Hand gestartet werden und bleibt auf verschiedenen Rechnern ständig hängen. Wird der gesamte Inhalt der erstellten DVD auf die Festplatte eines anderen Rechners geladen und von dort gestartet, funktioniert die Show störungsfrei. Allerdings ist die Bildqualität geringer als in der ursprünglichen Diashow.
Fazit: Trotz der Beseitigung vieler bugs durch diverse Upgrades empfinde ich die Software als nicht ausgereift. Nach den vielen Stunden, welche ich zwecks Fehlersuche vor dem Rechner verbrachte, frage ich mich welche Kriterien in 2010! zu den positiven Besprechungen in der Fachpresse geführt haben. Aber vielleicht stehe ich mit meinen Ansprüchen außerhalb der Zielgruppe für dieses Produkt. Das Zoomobjektiv auf dem Startbildschirm, mit 17-85mm, f4-5,6 könnte ein versteckter Hinweis hierauf sein.