30 kg geballte Begeisterung entladen sich jedes Mal an meiner Seite, wenn ich das Fahrrad nehme und den Hund "einspanne". Und die wollen sicher gehändelt werden.
Der Dog Runner, der früher Springer hieß, punktet dabei mit einer starken Metallfeder, die auch die Rucke von zugkräftigen Hunden zuverlässig abfedert. Zudem setzt die Kraft des Hundes deutlich tiefer an als bei einer in der Hand gehaltenen oder um den Körper gelegten Leine, was die Einwirkung aufs Rad ebenfalls deutlich vermindert. Keinesfalls führt ein plötzlich stehen bleibender oder in eine andere Richtung springender Hund mehr dazu, dass man das Lenkrad verreißt.
Auch die Position des Hundes ist beim Dog Runner optimal gelöst: Der Hund wird neben dem Rad geführt und so fixiert, dass er weder vor den Vorderreifen gelangen kann noch seitlich ins Rad laufen kann.
Das U-förmige Metallrohr ist mit Hilfe des Zubehörs auch von mir handwerklich eher mäßig begabter Person leicht am Fahrrad zu montieren. Vorausgesetzt, der Rahmen hat einen runden Querschnitt und keinen abgeflachten, und vorausgesetzt, es sind keine angeschweißten Ösen für das Führen irgendwelcher Kabel oder das Halten von Getränkevorrichtungen im Weg. Dann endet der Dog Runner schnell wieder im Karton.
Ein weiterer Schwachpunkt ist das Seil, das mitgeliefert wird, um den Karabiner, der den Hund sichert, mit der Stahlfeder zu verbinden. Fernab irgendwelcher Hobbys wie Segeln oder Makramee reichte meine Knotenkunde beim ersten Versuch nicht, eine sichere Verbindung herzustellen. Das endete mit einem blauen Fleck an meinem Oberschenkel, weil sich einer der Knoten just in dem Moment löste, als Hund freudig vorwärts preschte, während ich noch neben dem Rad stand. Seit jedoch ein diesbezüglich fähigerer Freund vernünftige Knoten produziert hat, hält alles hervorragend. Wer hier ängstlicher ist, könnte das Seil leicht durch eine nach eigenen Vorgaben zu fertigende Gurtverbindung von einem der vielen Hersteller von Hundegeschirren und -leinen austauschen.
Womit wir beim Thema Geschirr wären: Es ist sehr zu empfehlen, den Hund am Dog Runner im Geschirr zu führen, so dass etwaige Stöße nicht Halswirbelsäule und Kehlkopf belasten. Dies gilt umso mehr, wenn Hund zur zugfreudigen Sorte gehört und die Bremshand des Radlers nachher mehr schmerzt als die Waden. Die Gewöhnung an den Dog Runner stellte sich bei uns übrigens problemlos dar. Ich bin mit dem Hund zunächst an der Leine mit dem Fahrrad spazieren gegangen, das Rad schiebend. Dann habe ich ihn am Dog Runner befestigt, noch immer das Rad schiebend und den Hund freundlich ansprechend, wenn er sich anschickte, stehenzubleiben oder zu zerren. Schon nach wenigen Minuten konnten wir dann losradeln und haben gleich eine kleine Tour gemacht.
Fazit:
Wenn das Rad Dog-Runner-kompatibel ist, kenne ich kein besseres System, um den Hund sicher am Rad mitzuführen.