Eine mögliche Umstellung der Energieversorgung auf 100% erneuerbare Energien wurde durch die tragischen Ereignisse in Japan zu einem hochaktuellem Thema. Viele liessen sich so nur allzu schnell von ihrer bsiherigen Meinung abbringen. Deutsschlands Entscheider verabschieden sich nun unglaublich schnell von ihren lange verteitigten politischen und wirtschaftlichen Positionen. Sogar die rot-grüne Atompolitik scheint hier fast ins Hintertreffen zu geraten, wobei mich gerade deswegen wundert, weshalb einer Partei wie den Grünen so viele Zugeständnisse entgegenströmen, da die kommerzielle Ausnutzung eines tragischen Atomunfalls keinesfalls als Wahlkampagne missbraucht werden darf.
Fast scheint es sogar in unseren Regierungskreisen angekommen zu sein, dass mit Fukushima ein neues Energiezeitalter angebrochen ist. Aber ist ein Ausstieg und ein so immenser Umbruch überhaupt möglich? Dieser Film geht dieser Frage eingehend und durchaus kompetent auf den Grund. Sicherlich beweist er eindrucksvoll, dass eine Energiewende möglich ist, wenn alle nur wollen. Und "alle", das ist die ganze Welt!
Allerdings vermisse ich in dieser Komplexität der Problematik die Abhängigkeit der Gesellschaft von fossilen Brennstoffen und Atomkraft. Meiner Ansicht nach ist es auch zu visionär gedacht, wenn Regisseur Carl-A. Fechner meint: "...Denn weltweite Energieautonomie, das bedeutet mehr Gerechtigkeit, weniger Krieg und die Überwindung von Armut." Man soll das nicht falsch verstehen: Es wäre nur zu schön, wenn diese Zukunftsvision unseren Planeten auf neuen Kurs bringen würde, aber glaubt wirklich jemand allen Ernstes, dass sich mächtige Energielieferanten und Konzerne das Ruder aus der Hand nehmen lassen? Dass Solar- oder Windenergie nichts kosten wird?
Um eine wirkliche Energieautonomie zu erreichen, bedarf es mehr, als "vorübergehend" Atomstrom, aber auch Wind- oder andere Alternativenergien aus dem Ausland zu importieren, wenn die wirklichen Voraussetzungen noch lange nicht gegeben sind. Interessant finde ich auch die aktuelle Erkenntnis, das sogar die Mittel für friedliche Kernfusionsforschung getrichen werden, die nichts mit den Atomkraftwerken als Energielieferant zu tun haben. Wer will uns da komplett "beschneiden"?
Nun, "Die vierte Revolution" ist sicherlich ein spannender Ansatz, nicht umsonst hat der Film mehrere Auszeichnungen erhalten, u.a. den Deutschen Wirtschaftsfilmpreis 2010. Es ist auch völlig klar, dass die auf der Erde einstrahlende Sonnenenergie etwa dem Zehntausendfachen des aktuellen Energiebedarfs der Menschheit betrifft. Es ist auch kein Geheimnis, dass Atomkraftwerke bei Laufzeitverlängerungen Hunderte Millionen Euro Nettogewinne erzielen werden und auch, dass die weltweite Umstellung auf erneuerbare Energien bis 2030 lediglich rund 100.000 Mrd. US Dollar kosten werden, dem Kosten für das Festhalten an fossil-atomaren Energien jedoch 200.000 Mrd. US Dollar gegenüber stehen. Es wäre also ein logischer Schritt, die solare und andere Energien zu forcieren, doch bleibt zu befürchten, dass sich die mächtigen Energielieferanten erst einmal ein Konzept erarbeiten müssen, wie sie dies zu richtg viel Geld machen können. Und hier müsste eben auch angesetzt werden, dass das Umdenken auch dem Wahlspruch gelten sollte. Freie Energie für alle! Doch damit kann man ja kein Geld verdienen...
Fazit: Eine spannende DVD um ein brisantes Thema, sicherlich ein guter Anfang, denn diese Thematik wird noch viele Gemüter erhitzen und noch viele auf die eine oder andere Weise beeinflussen.