Die Box beinhaltet vier Verfilmungen von Romanen von Peter Robinson (die ich nicht kenne) durch den britischen Sender ITV. Jeder Fall besteht aus zwei Episoden von je 45 Minuten. Die Sprache ist ein (meist, aber nicht immer) recht gut verständliches Englisch mit englischen UT.
DCI Banks ist ein Polizist, der leichte Züge zum Eigenwilligen und Einzelgängertum hat, im Kern aber doch ein 'klassischer' Polizist, der ein Ermittlungsteam leitet. Er ist manchmal aufbrausend und moralisierend, aber es geht nicht ins Extreme. Wichtigstes Pendant ist DS Annie Cabbot, eine junge aufstrebende Polizistin, deren sympathische Grundart sich mit einem offen eingeräumten starken Karrierewillen und der daraus resultierenden Bereitschaft zu nicht ganz sauberen Aktionen paart. Durchgehendes Stilmittel ist, dass oft zwei Fälle parallel behandelt werden, die - das ist nicht gespoilert, da es immer so ist - natürlich immer etwas miteinander zu tun haben. Landschaftlich ist es in der Grafschaft Yorkshire angesiedelt, so dass es viele genretypische Bilder von Landschaft und Kleinstadtleben gibt.
Fall 1: Ein Mädchenserienmörder wird gefasst und drei seiner vier Opfer gefunden. Bei einem von ihm entführten Mädchen gibt es aber noch Hoffnung, dass sie noch lebt, und es ist noch nicht klar, ob er nicht Helfer hatte.
Fall 2: Mehrere Opfer, die entweder der Kunstszene nahe standen oder mit Drogen in Verbindung waren, werden Opfer eines Brandanschlags.
Fall 3: Eine behinderte Frau und ein junges Mädchen werden tot aufgefunden. Langsman zeigen sich Verbindungen zwischen den beiden Fällen.
Fall 4: Banks wird von seinem Vorgesetzten gebeten, privat dessen erwachsene, fortgelaufene Tochter zu suchen. Gleichzeitig geschieht ein bewaffner Raubüberfall - später zwei Morde.
Die Serie ist in gewisser Hinsicht nichts besonderes. Sie ist klassische britische Krimikunst, wie man sie z.B. von Gerichtsmedizinerin Samantha Ryan, Waking the Dead, den Tony-Hill-Filmen oder Inspector Linley kennt. Das macht sie aber sehr gut. Die Figuren sind sauber gezeichnet und sehr gut gespielt. Jede ist interessant, aber nicht übertrieben. Es gibt 'dunkle' Anteile (somit eher wie Tony Hill oder Waking the Dead, weniger wie Linley), ohne aber in eine übertrieben Psychologisierung oder Dramatik abzudriften. Die Balance zwischen Beruflichen und Privaten der Figuren wird gut gewahrt, der Tempowechsel in den Geschichten gelingt gut. Einfach eine richtig gut klassich gemachte Serie, die vielleicht selten völlig begeistert, aber auch keine Fehler macht und daher überzeugt und jedem Freund moderner britischer Krimis empfohlen werden kann.
(PS: Im Internet kann man nachlesen, dass die Serie sich in den Augen mancher zu stark von den literarischen Vorbildern unterscheidet, aber das kann ich nicht beurteilen).