Aufbau und Beweisführung für die Thesen dieses Buches sind bemerkenswert. Geht es doch letzten Ende um nichts anderes als die Frage: Gibt es den Gott der Bibel und was hat er für Pläne? Und ist das der "liebende Gott", der uns in unserer Kindheit als gütiger Vater auf der Wolke präsentiert wurde? Mitnichten ist er das, aber es gibt ihn offensichtlich trotzdem. Der Autor unterscheidet zunächst penibel zwischen "GOTT" (bewusst in Versalien gehalten) und dem "Unternehmen Gott", welches zwar von einem einzelnen Tyrannen geführt, jedoch von einer ganzen Division kühl kalkulierender Mitarbeiter betrieben wird. Unter dem Gesichtspunkt einer Invasion wie sie AKTE-X-mässiger nicht dargestellt werden könnte - nämlich einer Superzivilisation aus den Weiten des Weltraums, wird fast jede Bibelzeile schlüssig. Dabei ist der Autor aber von jedwedem esoterischem Unfug oder gar dem Aufstellen von Verschwörungstheorien weit entfernt.
Der Ausgangspunkt: unser Weltbild und die Glaubwürdigkeit der Bibel
Der Autor führt uns zunächst seine profunde Kenntnis unseres modernen, durch Wissenschaftler wie Galileo, Newton und Einstein begründetes Weltbild glaubhaft vor Augen - indem er seine Kenntnis davon nicht nur belegt, sondern sie uns auch im besonderen Zusammenhang erklärt. Wie zB. die wahre Natur der Schwerkraft, dem Wesen der Zeit und den durchaus vorhandenen Möglichkeiten der Überlistung kosmischer Distanzen. Für eine Superzivilisation wäre es durchaus denkbar, die unvorstellbare Weite des Raums zu überwinden und hier eine Art Vasallenherrschaft zu errichten.
Der Leser wird hierbei stets vor die Wahl gestellt, bestimmte Thesen zu akzeptieren, oder es zu lassen; er wird vor die Wahl gestellt, sein eigenes Weltbild gemäss den Überlegungen des Autors auszurichten oder ihm zu widersprechen. Die Bibel als reines Phantasiegespinst überreizter Autorenhirne scheidet ihm zufolge aufgrund der Fülle des Materials von vorneherein aus. Also entweder stimmt, was da steht, oder es stimmt nicht. So einfach ist das im Grunde.
Der Sturz vom Gottestrohn
Stimmen jedoch sämtliche Aussagen, die wir im alten wie im neuen Testament vorfinden, dann stürzt unser Bild vom 'lieben Gott' sehr schnell in sich zusammen ' denn einen abgefeimteren Killer hat es in der Geschichte der Menschheit wohl kaum gegeben. Laut realistischen Zählungen fielen dem Tötungs- und Bestrafungswahn des eifersüchtigen Gottes Jehova an die 2.7 Millionen Menschen zum Opfer. Wohlgemerkt: hiermit sind die Menschen gemeint, die Gott selbst auf dem Kerbholz hat, nicht all die Milliarden, die in seinem Namen töteten und starben.
Der Autor zeigt anhand zahlreicher Bibelstellen deutlich auf, dass es sich im Grunde um eine ausgeklügelte Unternehmensstrategie handelt, die seit 4000 Jahren das Projekt 'Erde' als Geschäftsziel verfolgt. In grauer Vorzeit ' weit vor jeder nennenswerten technologischen Entwicklung unserer Spezies ' konnten die Mitarbeiter des Unternehmens problemlos in sorgfältig inszenierten Show-Einlagen selbst auftreten. Heute wäre das problematisch. Ein von verschiedenen Protagonisten geschildertes 'Angesicht Gottes' würde heute von jedem Schulkind als besserer Helikopter entlarvt. Desgleichen der Jonas verschlingende Wal als simples U-Boot.
Die Kreuzigungs Nummer
Für mich persönlich war vor allem die Funktion des Erlösers 'Jesus von Nazareth' in diesem Zusammenhang nie wirklich klar. Ich neigte bisher dazu, das alte Testament als Widerspruch zu sehen und auszuklammern; als wäre von zwei verschiedenen Gottheiten die Rede. Jahwe und Jesus schienen mir in ihrem Wesen zu entgegengesetzt. Doch die Lektüre dieses Buches eröffnete mir hier einen neuen Zusammenhang. Jesus als vorläufiger Schlusspunkt eines phantastisch ausbaldowerten Masterplans, gegen den selbst Oceans 11,12,13 als Kindergartenspiel daherkommt. Und letztlich die Zitate aus dem erst kürzlich veröffentlichten Judas Evangelium lassen meine persönlichen Vermutungen wahr erscheinen: der Gott der Bibel ist gar kein Gott, sondern nichts weiter als ein übermächtiger Pate vom Schlage eines Corleones - wenn auch von kosmischen Ausmaßen. Den tatsächlichen Gott kennt selbst er nicht wirklich und ich kann nur für ihn hoffen, dass er ihm einst gnädig ist.