Wo studieren? Diese Frage stellte sich zu meiner Studienzeit weniger. Da blieb man in der Regel im eigenen Land und beschränkte die Entdeckung der großen weiten Welt auf die Semesterferien. Gut, dass dies heute anders ist. Denn wenn ich junge Leute über Länder sprechen höre, die ich aus eigenen Erfahrungen kenne, wird mir jedes Mal klar, wie virtuell mediale Erlebnisse eben sind. Eine andere Kulturen lernt man eben nur wirklich kennen, wenn man in dieser Kultur lebt und arbeitet, bzw. studiert. Die neue Reihe des W. Bertelmann Verlags empfehle ich auch gerne weiter, weil sie dazu ermuntert, heimische Gefilde wenigsten für eine gewisse Zeit zu verlassen. Und zwar in einer Lebensperiode, in der man noch ungebundener ist. "Was? Du warst acht Jahre in Italien? Im Ausland zu arbeiten hatte ich auch einmal vor." Sätze wie diese sind der Normalfall, wenn ich mit anderen Menschen Biografien austausche. Also los, studiert im Ausland! Zum Beispiel in Spanien.
Ein Studienführer für Spanien drängt sich vielleicht nicht so auf wie für Kanada oder die USA. Könnte man zumindest meinen. Doch mir scheint das Gegenteil der Fall. Denn Urlaubsspanienbilder haben mit der Realität des ganz normalen Alltags herzlich wenig zu tun. Wolfgang Kraft, Studienberater für Frankreich und Spanien, gibt in seinem Führer denn auch keine Tipps, wo die besten Weißwürste aufgetischt werden. Sein Anliegen ist es, bei der Entscheidungsfindung zu helfen, kluge Fragen zu stellen und möglichst umfassende Antworten zu geben. Der Leser erfährt, welche Hochschultypen und Abschlüsse es in Spanien gibt, was die Besonderheiten der vorgestellten Hochschulen und Regionen sind, wie der Alltag auf dem Campus aussieht, welche Hürden man bei der Zulassung überwinden muss und wie man sein Auslandstudium finanzieren kann. Alle Informationen sind klar geordnet und formuliert, begleitet von Checklisten und Erfahrungsberichten. Im Kapitel "Fakten" finden sich zudem nützliche Adressen, um immer auf dem neusten Stand zu sein.
Mein Fazit: DAAD ist das Kürzel für "Deutscher Akademischer Austausch Dienst". Und wenn alle staatlichen Organisationen so kommunizieren würden, wie es dieser Studienführer vormacht, wäre das Image öffentlicher Institutionen sehr viel besser. Ein Ratgeber, den ich gerne weiterempfehle.