Wie sein Vorgänger verbindet auch "Puzzle Quest 2" Knobel- und Rollenspiel zu einer gefälligen Mischung. Dabei geht es aber diesmal eine Nummer kleiner zu: Statt eines ganzen Landes erkundet man diesmal eine Stadt samt angrenzendem Dungeon. Dazu hat man zu Beginn des Spiels die Auswahl aus vier verschiedenen Charakterklassen, die unterschiedliche Schwerpunkte haben.
Wenig geändert hat sich am Kampfsystem: Auf einem 8x8 Felder großen Spielfeld gilt es, drei gleichfarbige Perlen in eine Reihe zu bringen, indem man die Position von zwei benachbarten Perlen vertauscht. Farbige Perlen füllen den entsprechenden Manavorrat, mit dem man Zauber wirken kann (z.B. gezielt eine Perle zerstören oder Perlen umfärben); Schädel fügen dem Gegner Schaden zu und die neuen Aktionsperlen geben Aktionspunkte, mit denen sich Waffen und Gegenstände nutzen lassen. Wer vier Perlen in eine Reihe bringt, bekommt einen Extrazug; bei fünf Perlen gibt es zusätzlich noch einen Joker.
Neben den Kämpfen gibt es auch noch Minispiele, die nach dem gleichen Grundprinzip funktionieren, dabei aber noch bestimmte Sondervoraussetzungen haben. So kann man z.B. ein Schloss nur knacken, wenn man die richtige Kette an der richtigen Stelle bildet.
Nach einem Sieg über einen Gegner oder einem erfolgreich absolvierten Minispiel gibt es Erfahrungspunkte, durch die der Charakter allmählich aufsteigt. Dadurch erhöhen sich seine Lebenspunkte und seine Attribute, außerdem erhält er Zugriff auf weitere Zaubersprüche.
Dieses Stufensystem ist einer der beiden großen Kritikpunkte. Eigentlich ist es sehr gut, dass der Charakter sich verbessern kann, um mit stärkeren Gegner fertigzuwerden. Leider hat man Level 50, das Maximum, viel zu früh erreicht, so dass die Motivation ab diesem Punkt deutlich sinkt. Warum sollte man noch mit Gegnern kämpfen, wenn einem das nichts bringt außer ein paar Rohstoffen? Ein langsamerer Stufenanstieg oder ein höheres Maximum hätte die Langzeitmotivation -und damit den Spielspaß- deutlich erhöht.
Der zweite große Kritikpunkt ist der -durch das Spielprinzip bedingte- hohe Glücksfaktor. Je nachdem, was für Perlen nachrutschen, hat man es einfacher oder schwerer, ohne das man Einfluss darauf hat. Es ist außerdem auffällig, dass der Computergegner wesentlich öfter die "richtigen" Perlen bekommt und so gelegentlich mal 14 oder 15 Züge hintereinander machen kann. Ähnliches gilt für die Resistenz gegen Zauber, die auch eher zufällig zu sein und wenig mit den Werten zu tun zu haben scheint. Als Ausgleich für den recht hohen Glücksfaktor kann man nicht sterben. Wenn man im Kampf unterliegt, hat das keine Folgen und man kann es gleich nochmal versuchen.
Wer mit diesen Schwächen leben kann, bekommt aber ein nettes Spiel geboten, das durchaus gut zu unterhalten weiß, bevor der Motivationsknick einsetzt. Wer das Spielprinzip mag, sollte einen Blick riskieren, und auch Fans des Vorgängers können zugreifen.