"Dämonenzeit" ist der Nachfolgeroman von "Dämonengold". Hier wird nun endlich ein wenig mehr über die immer wieder angedeutete Prophezeiung offenbart, auch wenn die Einzelheiten bis zum Schluss recht vage bleiben. Ein Ende der Welt, ein Kriegerdämon in einer mittelalterlichen Stadt, der die Sünden um sich schart, und ein königliches Heer, das auf die Stadt zumarschiert, all dies müssten doch eigentlich Garanten für einen packenden und unterhaltsamen Fantasyroman sein. Sind sie jedoch nicht. Vielleicht liegt es an der ungeschliffenen Schreibweise Stephan Russbülts, vielleicht an der nicht ganz ausgereiften Geschichte, aber die Erzählung packt den Leser an keiner Stelle. Stattdessen blättert sich der Leser durch einen Roman voller blasser Nebenfiguren, von denen keine lange im Gedächtnis bleibt, und einem Hauptakteur, der einmal bemüht humorvoll sein möchte, um dann an anderer Stelle wieder in dämonische Grausamkeit verfallen zu wollen.
Selbst die eigentlich wunderbaren Gefährten des Dämons wie Völlerei und Wollust sind nicht genug ausgearbeitet und präsent. Statt dass man erlebt, wie Baazlabeth seine Erfüllung findet oder die Geschichte irgendwie sinnig voranschreitet, liest man, wie der Dämon immer wieder in seiner Stammkneipe versumpft, wahllos mal wieder irgendjemanden abschlachtet und ansonsten darauf wartet, dass irgend etwas passiert. Hier gibt es weder Spannung noch Epik, keinen Humor oder Satire. Man hat das Gefühl, der Autor möchte alles gleichzeitig schreiben, sowohl gute Fantasy als auch eine humorvolle oder wenigstens satirische Geschichte. So jedoch wird daraus lediglich ein Einheitsbrei, durch den man sich mühsam kämpft, ehe dem Leser ein urplötzliches Ende vor den Kopf geknallt wird, das nicht einmal zufrieden stellend die Geschichte abschließt.
Gut gemeint, aber leider schlecht ausgeführt.