Noch ist die Geschichte des Inselreiches Indonesien bei uns weniger präsent als z.B. die Indische oder Chinesische Geschichte. Dieses Buch gibt einen großartigen Einblick in die Nöte des neugegründeten unabhängigen Staates Indonesien in Zeiten der "gelenkten Demokratie" Sukarnos (1957 - 1965). Stereotypen lösen sich auf : die Gesellschaft bleibt gespalten in oben und unten, wähend die Propaganda den Menschen das Paradies auf Erden vorgaukelt. Die Lage in den Slums Jakartas ist schrecklich (das ist bis heute so !), sie wird für einige Menschen immer aussichtloser, so dass dort extreme Gewalt entsteht. Man spürt förmlich, dass diese Gesellschaft auf einen großen Knall hinausläuft. Dieser ist ja dann 1965 passiert, löste aber auch nicht das Problem der verarmten Schichten. Das Buch ist allen zu empfehlen, die einfache Lösungen der Probleme Indonesiens und Jakartas für möglich halten - das dachten die drei Säulen der Nasakom, des Sukarno-Systems, auch. Mochtar Lubis schreibt in einer sehr packenden, journalistischen Weise, man merkt ihm aber bei aller Sachlichkeit an, wo die Sympathien liegen und wo nicht.
Wer also Indonesien einmal jenseits von Kuta, Ubud usw. besuchen will, wer gar den Sprung nach Java wagt, wer dort sogar Jakarta auswählt, ist mit diesem Buch gut bedient, was einen Blick hinter die Kulissen betrifft.