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Dämmerlicht: Wie ich lernte, mit meiner Erblindung zu leben
 
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Dämmerlicht: Wie ich lernte, mit meiner Erblindung zu leben [Gebundene Ausgabe]

Henry A. Grunwald , Stefanie Schaeffler
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Paul Zsolnay Verlag Ges. m.b.H.; Auflage: 1. Ausgabe (5. Februar 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3552049991
  • ISBN-13: 978-3552049994
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 605.080 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Was geht in einem Menschen vor, der nach und nach sein Augenlicht verliert? Henry Grunwald, in Österreich geboren, in die USA emigriert, dort erfolgreicher Medienmanager und später amerikanischer Botschafter in Wien, hat dieses Schicksal getroffen. Dieses Buch ist das eindrucksvolle Zeugnis eines Menschen, der eine schwere Krankheit akzeptiert, aber mit aller Kraft nach Wegen sucht, für sich ein neues Leben zu finden.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.


Im allgemeinen streben wir nach Vollkommenheit - nach völliger Gesundheit, optimalem Sehvermögen. Mit weniger wollen wir uns auf keinen Fall zufriedengeben. Ich habe jedoch die Erkenntnis gewonnen, daß die wenigsten von uns ganz ohne irgendein persönliches Handicap leben und daß es viele Handicaps gibt, die keinen Rollstuhl und keine Lesehilfe erfordern. Wir widersetzen uns der Vorstellung, daß eine gewisse Versehrtheit nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist, ein Teil des Stoffs, aus dem das Leben ist. Sobald wir das einmal akzeptiert haben, sieht das Leben an sich ganz anders aus. Es wird schwieriger, komplexer, aber auch lohnender. Wir schätzen dann das, was uns bleibt, anstatt das zu vermissen, was uns fehlt. Zumindest sollten wir das tun. Frustriert über das, was ich nicht sehen kann, genieße ich das, was ich sehen kann, erst richtig von Herzen.
Eines meiner Kinder fragte mich einmal: "Haderst du denn nicht mit deinem Schicksal? Stellst du dir niemals die Frage: ›Warum gerade ich?‹" Nein, ich stelle mir diese Frage nicht. Warum manche Dinge dem einen Menschen zustoßen und dem anderen nicht, wird immer ein Geheimnis bleiben. Viele sehen darin Gottes unergründlichen Ratschluss, andere das absurde Spiel des Zufalls in unserem Leben. Ich würde gerne an die erste Version glauben, bin aber mehr von der zweiten überzeugt. Wie auch immer, meine persönliche Einstellung ist, zu akzeptieren ohne zu resignieren.
In einem unserer Gespräche über unsere Krankheit meinte Nick Stevenson: "Unser Leben ist ja deswegen nicht zu Ende. Wenn wir unser seelisches Gleichgewicht wiederherstellen wollen, müssen wir uns nur mit den Händen die Augen zuhalten." Und als er das sagte, legte er sich tatsächlich die Hände auf die Augen. Er meinte natürlich, daß ein völliger Verlust des Augenlichts noch so viel schlimmer ist als unser eingeschränktes Sehver-
mögen.
Mir ist so viel geblieben, daß es mir fast wie ein Sakrileg erscheint, mich zu beklagen. So viele andere haben so viel weniger. Mein alter Leitsatz "Es könnte schlechter gehen" ist zwar das beste Mittel, sich gegen eine Krankheit zu wehren, und gilt nach wie vor. Am Ende reicht das jedoch nicht. Wir dürfen das eigene Leben nicht an dem anderer messen, ob es ihnen nun schlechter oder besser geht. Das führt nur zu Schadenfreude oder Neid. Wir müssen unser Dasein nach den ihm innewohnenden Bedingungen beurteilen, danach, ob wir selbst Schmerz oder Freude, Mißerfolg oder Erfolg erfahren, und unser Leben entsprechend führen. Statt "Es könnte schlechter gehen", möchte ich sagen können: "Es geht mir gut". Das tut es nämlich - meistens.
Um das Sehen zu ringen hat mir das Gefühl gegeben, Teil einer zeitlosen Geschichte zu sein. Ich fühle eine eigenartige Verwandtschaft mit den Griechen, die vor Athenes vernichtendem Blick erzitterten, mit Odin, der sein Auge für die Weisheit hingab, mit den Wunderheilern, die Zaubertränklein und -sprüche verabreichten, und mit den einzelligen Organismen, die ihre Augenflecken zum Licht hin ausrichten.
Und ich sage mir: "Halbblind" ist wahrscheinlich keine schlechte Beschreibung für den Zustand des Menschen.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Als Betroffener einer Makuladystrophie (eine erbliche Form, ich bin schon in jungen Jahren erkrankt) hat mir dieses Buch sehr geholfen. Einerseits zeigt es ganz deutlich, welche Einschränkungen die Krankheit mit sich bringt (und worauf ich mich in Zukunft noch einstellen werde müssen) und wie schwer es fallen kann, dies zu akzeptieren und damit umgehen zu lernen. Andererseits vermittelt Henry Grunwald auch Mut und das Gefühl, dass das Leben lebenswert bleibt. Jedem, der von einer Netzhauterkrankung betroffen ist (entweder selbst oder als Angehöriger), sei dieses Buch wärmstens empfohlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Grunwald, der als Journalist beim Times Magazine arbeitete und deshalb sowohl beruflich, als aber auch privat immer gerne gelesen hat, erblindet. Ein hartes Schicksal, mit dem er zunächst hadert... Er gibt in seinem Buch Informationen über seine und andere Erkrankungen, die zur Erblindung führen können, über die Mythologie des Sehens und der Blindheit und die Auswirkungen der Blindheit auf den Alltag.
Seine Worte gewähren Sehenden einen Einblick in das Leben von Blinden und Blinden die Möglichkeit zu "sehen", dass es anderen genauso ergeht. Darüberhinaus lehrt er Sehende und Blinde die humorvolle Seite der Blindheit zu erkennen. Anekdoten schildern anschaulich die eigentlich depimierenden Szenen, über die man aber auch herzlich lachen kann. Das Buch ist insgesamt eher geprägt durch Humor, als durch Schwermütigkeit, wobei jedoch die negativen Aspekte der Blindheit nicht verborgen bleiben. Bescheiden und traurig, aber überhaupt nicht hoffnungslos ist die Message für den Umgang mit der Erblindung (In Gedanken an Silvie).
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