Tja... so schade es auch ist, aber hier wurde mit der schönen Aufmachung des Buches, dem Titel und dem Klappentext mal wieder ganz schön getrickst.
Optisch ist das Buch ein Hingucker, das Cover total niedlich, obwohl der darauf abgebildete Dämon sich im Buch nicht findet. Sehr süß ist auch das Daumenkino im Buch, das den eben erwähnten Dämon durchs Buch tanzen lässt.
Der Titel "Dämliche Dämonen" trifft es leider nicht wirklich, denn die Dämonen sind zwar etwas chaotisch und anstrengend, aber dämlich nun wirklich nicht. Das würde, wenn überhaupt, eher auf die Hauptfigur Nathan zutreffen, der mehr schlecht als recht die Dämonen hütet. Der Originaltitel "Demonkeeper" hätte vielleicht einfach übersetzt werden sollen, das hätte besser gepasst.
Und nun zum Inhalt... An sich ist die Grundidee gut. Der Waisenjunge Nathan wird von einem geheimnisvollen Mann adoptiert, der ein Haus voller Dämonen hütet. Nathan ist ebenfalls in der Lage, diese Wesen zu sehen und wird nach dem Tod seines Adoptivvaters der nächste Hüter. Leider tanzen ihm die Dämonen auf der Nase herum und als er sich verliebt, passiert ihm ein folgenschwerer Fehler: der gefährlichste Dämon in seinem Haus, schafft es zu fliehen und macht Jagd auf Menschenkinder.
Außerdem taucht ein unheimlicher Gegenspieler auf, genannt "Der dürre Mann", der Anspruch auf Nathans Haus und seinen Rang als Hüter erhebt.
Daraus hätte man viel machen können, doch weder Nathan noch die Dämonen und Nebenfiguren werden besonders herausgearbeitet. Die Story bleibt durchweg oberflächlich, es kommt keine Spannung auf, kein besonderer Humor ist zu entdecken und alles plätschert so vor sich hin. Dabei hätte man mit den Dämonen wirklich so einiges anstellen können. Auch die kleine Liebesgeschichte, die Nathan erlebt, wirkt unrealistisch und platt. Man hat das Gefühl, dass bestimmte Details fehlen, die vielleicht in der Urfassung noch vorhanden waren. Ein wenig liest sich das Buch schon wie ein Drehbuch für die geplante Verfilmung.
Ich muss sagen, ich hätte mir wirklich mehr davon versprochen und bin ziemlich enttäuscht.
Das Buch lässt sich zwar flüssig lesen, es ist ja auch nicht besonders lang und die Schrift sehr groß, aber empfehlen kann ich es höchsten mal für zwischendurch...