Czernowitz, eine entlegene Stadt in Osteuropa, heute Ukraine, erlebte seine Blütezeit in den 143 Jahren der Österreich-Ungarischen Monarchie.
Diese Stadt lebte bereits damals nach Normen, von denen die heutige EU nur träumen kann.
Eine Vielvölkerstadt, in der sich alle Nationalitäten (Deutsche, Juden, Ukrainer (Ruthenen), Rumänen, Polen, Armenier, Huzulen u.a.) frei entfalten und ihre Muttersprache pflegen konnten. Doch hatten sie alle eins gemeinsam, sie lebten den österreichischen Geist. In erster Linie waren sie Österreicher und das fühlten sie auch nach Jahren unter der Herrschaft des Königreiches Rumänien, oder nach der Okkupation durch die Russen, die dieses schöne Stück Erde zum Ruin führten.
Eine Reise beginnt mit Vorbereitungen und man sucht nach entsprechender Literatur. Mit dem Buch Czernowitz - Die Geschichte einer untergegangenen Kulturmetropole (2. Auflage) ist es dem Herausgeber Hr. Braun, den Autoren und dem Chr. Links Verlag, Berlin gelungen, ein Werk herauszubringen, dass dem Leser einen umfassenden Überblick zur Geschichte und Kultur dieser schönen Stadt vermittelt und es werden viele Facetten der Stadt aufgezeigt.
Das alte und heutige Czernowitz wird in Bildern gegenübergestellt und der Leser erkennt, was das für eine pulsierende Hauptstadt des Kronlandes Bukowina war und sich aus "NICHTS" zu einer Kulturmetropole entwickelt hat.
Man nannte diese Stadt auch nicht ohne Grund "Klein Wien des Ostens"!
Diese Stadt, hat, wie man auch im Buch nachlesen kann viele Schriftsteller unterschiedlicher Nationalitäten hervorgebracht, die ich jetzt nicht aufzählen möchte, um auch keinen zu vergessen.
Welche Stadt konnte schon von sich behaupten, die östlichste Universität des Westens zu haben, Czernowitz konnte es.
Die Czernowitz - Kenner und Liebhaber, als auch diejenigen, die diese Stadt nur aus touristischen Gründen besuchen wollen, haben mit diesem Buch gleichzeitig eine Erinnerung, als auch einen Reiseführer, denn der Besucher kann sich wunderbar nach dem Buch und der abgedruckten alten Stadtkarte orientieren.
Die alten Straßenzüge und Gebäude haben sich nicht verändert.
Der einstige österreichische Geist ist leider durch den Austausch der Bevölkerung verloren gegangen, aber ich als Nachfahre von Czernowitzern wünsche mir, dass der Mythos Czernowitz weiter von sich reden macht und die Entwicklung der Stadt voranschreitet.
Dazu gibt es viele Initiativen und dieses Buch gehört dazu, diese Stadt wieder in das Bewusstsein der Menschen zurück zu bringen.