Hier zeigt sich wieder einmal, dass Low-Budgets bisweilen mit mehr kreativer Freiheit und Liebe zur Sache gedreht werden als die großen Produktionen.
Zugegeben, Actionfans werden bei dem Film gewiss nicht auf ihre Kosten kommen. Eigentlich ist Cyborg Soldier mehr so eine Art SciFi. Viele aufregende Szenen gibt es nicht, und Thrill kommt trotz einer gewissen Spannung nicht so recht auf. Der geflohene Cyborg ist mit seiner "Geisel" zu Fuß und per Auto durch die verschneite Wildnis unterwegs, während die Gegenseite überlegt, wie sie ihn wieder einfangen kann. Dabei gibt es ein paar Leichen und mehr Dialoge als Stunts. Abgesehen von der einen oder anderen kurzen brutalen Szene ist der Film alles in allem harmlos.
Die Handlung und Regie ist dabei überraschend menschlich und einfühlsam, was ich nicht erwartet hatte. Es wäre natürlich zu viel, von Tiefgang zu sprechen, aber der Film war weniger oberflächlich als so manch einer aus der A-Liga. Auch der trockene bis leicht schwarze Humor hat mir gefallen. Überraschend sympathisch kam Rich Franklin herüber, und auch Tiffany Thiessen konnte mich mit ihrer selten natürlichen, frischen Art zu spielen überzeugen.
Der Grund, warum ich mir den Film gekauft hatte, war jedoch Bruce Greenwood. Erst wusste ich nicht so recht, ob es sich lohnt, diesen eher billigen Film zu kaufen, aber seine Rolle ist hier nicht nur recht umfangreich (von so manchem größerem Film war ich in dieser Hinsicht enttäuscht), sondern hat ihm auch sichtlich Spaß gemacht. Sexy und relaxed füllt er die Rolle des eiskalten Schurken mit Hirn und Format aus, und am Ende gibt es eine kleine Prügelei mit einer Frau - das muss fan einfach gesehen haben!
Fazit: Ein unverhoffter Glücksgriff! Die Anschaffung hat sich gelohnt!
(Die Rezension bezieht sich auf die englische Tonspur.)