Der Text ist chronologisch verfasst in der Reihenfolge, wie mir die Dinge aufgefallen sind. Dabei kennzeichne ich die Textpassagen mit entscheidend und unwesentlich.
Die Verpackung (unwesentlich)
Zuerst fiel mir der klug verarbeitete Karton auf. Die Maus war nicht etwa kompliziert eingeschweißt, so dass man den Karton hätte zerschneiden müssen o.ä.. Es waren zwei kleine Klebestreifen zu lösen und schon konnte ich den Deckel aufklappen. Die Maus saß in einer Plastikschale die schräg aus dem Karton zu ziehen war. Dort saß sieh zwar fest, aber doch gut zu entnehmen (Ich hasse es wenn man beim auspacken schon Angst haben muss den Inhalt zu beschädigen). Das Kabel war ohne Knoten zusammengerollt und von einem wiederverwendbaren Klettkabelbinder zusammengehalten. Unter der Schale war noch eine kleine Pappe zu entnehmen und darunter kam die edle Zubehörbox, eingelassen in eine Schaumstoffwanne, zum Vorschein. Die Verpackung eignet sich also hervorragend zur Wiederverwendung bei Transport.
Die Ergonomie (entscheidend)
Nur ein Wort zur Gleiteigenschaft: Ausgezeichnet!
Da mir gleich auffiel, dass man beim Einstellen der Ergonomie unweigerlich alle Tasten drückt und ich nicht versehentlich die Installation abbrechen oder Schlimmeres tun wollte, schloss ich die Maus noch nicht an und begann zuerst, sie an meine Hand anzupassen. Meine Befürchtung vor dem Kauf war, dass das Herumschrauben an der Maus zum einen lästige Friemelei sein könnte , zum anderen nicht zum gewünschten Ziel, der perfekten Ergonomie, führen könnte. Völlig unbegründet!
Da ich zuvor Videos gesehen hatte, war der in die Maus integrierte Imbusschlüssel sofort gefunden (Man kann ihn übrigens auch ohne vorheriges Studium als solchen identifizieren, nur habe ich schon mal woanders gelesen, dass sich jemand darüber echauffierte, dass man sich ja erst noch den passenden Imbus besorgen müsse. Unsinn!). Die Einstellungen der Daumenablage (Winkel und Länge) waren ruck zuck eingestellt. Ich testete die drei unterschiedlichen Handballenablagen, entschied mich für die höchste, stellte auch da die Länge ein, passte darauf hin nochmal kurz Winkel und Länge der Daumenablage an, testete alle drei Ablagen für den kleinen Finger und war nach ca. 7,5 Minuten begeistert wie fantastisch die R.A.T.7 nun schon in der Hand lag. Später, nachdem ich die Maus ein paar Minuten in Gebrauch hatte, fiel mir auf, dass sie doch extrem schwer war. Schnell hatte ich daraufhin die 5x30-Gramm Gewichte ausgebaut, die sicher in der dafür vorgesehen Kartusche in der Zubehörbox verschwanden. Das Gewicht der Maus ist nun für mich genau richtig, dafür dass nun kein Gewicht mehr drin ist, finde ich sie allerdings trotzdem recht schwer. Wer leichte Mäuse bevorzugt sei hier gewarnt.
Die Optik (unwesentlich)
Meine Freundin sagte, die Maus sehe aus wie ein Flugzeugträger. Nun sei gesagt, dass sie weder Ahnung von Mäusen, noch von Flugzeugträgern hat. Mich erinnert das Design allerdings auch irgendwie an Transformers. Dabei hat sie eigentlich gar kein Design. Ihr Aussehen erlangt die R.A.T.7 durch ihre Funktionalität. Für meinen Geschmack ist der Coolnessfaktor der Maus extrem hoch.
Tasten und Verarbeitung (entscheidend)
Beim Einstellen der Ergonomie fiel sofort die sehr gute Verarbeitung der Teile auf. Wenn so viele kleine Komponenten so beweglich ineinander greifen, erwarte ich zwangsläufig, dass auch mal etwas hakt. Völlig unbegründet. Die Schrauben drehen sich einwandfrei rein und raus, alles fasst sich solide an, nichts hakt, nichts klemmt, beeindruckend! Einzig die Daumenablage steht bei meinen Einstellungen im maximalen Winkel von der Maus ab und gibt bei Druck auf die Mouse4-Taste ein klein wenig nach. Zu vernachlässigen.
Die R.A.T.7 verfügt über die üblichen Tasten Mouse1 und Mouse2 die einen angenehmen Druckpunkt haben. Das Mausrad ist schön griffig und reagiert sauber. Lediglich Mouse3 (Klick aufs Mausrad) ist etwas schwerfällig aber noch im Rahmen. Mouse4 und Mouse5 am Daumen sind recht dünn und leicht erhöht, was versehentliches Drücken verhindert. Darüber hinaus verfügt die R.A.T.7 am Daumen über einen 'Precision Aim'-Button (zur Funktion später mehr) mit angenehmem Druckpunkt. Lediglich der Wechsel von diesem Knopf zu Mouse5 ist etwas weit, sicherlich aber auch nur eine Frage der Gewöhnung und kommt auch nur in besonderen Situationen im Gefecht vor, wenn überhaupt. Letztendlich steht dem Daumen noch ein Thumbwheele (Daumenrad) zur Verfügung, welches man natürlich im und gegen den Uhrzeigersinn drehen kann.
Ich finde die vielen Daumenfunktionen sehr gut angeordnet, wobei wohl auch etwas Übung erforderlich sein wird, um unter Gefechtsbedingungen alles fehlerfrei zu bedienen.
Zu guter Letzt gibt's da noch die Modustaste, links erhöht neben Mouse1, die in drei verschiedenen Farben anzeigt, welcher der drei pro Profil möglichen Programmmodi aktiv ist (später mehr) sowie hinter dem Mausrad einen Vor-/Zurückschalter, mit dem man zwischen 4 selbst definierbaren dpi-Stufen wählen kann. Vier kleine Leuchtfelder weisen darauf hin, in welcher man sich gerade befindet. Diese beiden Funktionen sind nicht nur schick, sondern auch nützlich wenn man als Gamer die Programmierung der Software umfänglich nutzt.
Bzgl. des Sensors habe ich mal gelesen, er sei nicht der hochwertigste. Das kann ich kaum beurteilen, nur so viel: ich habe die Maus zum Test mit sehr hoher Geschwindigkeit über mein Mauspad gejagt, konnte dabei aber keine Fehlinterpretation der Bewegung feststellen.
Software und Programmierung (entscheidend)
Ich habe Windows 7 home.
Über die mitgelieferte CD konnte ich den Treiber und die optionale Programmiersoftware installieren. Während der Treiberinstallation wurde ich aufgefordert, die Maus zu verbinden. Sie wurde einwandfrei erkannt und installiert (Übrigens ein Vorgang, der bei meinem Cyborg V7 Keybord einen Tag später überhaupt nicht funktioniert hat = Einen Bluescreen, zwei Neustarts und 30 Minuten FAQ-Lesen später, konnte ich das angebliche Vista-Problem lösen. Aber das gehört nicht hier her).
Mit der Software lassen sich vier dpi-Stufen zwischen annähernd 0 und 5600 dpi definieren, die per Schalter hinter dem Mausrad jederzeit angesprochen werden können. 5600 dpi ist in meinen Augen allerdings untauglich insofern als Marketingtrick wie bei anderen Mäusen ein höherwertigerer Sensor anzusehen. X- und Y-Achse sind übrigens auch unabhängig einstellbar.
Eine sehr schöne Funktion, die ich wahrscheinlich bald nie mehr missen will, ist der 'Precision Aim'-Button. Bei gedrückt halten verlangsamt dieser die dpi um einen in der Software definierten Prozentwert. Perfekt wenn man sich schnell umsehen möchte ohne die Maus über den halben Schreibtisch zu ziehen, dann aber wieder ein ruhiges Händchen zum Zielen braucht. Bei Counterstrike - eigentlich gar nicht meine Disziplin - habe ich nach wenigen Minuten eine Verbesserung festgestellt.
Fünf Tasten (Mouse3/4/5; Thumbwheele clockwise/anticlockwise) lassen sich mit Tastenkombination oder Makros belegen. Ohne Vergleiche zu kennen, kommt mir allerdings die Software hier sehr umständlich daher. Es lassen sich pro Profil drei Modi programmieren zwischen denen man, wie bereits erwähnt, per Modusbutton (neben Mouse1) wählen kann. Somit hat man 3x5= 15 programmierbare Tasten. Nun kann man Profile anlegen und sich beispielsweise für jedes Spiel ein neues anlegen. Damit hat man eine kaum auszuschöpfende Fülle an Möglichkeiten.
Fazit:
Die Ergonomie ist optimal anzupassen, die Tasten sind klug ausgewählt und gut angeordnet, alles ist sehr gut verarbeitet, der Sensor arbeitet einwandfrei, die Programmierung ist umständlich, bietet aber eine Fülle an Möglichkeiten, die Optik macht Spaß und sogar die Verpackung kann punkten. Uneingeschränkte Weiterempfehlung an jeden, der meint, so eine Maus zu brauchen ;)
Edit:
Nach einen 3/4 Jahr im Einsatz macht die R.A.T.7 immer noch einen exzellenten Eindruck. Gebrauchsspuren sieht man auf Mouse 1 und 2 und auf der Daumenablage. Dort hat die matte Oberfläche ein leichten fettfingertypischen Glanz entwickelt. An den oben kritisierten Druckpunkt von Mouse 3 habe ich mich gewöhnt und finde ihn perfekt. Negativ fällt auf, dass der Sensor sehr anfällig auf Staubkörner und Fusseln reagiert. Wer störungsfrei zocken will sollte vor jeder Session das Mousepad gründlich abwischen und den Sensor abpusten. Ansonsten bin ich noch voll zufrieden.