Computer und Literatur ist ein populäres Thema, doch wirklich wissenschaftliche Bearbeitungen des Themas sind rar. Um so größer ist die Leistung dieser Doktorarbeit zu bewerten, die sich ganz nebenbei auch noch hervorragend lesen läßt. Espen Aarseth bringt Licht in das theoretische Dunkel um Hypertexte, Interaktive Romane und literarische Computerspiele. Kritisch nimmt er die verschiedenen, bereits vorhandenen Theorien unter die Lupe, und zeigt mit kristallklaren Argumenten und Ansätzen, wie sehr die wissenschaftliche Diskussion um das Thema von der Wortwahl und dem Populismus der Industrie und der Presse dominiert ist. Espen Aarseth befreit die Diskussion davon diesem Ballast und gelangt so zu neuen Einsichten in dieses Genre. So untersucht Espen Aarseth z.B. wie ähnlich sich nichtlineare, digitale und gedruckte Texte sind. Das Ergebnis ist durchaus verblüffend: die Trennung zwischen digitaler „Computerliteratur" und Printliteratur, ergibt kaum Sinn. Die Qualitäten der Texte liegen in ganz anderen Strukturen die Espen Aarseth wunderbar heraus arbeitet. Doch nicht nur die konkreten Ergebnisse sind interessant sonder auch der Weg dorthin. Espen Aarseths Analysewerkzeuge sind teilweise ebenso innovativ wie seine Erkenntnisse. Dies ist wohl neben Jay David Bolters „Writing Space" das wichtigste Buch zum Thema Computer und Literatur, und jeder der sich für das Thema interessiert wenn nicht sogar darin arbeitet muß es gelesen haben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)