Das Buch habe ich in einem Rutsch durchgelesen, konnte mich kaum davon losreißen. Vor allem lag es an der pfiffigen Sprache, die den Leser schon mit den ersten Zeilen in ihren Bann zieht.
Die Sätze lesen sich flüssig, der dezente Humor zauberte des öfteren ein breites Grinsen auf mein Gesicht.
Der Roman ist in der Ich-Form geschrieben, aus der Sicht der fast 17jährigen Lisanne, die die typischen Probleme eines Teenagers hat: niemand versteht sie, kein Junge beachtet sie richtig, die Waage zeigt zu viel Gewicht an und der coolste Typ der Schule blickt sie nicht mal mit dem Hintern an.
Ich habe selten ein Buch in der Ich-Form gelesen, das so gut den Charakter und die Gefühle der Protagonistin vermitteln kann.
Die Handlung ist zwar recht einfach gestrickt, aber bei der Lektüre fühlte ich mich an meine Teenager-Jahre erinnert. Ja, genau so war es: Dieselben Probleme, über die ich jetzt nur schmunzeln kann, dieselben Gefühle, die einem so tief unter die Haut gehen.
Auch wenn man schon recht bald erkennt, wie das Buch enden wird, war es nie langweilig für mich. Der Roman übt auf den Leser einen ganz eigenen Zauber aus.
Die Protagonisten sind sehr liebenswert. Jede Figur ist liebevoll gezeichnet und wird im Buch lebendig. Auch Figuren, die nur am Rande erwähnt bleiben. Wie zum Beispiel die Oma, die jeden Tag unter einer neuen Krankheit leidet mal ist es Alzheimer, mal Leukämie worüber halt am Tag vorher im Fernsehen berichtet wurde.
Am Ende des Buches war ich recht traurig, dass diese Figuren mich nun nicht weiter begleiten werden. Bereits nach dem letzten Punkt beginnt man sie zu vermissen.
Schön ist es auch, dass der Roman etwas ganz Wichtiges vermittelt: die inneren Werte zählen doch mehr als das Äußere. Denn nicht das aufwendige Make-up, nicht die tollen Klamotten und eine gute Figur machen Lisanne so einzigartig und liebenswert. Es ist etwas, was ihr Wesen ausmacht und sie von den anderen deutlich abhebt. Und es gibt da einen gewissen Tom12, der das noch vor ihr erkennt.
Dabei kommt alles ohne den pädagogisch erhobenen Zeigefinger rüber und fließt locker und authentisch von den Seiten.
Es wird auch auf die Gefahren des Chattens hingewiesen. Und an einigen Stellen kommt es auch zu etwas heißeren Cybererlebnissen zwischen Lisanne und Tom12.
Ich bin mir sicher, diejenigen, die dieses Buch lesen werden, werden genauso wie ich sich selbst in Lisanne erkennen.