Die Grundidee des Buches ist an und für sich nicht schlecht. Cyber City Süd, das moderne Vergnügungszentrum mitten im Orient mit dem ein oder anderen Problemchen.
Zunächst einmal bereiten sich geheime Mächte auf eine Machtübernahme und Zerstörung der Stadt vor. Davon ahnen die Menschen in Cyber City Süd jedoch zunächst nichts.
Viel drängender ist für sie vorerst das Problem der Wasserfrage: Die Vorräte gehen zur Neige und es müssen neue Quellen erschlossen werden.
Dies ist der eine Handlungsstrang. In diesem Zuge wird auch ausführlich über die Methoden und Zielsetzungen der Untergrundorganisation erzählt.
Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Majda, die nach CCS gekommen ist um herauszufinden, was mit ihrem lang verschollenen Vater geschehen ist. Dieser Vater hat seine letzten Tage, von denen Majda weiß, in der Gegend um CCS verbracht und hatte beruflich mit der Wasserversorgung zu tun, womit eine Verbindung zwischen den beiden Handlungssträngen entsteht.
Wie gesagt, die Idee an sich ist nicht schlecht. Es harpert viel eher an der Ausführung.
Als Majda nach CCS kommt vergnügt sie sich zunächst in der Stadt in der alle Wünsche in Erfüllung gehen. So lernt der Leser die Stadt kennen und weiß nun, in was für einem Umfeld er sich bewegt.
Von daher ist es also gar nicht schlecht, das Majda nicht sofort losrennt und vollkommen verzweifelt nach ihrem Vater sucht.
Das Problem ist viel eher, dass Herbert W. Franke sie viel zu lange planlos in der Stadt umherirren lässt, hin- und hergerissen zwischen dem Verlangen, sich zu amüsieren, ihren schwindenden Geldreserven und dem immer wieder aufkeimenden Wunsch, ihren Vater zu suchen.
Franke beschreibt Majdas lange Streifzüge durch die Stadt, verschiedene Atraktionen und wie Majda ihre Nachmittage verlebt ohne dass dies die Geschichte auch nur um einen Schritt voranbringt.
Es dauert ewig bis ihr endlich wieder einfällt, wieso sie gekommen ist und sich auf die Suche begiebt.
Bei ihren unbeholfenen Ermittlungen wird sie dann eigentlich auch nur von allen anderen Personen mühsam vorangeschoben, während sie selbst nicht wirklich Durchblick hat.
Sie lernt Khalid kennen, der zu einer dieser Personen wird, die Majda zäh durch ihre Forschungen schubst. Er verliebt sich in sie und gibt der Geschichte mit seiner verliebten Hilflosigkeit immerhin noch einen gewissen Charme.
Dennoch stört der Überfluss an unwichtigen Informationen, die dem Verständnis der Geschichte nicht helfen sondern die Story viel eher plump wirken lassen.
Die Untergrundorganisation wird wie gesagt auch sehr genau beschrieben. Ist natürlich auch verständlich, denn immerhin ist diese Organisation unmittelbar an das Schicksal von CCS gebunden. Doch dafür, dass so viele Seiten aufgewandt wurden, die Pläne und die Art der Durchführung dieser Organisation aufzuzeigen, hat sie am Ende einen ziemlich jämmerlichen Abgang. Sie verabschiedet sich zwar mit einem großen Knall, doch das wird dann nur noch als Nebensache auf zwei Seiten erwähnt und vorbei wars.
Die Rolle, die die Organisation innerhalb des Buches spielt, stimmt also absolut nicht mit der Ausführlichkeit überein, mit der über sie berichtet wird.
Das Schicksal der Stadt, um die sich ja alles gedreht hat, und die Frage nach der zukünftigen Wasserversorgung bleiben ungeklärt. Zum Trost erfährt der Leser schließlich doch noch, was aus Majdas Vater geworden ist.
Die beiden Handlungsstränge rumpsen auf jeden Fall ziemlich unelegant aufeinander und scheinen nicht recht zusammenpassen zu wollen, da wie gesagt die Stadt selbst vollkommen unwichtig wird. Majda, die schließlich also der einzige Mittelpunkt ist, hat im Laufe des Buches nur mittelmäßige Auftritte, da ihre Ermittlungen schleppend vorankommen, nach der Hälfte des Buches noch immer nicht ordentlich angelaufen sind und dann erst gegen Ende zentimeterweise weiterzukommen scheinen.