Dieses Album zählt zwar laut offiziellen Listen nicht zu den Klassikern der schwarzen Musik, steht für mich persönlich aber auf einer Augenhöhe mit What's Goin On von Marvin Gaye, Songs In The Key Of Life von Steve Wonder und Masterpiece von Temptations.
Eigentlich galt ja Marvin Gaye mit seinem Album What's Goin On als Türöffner, zumindest bei Motown, für Alben, die auch sozial-kritische und politische Aspekte mit haben einfließen lassen und sich von den drei-vierminütigen Stücken enfernt haben.
Mit seiner prägnanten Falsettstimme, kraftvollen und sanften Songs, vielen Bläsersätzen und Percussioninstrumenten schafft er eine Stimmung, warm, fordernd, jedoch nie agressiv, die musikalisch den ECHTEN unverkennbaren Soul präsentieren.
Soul, dessen Intention die Projektion von Stimmungen und Gefühlen ist, wird hier genial umgesetzt.
Kein Vergleich zum R&B, Rap, Hip Hop und was es sonst heute in der populären schwarzen Musik zu hören gibt, die mehr betäubt als aufweckt und "Ideale" transportiert", nach denen es scheinbar erste Priorität zu sein scheint, dicke Autos, teure Subkulturkleidung, Schmuck und möglichst viele, sexy mit Hintern und Oberweite wackelnde Frauen zu präsentieren.
Die Aufbruchstimmung von Move On Up, der sehnsuchtsvolle Traum von Miss Black Amerika, mit dem ironisch angehauchten Dialog als Intro, das fordernde Wild And Free, das hoffnungsfrohe Give It Up, das etwas düstere Underground präsentieren ein Kaleidoskop an unterschiedlichsten Gefühlen und Stimmungen.
Die umfangreichen Instrumentalparts bei Move On Up und dem letzten Drittel der Scheibe, einfach genial.
So soll Soul sein.
Aktueller denn je ist die Aussage des Songs "If There's A Hell Below We're All Going To Go" angesichts des Krisenwindes, der uns egal zu welchen Themen um die Ohren weht.