Nach den Vorschuß-Lorbeeren muß sich nun das Starprojekt "BARREN EARTH" aus Finnland auf ihrem ersten fultime-Album beweisen.
Und ich darf sagen, dass BARREN EARTH eine fulminante Vorstellung abgeliefert haben.
Zu bemerken ist zuerst die überaus kraftvolle und klare Produktion, die jedem Instrument Raum zur eigenen Entfaltung läßt und trotzdem in der Gesamtheit vollständig harmonisch ist.
Die Virtuosität der agierenden Musiker zeigt sich besonders in Solo- und non-vocal-Parts, die ständig musikalische Finessen in den fließenden Musikstrom einbauen.
Die Musik strotzt nur so vor Abwechslungsreichtum: treibende Gitarrenriffs wechseln zu harmoniebetonten Akustikparts, kurze Soli unterstützt vom intelligenten Drumming, Keyboards sorgen an geeigneten Stellen für angemessene Tiefen und Breiten.
Bei den Vocals überwiegen die urgewaltigen Death-Growls, aber knapp 40% der Lyrics werden im Klargesang dargeboten, was vor allen Dingen den emotionalen Tiefgang von BARREN EARTH ausmacht.
Da drängt sich natürlich der Vergleich zu den genialen OPETH auf.
BARREN EARTH sind im Schnitt einen deutlichen Tick langsamer (keine Blastbeats, teilweise Doom-lastig) und mehr im Old-School-Death verhaftet; OPETH klingen moderner und ausgefeilter.
BAREEN EARTH sind etwas besser vergleichbar mit RAPTURE, oder vielleicht "DISMEMBER meets SWALLOW THE SUN".
Auf jeden Fall ist kein musikalischer Ausfall auf der CD zu verzeichnen und "Curse of the Red River" bietet alles was eine gutes hartes Metal-Album haben muss. Anspieltips sind vielleicht "Forlorn Waves" und "Ere all perish".
Für mich ein überraschendes Superalbum ohne Anlaß zur Kritik; ein Meisterwerk das viele Death-Metal-outputs der letzten Zeit mal ganz locker in den Schatten stellt.
Wer sich schon länger mal wieder ein richtig gutes Death-Metal-Album gewünscht hat, sieht sich hier am Ende seiner Träume.