"Currys" stammt aus der Reihe "Trendkochbücher" des Zabert-Sandmann-Verlages, welche sich vornehmlich an junge Leute mit einem Hang zur internationalen, leichten, raffinierten und unkomplizierten Küche richtet. Da ich - was Kochbücher betrifft - ein "Augenmensch" bin, freue ich mich vor allem über die attraktive Gestaltung, das mir angenehme Format (ca. Din A 4) und die schöne Foodfotografie (jedes Rezept bebildert). Auch "Currys" ist hier nicht hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben.
"Currys" startet mit einer kleinen Einführung in die für Currys relevanten Gewürze und -mischungen wie Koriander, Bockshornklee und Garam Masala. Danach werden in bebilderten Einzelschritten einige Basics der indischen Küche erklärt, z.B. wie man Chapati (eine Art von indischem Fladenbrot) und Ghee (geklärte Butter, mild im Geschmack und sehr lange haltbar) zubereitet oder rote Currypaste selber macht.
Die Rezepte für die Currys sind unterteilt in solche mit Gemüse (20 Rezepte), mit Fisch und Meeresfrüchten (14) und mit Fleisch (23). Die Gemüsecurrys sind sehr vielseitig, als Basis sind die Klassiker Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Blumenkohl ebenso vertreten wie Paprika, Kürbis, Wirsing, Eier, Pilze und Süßkartoffeln. Im Meeresfrüchtekapitel sind sechs Rezepte mit Fisch (Lachs, Steinbutt, Scholle, Kabeljau und Rotbarsch), vier mit Garnelen und der Rest mit gemischten Meeresfrüchten, so auch mit Tintenfisch und Muscheln. Der Großteil des Fleischkapitels wird durch Hähnchencurrys bestritten, sechs weitere sind mit Lamm, drei mit Rind, zwei mit Schwein und eines mit Ente.
Es folgt noch ein ausgezeichnetes Kapitel mit "Beilagen, Chutneys & Co.": Hier finden sich insgesamt sechzehn Rezepte für Salate, Raitas (indische Joghurtsalate), Reis-, Kartoffel- und Gemüsebeilagen, Chutneys und selbstgemachte Currypasten. Auf all diese Posten entfallen zwar jeweils nur ein bis vier Rezepte, diese bestechen jedoch durch außerordentliche Raffinesse (und sind allesamt vegetarisch).
Aus allen vier Kapiteln möchte ich nun noch exemplarisch jeweils drei Kreationen nennen:
Gemüse: "Kartoffelcurry mit Yamswurzeln", "Blumenkohlcurry mit Paprika und Linsen", "Wirsingcurry mit Chili und Kokos" (serviert in Kokosnusshälften)
Fisch: "Lachscurry mit Zitronengras", "Karibisches Fischcurry mit Kokos und Garnelen", "Grünes Meeresfrüchtecurry mit Spinat und Limette"
Fleisch: "Lammcurry mit Sultaninen", Sherryhähnchen mit Paprika und Knoblauch", "Kokoshähnchen mit Mandeln und Safran"
Beilagen: "Kartoffeln mit Sesam und Chili", "Auberginen in Erdnusssauce", "Blumenkohlsalat mit Kichererbsen"
Die Rezepte sind überwiegend indisch dominiert, aber es finden sich auch Rezepte mit thailändischen, arabischen und karibischen Anleihen (wobei dies leider selten explizit so gekennzeichnet wird).
Die Zutaten sind in der Regel in gut sortierten Supermärkten zu finden.
Mein Fazit: Exquisite Curry-Rezepte in einem preisgünstigen, schön bebilderten Kochbuch, dass wegen seiner vielen Gemüserezepte auch Vegetariern zu empfehlen ist. Da nur zwei Rezepte Schweinefleisch enthalten, können sich auch Menschen muslimischen Glaubens wohlgemut zum Kauf entschließen.