Kurzbeschreibung
»Schauen Sie Curling?« titelte die auflagenstärkste Zeitung während den vergangenen Olympischen Winterspielen. Mit dieser Schlagzeile verliehen sich die Medienmacher selbst einen Ausdruck der allgemeinen Verwunderung über TV-Zuschauerzahlen. Mehrere Millionen blieben gebannt vor den Fernsehgeräten, als im Rahmen der Olympiaberichterstattung auch mal auf die seltsame Sportart mit Stein und Besen geblendet wurde. Die Zuschauer blieben dran und die TV-Sender mussten auf das unerwartete Interesse reagieren. Was ist also so besonders an dieser »neuen« und doch so alten sportlichen Disziplin? Was macht ihre Faszination aus? Ist es denn überhaupt eine Sportart oder doch eher nur eine gesellige Freizeitbeschäftigung? Wo liegen ihre Wurzeln und wo steht sie heute? Worin liegen ihre Anforderungen, worin ihr Reiz? Welche Zielgruppen soll sie ansprechen? Wie und wo kann man es selbst mal ausprobieren? Fragen, auf die dieses Buch versucht, anschauliche Antworten zu geben. Wer das Spiel mit Stein und Besen selbst mal ausprobiert hat, wird jedenfalls schnell feststellen, worin die Besonderheit liegt. Curling ist Spiel und Sport zugleich. Es ist Leistungs- und Breitensport. Es bedeutet Wettkampf und Geselligkeit. Es ermöglicht Jung und Alt, Anfänger und Könner ein gemeinsames Sporterlebnis. Wer den Teamsport schätzt, ist hier richtig. Curling verbindet und ist ein Sport fürs ganze Leben! Probieren Sie es aus!
Der Verlag über das Buch
Uli Kapp, Olympia-Starter für Deutschland in Turin 2006, vermittelt den Lesern alle Aspekte dieser spannenden Sportart in besonders authentischer und kompetenter Form. Mit zahlreichen informativen Grafiken und über 70 Farbfotos.
Über den Autor
Uli Kapp bildet zusammen mit seinem Bruder Andy seit Jahren das Gerüst der erfolgreichen deutschen Curling-Nationalmannschaft. Der Weltmeisterschafts-Bronzemedaillengewinner von 2005 lässt Sie in diesem Buch an seinem ganzen Fachwissen teilhaben.
Auszug aus Curling verständlich gemacht Geschichte, Spielidee, Technik + Taktik von Uli Kapp. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Die Spielidee
Das primäre Ziel im Curling ist einfach erklärt: Der Stein muss vom Spieler möglichst nah ins Zentrum des Zielkreises, »The Button« oder auch »Dolly« genannt, platziert werden.
Die erste Schwierigkeit hierbei liegt jedoch schon darin, dass eine Entfernung von exakt 37,2 m überwunden werden muss, gemessen vom Ausgangspunkt an dem sich der Spieler mit dem Stein in der Hand zunächst befindet und dem »Dolly«. Doch selbst wenn es gelingt, den Stein mit dem richtig dosierten Krafteinsatz auf seinen Weg zu schicken, diese Distanz zu überwinden, stellt sich die Frage nach der optimalen Richtung, um den gerade mal 30 cm im Durchmesser betragenden »Dolly«, besser noch den »Pin«, also den genauen Mittelpunkt des Zielkreises, zu treffen. Der Stein gleitet nämlich nicht gerade, sondern beschreibt abhängig von der Rotationsrichtung, die man ihm mitgibt entweder eine Rechts- oder eine Linkskurve. Wie stark diese »Kurvenfahrt« ist, hängt von Faktoren wie Schnelligkeit des Steins, der Beschaffenheit des Eises und der Steine ab. Sie ist demzufolge ein Produkt physikalischer Gesetze. Damit aber nicht genug. Der Lauf des Steins kann durch das so genannte »Wischen«, von den Mitspielern beeinflusst werden. Und zwar sowohl in der Länge als auch in der Richtung. Letztlich ist es genau dieses Zusammenspiel aller vier Teammitglieder, das den Stein exakt auf den »Dolly« gleiten lassen kann.
Angenommen diese Aufgabe wurde mit Bravour gelöst. Der Stein befindet sich im Zentrum des Zielkreises. So wird er dort nicht all zu lange unbehelligt liegen bleiben. Denn die gegnerische Mannschaft wird bestrebt sein, diesen Stein mit dem eigenen, schneller gespielten Stein so zu entfernen, dass nunmehr ihr Stein im Zielkreis, »House« genannt, liegen bleibt. Da immer abwechselnd gespielt wird, wäre man nun selbst wieder an der Reihe und könnte gleichermaßen auf die gegnerische Aktion »antworten«. Und so weiter und so fort ...
Letztlich käme es darauf an, ob nach allen 16 gespielten Steinen (8 pro Mannschaft) noch einer diesen Zielkreis berührt und es so zu einem Punkt (Stein) für die Mannschaft kommt, der dieser übrig gebliebene Stein gehört. Zugegeben, das hört sich nicht sonderlich spannend an. Spannend wird es vielmehr erst dann, wenn es nicht bei dem eben beschriebenen bloßen Steinabtausch bleibt, sondern strategische Varianten ins Spiel kommen.
Mit taktischen Spielzügen versuchen die Teams deshalb, den Gegner »aufs Glatteis« zu führen, ihn auszukontern und am Ende eines Durchgangs, »End« genannt, bestenfalls eben mehr als nur einen Punkt zu machen (Stein zu schreiben).
So werden zum Beispiel Steine zunächst vor das »House« gespielt. Hinter diesen so genannten »Guards«, »Wächtersteinen«, kann man sich gut vor den »Angriffen« des Gegners verstecken. Man nützt folglich die Kurvenfahrt des Curlingsteins aus und fährt mit einem so genannten »Come Around« um die »Guard« herum. Der gespielte Stein wird nun bestenfalls komplett von der »Guard« abgedeckt. Für den Gegner ist es somit schwer, an diesen Stein heranzukommen.
Das primäre Ziel im Curling ist einfach erklärt: Der Stein muss vom Spieler möglichst nah ins Zentrum des Zielkreises, »The Button« oder auch »Dolly« genannt, platziert werden.
Die erste Schwierigkeit hierbei liegt jedoch schon darin, dass eine Entfernung von exakt 37,2 m überwunden werden muss, gemessen vom Ausgangspunkt an dem sich der Spieler mit dem Stein in der Hand zunächst befindet und dem »Dolly«. Doch selbst wenn es gelingt, den Stein mit dem richtig dosierten Krafteinsatz auf seinen Weg zu schicken, diese Distanz zu überwinden, stellt sich die Frage nach der optimalen Richtung, um den gerade mal 30 cm im Durchmesser betragenden »Dolly«, besser noch den »Pin«, also den genauen Mittelpunkt des Zielkreises, zu treffen. Der Stein gleitet nämlich nicht gerade, sondern beschreibt abhängig von der Rotationsrichtung, die man ihm mitgibt entweder eine Rechts- oder eine Linkskurve. Wie stark diese »Kurvenfahrt« ist, hängt von Faktoren wie Schnelligkeit des Steins, der Beschaffenheit des Eises und der Steine ab. Sie ist demzufolge ein Produkt physikalischer Gesetze. Damit aber nicht genug. Der Lauf des Steins kann durch das so genannte »Wischen«, von den Mitspielern beeinflusst werden. Und zwar sowohl in der Länge als auch in der Richtung. Letztlich ist es genau dieses Zusammenspiel aller vier Teammitglieder, das den Stein exakt auf den »Dolly« gleiten lassen kann.
Angenommen diese Aufgabe wurde mit Bravour gelöst. Der Stein befindet sich im Zentrum des Zielkreises. So wird er dort nicht all zu lange unbehelligt liegen bleiben. Denn die gegnerische Mannschaft wird bestrebt sein, diesen Stein mit dem eigenen, schneller gespielten Stein so zu entfernen, dass nunmehr ihr Stein im Zielkreis, »House« genannt, liegen bleibt. Da immer abwechselnd gespielt wird, wäre man nun selbst wieder an der Reihe und könnte gleichermaßen auf die gegnerische Aktion »antworten«. Und so weiter und so fort ...
Letztlich käme es darauf an, ob nach allen 16 gespielten Steinen (8 pro Mannschaft) noch einer diesen Zielkreis berührt und es so zu einem Punkt (Stein) für die Mannschaft kommt, der dieser übrig gebliebene Stein gehört. Zugegeben, das hört sich nicht sonderlich spannend an. Spannend wird es vielmehr erst dann, wenn es nicht bei dem eben beschriebenen bloßen Steinabtausch bleibt, sondern strategische Varianten ins Spiel kommen.
Mit taktischen Spielzügen versuchen die Teams deshalb, den Gegner »aufs Glatteis« zu führen, ihn auszukontern und am Ende eines Durchgangs, »End« genannt, bestenfalls eben mehr als nur einen Punkt zu machen (Stein zu schreiben).
So werden zum Beispiel Steine zunächst vor das »House« gespielt. Hinter diesen so genannten »Guards«, »Wächtersteinen«, kann man sich gut vor den »Angriffen« des Gegners verstecken. Man nützt folglich die Kurvenfahrt des Curlingsteins aus und fährt mit einem so genannten »Come Around« um die »Guard« herum. Der gespielte Stein wird nun bestenfalls komplett von der »Guard« abgedeckt. Für den Gegner ist es somit schwer, an diesen Stein heranzukommen.