In ihrem kleinen italienischen Auto, einem FIAT Lux, fahren Onkel Curioso und Tante Sapientia durch die Mauern der Zeiten, um mit Bertand Russell und Nietzsche, David Hume oder sonstwem aus der Philosophenzunft zu debattieren, denn "FIAT Lux", das ist auch der Wahlspruch der Aufklärung: Es werde Licht: und zwar durch Erkenntnis. Die kann man auch heute noch gebrauchen, wenn man bedenkt, was die Religionen, momentan besonders unter der Fahne des Koran, gegenwärtig anrichten, oder wenn man resümiert, was die Staatsräson uns zumutet. Die "Reservierung der Aufklärung für die staatstragenden Kräfte" (Michael Murauer) hat der Autor also wohl nicht vor, auch nicht die Reservierung des Steins der Weisen für irgendwelche konfessionsgebundenen Glaubensabteilungen - ohne gleich "am liebsten die Kathedrale von Chartres niederreißen und an der gleichen Stelle eine öffentliche Wäscherei errichten" zu wollen. Murauer zitiert Friedrich den Großen: "Ich betrachte Verbissenheit als Krankheit. Fluch über die Philosophen, die sich nicht die Falten aus ihren Stirnen bügeln lassen!" So trabt Murauer im leichten, feuilletonistischen Schwung daher und erinnert auf diese Weise zuweilen an den Bestseller "Sophies Welt", dem es auch gelungen war, breite Teile jugendlicher und erwachsener Leserschaft frisch für die Philosophie einzufangen. Aus der Geschichte philosophischen Erklärens werden denn auch die anschaulichsten Beispiele zusammengetragen: über Hühner und Hasen, Spinnen und (natürlich) Esel. Über Vernunft und Gefühl, Religion und Wissenschaftlichkeit, Geld und Körperlichkeit, über die Fähigkeit zu trauern und letztendlich seine letzten Lebenstage zu planen: wird geschrieben. Und wem das Lesen als Tätigkeit nicht bereits schon gänzlich fremd geworden ist, der hat bestimmt sein Vergnügen an dieser Rückwärtsfahrt in Abteilungen der Menschheitsgeschichte, in denen man noch mehr Zeit zum Nachdenken und Disputieren hatte...