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Cujo: Roman
 
 
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Cujo: Roman [Taschenbuch]

Stephen King , Harro Christensen
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Keiner kann das Grauen so phantasievoll ausmalen, keiner zeigt Ängste und Abgründe anschaulicher.« (Der Spiegel )

»Wenn ich nicht schreiben würde, wäre ich äußerst gemeingefährlich.« (Stephen King )

Kurzbeschreibung

Zweiter Roman des Castle-Rock-Zyklus

Der Bernhardiner Cujo ist der Liebling von ganz Castle Rock. Eines Tages wird er von einer Fledermaus mit einem teuflischen Virus infiziert. Die Kleinstadtidylle verwandelt sich fortan in eine Hölle, die von einem mordgierigen Monster beherrscht wird ...

Klappentext

»Keiner kann das Grauen so phantasievoll ausmalen, keiner zeigt Ängste und Abgründe anschaulicher.«
Der Spiegel

»Wenn ich nicht schreiben würde, wäre ich äußerst gemeingefährlich.«
Stephen King

Über den Autor

Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, "Carrie", erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es war einmal …
… und es ist noch gar nicht lange her, da kam ein Ungeheuer in die kleine Stadt Castle Rock in Maine. Es tötete 1970 eine Serviererin namens Alma Frechette; 1971 eine Frau namens Pauline Toothaker und eine Studentin namens Cheryl Moody; 1974 ein hübsches Mädchen namens Carol Dunbarger; im Herbst 1975 eine Lehrerin namens Etta Ringgold; und schließlich, Ende desselben Jahres, eine Schülerin namens Mary Kate Hendrasen.
Es war kein Werwolf, Vampir oder Gespenst, und es war auch keine namenlose Kreatur aus dem Hexenwald oder aus den Schneewüsten; es war nur ein Polizist namens Frank Dodd, der seelische und sexuelle Probleme hatte. Ein guter Mann namens John Smith machte wie durch ein Wunder seinen Namen ausfindig, aber bevor man ihn erwischen konnte – und das war vielleicht auch gut so –, brachte Frank Dodd sich selbst um.
Es gab natürlich einiges Entsetzen, aber hauptsächlich herrschte Freude in der kleinen Stadt, Freude darüber, dass das Ungeheuer, das so viele Albträume verursacht hatte, tot, endlich tot war. Die Albträume einer ganzen Stadt wurden mit Frank Dodd begraben.
Aber selbst in unserer aufgeklärten Zeit, da so viele Eltern den psychischen Schaden kennen, den sie ihren Kindern vielleicht zufügen, gab es gewiss irgendwo in Castle Rock die eine oder andere Mutter – vielleicht auch eine Großmutter –, die ihre Kinder zur Ordnung rief, indem sie ihnen erzählten, dass Frank Dodd sie holen würde, wenn sie nicht gehorchten. Und sicherlich herrschte angstvolles Schweigen, wenn Kinder ihre dunklen Fenster sahen und an Frank Dodd in seinem glänzenden schwarzen Plastikregenmantel dachten. An Frank Dodd, der gewürgt hatte … und gewürgt … und gewürgt.
Da draußen ist er, höre ich die Großmutter flüstern, wenn der Wind durch den Schornstein fährt und pfeifend über den alten Topfdeckel streicht, den jemand in das Ofenloch geklemmt hat. Da draußen ist er, und wenn du nicht brav bist, ist es vielleicht sein Gesicht, das durch das Schlafzimmerfenster schaut, wenn außer dir alle im Hause schlafen; vielleicht starrt sein lächelndes Gesicht dich mitten in der Nacht aus dem Schrank an, in der einen Hand das Stopp-Schild, das er hochhielt, wenn er kleine Kinder traf, in der anderen das Rasiermesser, mit dem er sich umbrachte … deshalb seid schön ruhig, Kinder … pssst … pssst …
Aber für die meisten war Dodds Ende auch das Ende der Geschichte. Gewiss gab es Albträume, und gewiss lagen Kinder nachts wach, und das leere Haus der Dodds (denn seine Mutter erlitt wenig später einen Schlaganfall und starb) wurde bald als Spukhaus gefürchtet, und man mied es; aber das waren vorübergehende Phänomene – die wahrscheinlich unvermeidlichen Nebenwirkungen einer Serie sinnloser Morde.
Aber die Zeit verging. Fünf Jahre.
Das Ungeheuer war weg, das Ungeheuer war tot. Frank Dodd vermoderte in seinem Sarg.
Aber das Ungeheuer stirbt nie. Werwolf, Vampir, Gespenst, namenlose Kreatur aus den Schneewüsten. Das Ungeheuer stirbt nie.
Im Sommer 1980 kam es wieder nach Castle Rock.
Tad Trenton, vier Jahre alt, wachte im Mai jenes Jahres kurz nach Mitternacht auf und musste auf die Toilette. Er stand auf und ging im Halbschlaf auf den weißen Lichtstreifen zu, der durch die angelehnte Tür hereinfiel, wobei er schon die Pyjamahose herunterzog. Er urinierte eine Ewigkeit, spülte und ging wieder ins Bett. Er zog die Decke hoch, und in diesem Augenblick sah er die Kreatur in seinem Schrank.
Sie hockte ganz unten, und der Kopf saß zwischen riesigen Schultern. Die Augen waren bernsteinfarbene Höhlen. Das Ding hätte halb Mensch, halb Wolf sein können. Seine Augen rollten und folgten Tads Bewegungen, als dieser sich im Bett aufrichtete; er spürte ein Kribbeln zwischen den Beinen, seine Haare sträubten sich, und er wagte kaum zu atmen: Irre Augen lachten ihn an, Augen, die ihm mit einem grauenhaften Tod drohten, mit Schreien, die ungehört verhallten; etwas war im Schrank.
Er hörte sein leises Knurren; er roch seinen süßen Leichenatem.
Tad Trenton riss die Hände vor die Augen, holte tief Luft und stieß einen lang gezogenen Schrei aus.
Ein undeutlicher Ausruf in einem anderen Zimmer – sein Vater.
Ein ängstlicher Schrei »Was war das?« aus demselben Zimmer – seine Mutter.
Das Geräusch ihrer eiligen Schritte. Als sie hereinkamen, schaute er zwischen seinen Fingern hindurch und sah es dort im Schrank, und es fletschte drohend die Zähne: sie kamen vielleicht, aber sie würden auch wieder gehen, und dann …
Das Licht ging an. Vic und Donna Trenton kamen an sein Bett und warfen sich einen besorgten Blick zu, als sie sein kreideweißes Gesicht und seine entsetzten Augen sahen, und seine Mutter sagte – nein schimpfte: »Ich habe doch gleich gesagt, dass drei Hot Dogs zu viel sind, Vic!«
Und dann saß Daddy an seinem Bett, legte ihm den Arm um die Schultern und wollte wissen, was passiert war.
Tad wagte es, noch einmal in den Schrank zu schauen.
Das Ungeheuer war verschwunden. Statt der blutdürstigen Bestie, die er gesehen hatte, sah er nur noch zwei unordentliche Stapel Wolldecken, das Bettzeug für den Winter, das Donna noch nicht nach oben gebracht hatte. Statt des zottigen, raubgierig erhobenen Kopfes sah er auf dem größeren Stapel seinen Teddy sitzen. Statt der tief liegenden, bösartigen Bernsteinaugen sah er die freundlichen braunen Glasknöpfe, aus denen sein Teddy die Welt betrachtete.
»Was ist denn los, Tadder?«, fragte sein Daddy ihn noch einmal.
»Da war ein Ungeheuer!«, rief Tadder. »In meinem Schrank!« Und er brach in Tränen aus.
Seine Mommy saß bei ihm; sie hatten ihn zwischen sich genommen und trösteten ihn, so gut sie konnten. Sie folgten dem Ritual aller Eltern. Sie erklärten, dass es keine Ungeheuer gebe; dass er nur schlecht geträumt hätte. Seine Mommy erklärte ihm, dass Schatten manchmal so aussehen konnten wie die gruseligen Dinge, die man manchmal im Fernsehen oder in den Comics sieht. Und Daddy sagte ihm, dass alles in bester Ordnung sei, dass nichts in diesem schönen Haus ihm gefährlich werden könnte. Tad nickte und stimmte ihm zu, aber er war vom Gegenteil überzeugt.
Sein Vater erklärte ihm, dass zwei Stapel Wolldecken wie hochgezogene Schultern aussehen konnten, dass der Teddybär wie ein Kopf ausgesehen hatte. Seine Augen hätten das Licht aus dem Badezimmer reflektiert, und deshalb hätte Tad sie für richtige Tieraugen gehalten.
»Jetzt pass gut auf«, sagte er. »Schau genau zu, Tadder.«
Tad gehorchte.
Sein Vater schob die Wolldecken in Tads Schrank ganz nach hinten. Tad hörte, wie die Kleiderbügel leise klapperten und sich in ihrer Kleiderbügelsprache über Daddy unterhielten. Das war komisch, und er musste lächeln. Mommy sah es, und sie lächelte erleichtert zurück.
Sein Daddy nahm den Teddy aus dem Schrank und legte ihn Tad in die Arme.
»Und nun, Ladys and Gentlemen«, sagte Daddy mit großer Geste und einer Verbeugung, dass Tad und Mommy lachen mussten, »der Stuhl.«
Er stellte den Stuhl vor die Schranktür und drückte sie fest zu. Als er wieder vor Tads Bett stand, lächelte er immer noch, aber sein Blick war ernst.
»Okay, Tad?«
»Ja«, sagte Tad, und dann gab er sich einen Ruck. »Aber es war da, Daddy. Ich habe es gesehen. Bestimmt.«
»Du hast es in Gedanken gesehen, Tad«, sagte Daddy, und seine große, warme Hand strich Tad über das Haar. »Aber du hast kein Ungeheuer in deinem Schrank gesehen, kein richtiges. Es gibt keine Ungeheuer, Tad. Nur in Geschichten und in deinem Kopf.«
Er sah seinen Vater an, dann seine Mutter – ihre lieben, freundlichen Gesichter.
»Bestimmt?«
»Bestimmt«, sagte seine Mommy. »Und nun steh auf und geh noch rasch ins Badezimmer.«
»Aber ich war doch schon. Davon bin ich doch aufgewacht.«
»Ach«, sagte sie, denn Eltern glauben einem nie, »tu mir den Gefallen.«
Er ging also und schaffte unter ihrer Aufsicht vier Tropfen. Sie lächelte...
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