Shea hat ein road movie geschrieben, das an bizarren und teilweise obszönen Szenen nichts zu wünschen übrig lässt. Dabei ist der Stil klar, fast spärlich. Gerade mal auf hundertsiebzig Seiten entfaltet der Autor ein Feuerwerk an Ideen, das manch neuer Autor auf drei dicke Bände ausgewalzt hätte. Eine Nähe zu Conrads Herz der Dunkelheit" ist wohl gewollt; aber im Gegensatz zu Conrads Roman fehlt Shea der psychologische Blick. So bleibt Cugel, die Hauptfigur, seltsam leer und die Geschichte spannungsarm. Stattdessen wird die die Spannung durch eine angenehme, flotte Schreibweise ersetzt und durch Groteskerien übertüncht. Das wieder erinnert an das Decamerone und den Till Eulenspiegel. Diese Mischung ist faszinierend und selten; darin, und in den üppigen Einfällen, liegt der Reiz dieses Buches.
Eine vollständige Empfehlung, dieses Buch zu lesen, kann hier nicht ausgesprochen werden. Trotzdem wird der Leser hier ein Buch finden, das durch seinen Aufbau interessant, durch seinen Schreibstil vorbildlich und - obwohl ohne Spannung - gut zu lesen ist. Und das ist schon mehr, als viele Fantasybücher zu bieten haben.