Mit dem minimalistischen "Cube" wurde einst ein gänzlich neuartiger Film geschaffen, den man durchaus als sehr gut gelungen bezeichnen kann. Der Nachfolger "Cube2: Hypercube" konnte den großen Erwartungen leider nicht gerecht werden und fiel trotz - oder gerade wegen - einiger Neuerungen eher unterdurchschnittlich aus. Komplettiert wird die Reihe nun mit "Cube Zero", der allerdings nicht der chronologisch dritte Teil, sondern ein Prequel ist, er spielt zeitlich also vor dem Original-Cube. Die Grundhandlung muss natürlich in allen Teilen dieselbe sein, ansonsten verliert der Film jegliche Existenzberechtigung. Es geht also immer noch darum, dass Menschen, die sich nicht kennen und deren Gedächtnis manipuliert wurde, in einem riesigen Würfel aufwachen, dessen Räume mit tödlichen Fallen gespickt sind. Nichts Neues an dieser Front - genau darum wurden beginnend mit "Hypercube" behutsam Änderungen eingeführt - mal besser, mal schlechter gelungen. Was in Teil 2 am Ende angedeutet wird, nämlich die Welt außerhalb des Würfels, wird im Prequel zu einer parallelen Handlung.
So kann man in diesem Film erstmals die "Täter-Seite" (bzw. einen kleinen Teil davon) bei ihrer Arbeit beobachten. Genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister: auf der einen Seite war dieser Schritt "nach draußen" wohl notwendig, um die naturgemäß minimale Handlung wenigstens etwas zu erweitern, auf der anderen Seite wird der Geschichte um den Cube damit eindeutig etwas genommen. Natürlich werden dadurch einige der Fragen, die nach Teil 1 aufkamen, geklärt, aber ob das unbedingt notwendig war, bleibt dahingestellt. Zumal auch die "Auflösung" einige Rätsel aufgibt und zum Teil sehr verworren wirkt. Hier wäre weit mehr drin gewesen. Einzig der Handlungsfaden mit dem geistig behinderten "Insassen" aus Teil 1 wird stimmig und gelungen erklärt. Alles andere wirkt wie zusammengestückeltes Beiwerk und eine Rechtfertigung um einen weiteren Film zu diesem Thema zu drehen. Schade eigentlich, denn mit einem besseren Drehbuch wäre es sicher möglich gewesen, einige Rätsel die den Würfel umgeben auf angemessene Weise zu lüften - ob das im Endeffekt überhaupt eine gute Idee wäre, liegt ganz im Auge des Betrachters. Ich persönlich finde solche "Blicke hinter die Kulissen" nicht schlecht, aber die Umsetzung muss eben auch stimmen, ansonsten kann es lächerlich werden (Stichwort: "Entlassungsprozedur"). Die Fallen sind zwar recht gut gelungen, hauen einen aber nicht wirklich vom Hocker. Alles in allem reicht das für 3 Sterne, wobei durchaus mehr Potenzial vorhanden gewesen wäre.
Dass es bei Filmen dieser Art Pflicht ist, die Uncut-Version zu erwerben, versteht sich sowieso von selbst.