Yoani Sanchez beschreibt den Alltag in einem Land, das sie liebt, das ihre Heimat ist und in dem sie doch gleichzeitig Fremde ist - allerdings zusammen mit einem großen Teil der Bevölkerung, die unter der Absurdität der aktuellen kubanischen Situation, den allgegenwärtigen Beschränkungen in materieller und geistiger Hinsicht, leiden und sich nicht mehr damit identifizieren können.
Sie gehört der Generation der "Nachgeborenen" an, die Euphorie der Revolution erlebten ihre Eltern.
Was sie vorfindet, ist ein schwer gezeichnetes Land, in dem sie nach einem Weg sucht, würdevoll zu leben und zu überleben. Dabei stößt sie an allen Ecken und Enden an Grenzen, die sie nicht akzeptieren kann und will:
Zum Beispiel das Verbot der freien Meinungsäußerung. Es gelingt ihr, auf schwierigen Umwegen ihr Tagebuch als Blog ins Internet zu stellen - eine Flaschenpost, die Wellen geschlagen und Leser gefunden hat und finden sollte.
Ein revolutionärer Text, aus der Not geboren, und doch gut geschrieben, erfrischend und klar, unterhaltsam zu lesen und sehr informativ. Und: Man erspart sich unter Umständen eine Reise ins Traumland der Revolution, oder man sieht es zumindest mit anderen Augen...
Ein Kompliment auch der Übersetzung, die die Sprache des spanischen Originaltextes gut wiedergibt.