Crysis zeichnete sich zwar nicht durch eine Oscarreife Story aus, aber durch eine beeindruckende Grafik und hervorragender Inszenierung. In Warhead darf man die Story von Crysis erneut erleben, diesmal aus der Sicht von "Psycho".
---INSTALLATION UND EINSTELLUNGEN---
Warhead muss nach der Installation online aktiviert werden, danach kann ohne Scheibe im Laufwerk gespielt werden. Die Aktivierung kann per De-Authorisierungstool von EA wieder zurückgenommen werden.
Das Spiel verfügt über das identische umfangreiche Grafikmenü wie Crysis mit sehr vielen Einstellmöglichkeiten und einer automatischen Hardwareerkennung für optimale Einstellungen der verbauten Hardware entsprechend. Dabei kann im Anschluss ruhig noch der eine oder andere Wert erhöht werden, die Hardwareerkennung scheint mir die Einstellung etwas vorsichtig vorzunehmen. Ich hatte bei beiden Spielen Probleme, die originale Auflösung von 1024x768 auf 1920x1200 zu ändern, bei Warhead musste ich die Werte sogar manuell in die game.cfg eintragen, es wurde einfach nicht im Menü gespeichert - Merkwürdig.
---GAMEPLAY---
Wie schon in Crysis bewegt man sich großteils durch den Dschungel und bekämpft im ersten Drittel des Spieles ausschließlich menschliche Gegner, bis dann auch die Außerirdischen dem Spieler nach dem Leben trachten. Dabei unterstützt den Spieler der Nanosuit, dessen Funktionen wie maximale Panzerung, Stärke oder die lebenswichtige Tarnfuntion über ein Anzugmenü aktiviert werden. Das Gameplay ist zwar anfangs ähnlich monoton wie in Crysis (Durch den Dschungel laufen - Patrouille ausschalten - Lager säubern ...etc.), wirkt aber insgeamt etwas runder als Crysis. Die Hovercraft- oder Zugmission bringen Abwechslung ins Gameplay.
Die KI agiert wieder sehr intelligent und ist mit einer ausgezeichneten Treffsicherheit gesegnet. Positiv finde ich, dass man wie schon in Crysis taktisch vorgehen muss und ein stupides Drauflos-Ballern meistens im "Du bist tot - letzten Spielstand laden - Screen" endet. Es kommt aber nie so eine Hektik auf, wie stellenweise in Crysis, wenn man von Gegnern umzingelt war.
Die Auswahl an Waffen ist recht überschaubar, in Warhead gibt es mehr als in Crysis. Sie lassen sich wieder gleich modifizieren z.B. mit verschiedenen Visieren, Schalldämpfer, Taschenlampe oder Laserpoint. Dazu gibt es ein schickes Menü - sehr übersichtlich und optisch ansprechend.
Das Balancing in Warhead ist um einiges besser als in Crysis, wo ich ohne patch 1.2 (der eine gewisse Besserung brachte) wegen des frustrierenden Balancing im ersten Durchgang in Level 3 verärgert abgebrochen habe.
---GRAFIK---
Wie schon Crysis beeindruckt auch Warhead mit einer fantastischen Optik, an der sich neue Spiele auch heute noch zu messen haben. Tolle Lichteffekte und gewaltige Explosionen, die auch eindrucksvoll Objekte in der Umgebung zerstören, erfreuen auch verwöhnte Spieleraugen. Zwischendurch trüben einige matschige Texturen und wenige Meter vor mir "wachsende" Sträucher und Steine zwar den Gesamteindruck, aber jedesmal, wenn unter meinem Dauerfeuer ein Baum fällt, ist das wieder vergessen und ich spüre ein breites Grinsen in meinem Gesicht.
Die Inszenierung ist schon beinahe Filmreif, was auch sicherlich dem tollen Soundtrack zu verdanken ist. Die vielen Zwischensequenzen integrieren sich ausgezeichnet ins Gameplay und im Gegensatz zu Crysis finden sie nicht in der Ego-Perspektive statt, sondern zeigen auch den Spieler.
---FAZIT---
Crysis war eine optische Wucht und Warhead steht dem in Nichts nach, außer vielleicht der Spieldauer, denn Warhead ist wesentlich schneller durch als Crysis - nach wenigen Stunden hat man den Bossgegner hinter sich. Trotzdem sollte man Warhead genau wie Crysis einmal in seinem Leben gespielt haben. Auch wenn Warhead insgesamt den runderen Gesamteindruck macht, verhindern das teilweise trotzdem noch monotone Gameplay und die kurze Spielzeit die volle Punktezahl. Dennoch kann ich das Spiel ebenso wie Crysis bedenkenlos empfehlen - Diese Grafikpracht muss man einfach gehen haben.