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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen146
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am 15. Mai 2012
Ich habe das Buch angefangen ohne die Inhaltsangabe wirklich zu lesen und der Lesefluss stellte sich auch recht schnell ein. Die Geschichte kommt leider trotzdem nur recht träge in Fahrt und man fragt sich nach der Hälfte des Buches dann doch irgendwann, wo denn nun der wirkliche Thrill in der Geschichte liegt.

Man kann sie als spannend bezeichnen und sicherlich möchte der Leser dann am Ende des Buches auch endlich wissen wer denn nun wirklich der Mörder ist, dennoch plätschert die Erzählung zeitweise doch eher leicht vor sich hin und ich war fast schon geneigt das Buch wieder wegzulegen.

Für einen Thriller fehlt mir hier leider einfach ein kontinuierlicher Spannungsbogen. Die Geschichte hat mit ihren Protagonisten durchaus Potential und die Entwicklung der Ich-Erzählerin ist ebenfalls interessant gestaltet, aber es fehlt eben doch das gewisse Etwas.
Vielleicht sollte man Gyllyan Flynn einfach mit einem zweien Buch eine neue Chance geben.

Fazit: Zwar lesenswert aber für einen Thriller dann doch etwas zu fade.
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am 19. Februar 2014
Zur Story: „Camille Preaker verlor im Alter von 13 Jahren ihre jüngere Schwester Marian durch eine ominöse Krankheit, aber war es wirklich eine Krankheit, oder steckt viel mehr dahinter? Viele Jahre später begibt sie sich Widerwillen, mittlerweile als Journalistin in Chicago tätig, auf die Reise in ihre alte Heimat Wind Cap, auf der Suche nach einer Story um zwei getötete Mädchen. Diese Suche nach eben dieser entwickelt sich aber in eine völlig andere Richtung, und schnell holen sie die Dämonen der Vergangenheit ein. Ein ans Tageslicht drängender Albtraum jagt den nächsten. Albträume, die ihr Leben in jungen Jahren, bis hin ins Erwachsenenalter geprägt haben, und noch immer prägen, fördern eine schreckliche Gewissheit zu Tage..."

„Cry Baby“ von Gillian Flynn ist ein, ich nenne es mal Familiendrama, wie man es kaum besser hätte schreiben können, um schon während des Lesens großen Eindruck zu hinterlassen, und für Nachhaltigkeit nach Beendigung zu sorgen. Man verliebt sich umgehend in ihre Art eine Geschichte zu erzählen und hängt ihr förmlich an den imaginären Lippen, saugt jedes geschriebene Wort vom Papier auf.

Die Geschichte ist eine Mischung aus Herzschmerz, unsagbarem Leid und brutalster Gewalt. Die extreme Tiefe und die Intensität die sie „Cry Baby“ eingehaucht hat, sorgen für ein Nägel kauendes Feeling, bereiten dem Leser spannende Lesestunden, und zeichnen diesen Roman schlussendlich aus.

Natürlich tragen die Charaktere ihren Part dazu bei. Gut gezeichnete Figuren, denen man ganz nahe sein kann, sind unabdingbar, denn eben ohne diese avanciert keine Geschichte zu einem echten Highlight. Gillian Flynn jedenfalls hat es geschafft, diese ins Leben zu rufen. Sie lässt den Leser vollends in Camille Preakers Leben eintauchen, lässt ihn das Grauen und die Qualen spüren, welche sie von Kindestagen an über sich ergehen lassen musste. Man lebt ihr Leben, fristet ihr erschütterndes Dasein und verinnerlicht es.

Mein Fazit: „Einen Roman wie diesen, so intensiv und mitreißend von der Story her, die Charaktere so voller Gefühl und vielschichtig, habe ich lange nicht mehr gelesen, und nach anfänglichen Schwierigkeiten, mich mit der Story anzufreunden – mir erschien sie zu Beginn noch ein Stück weit fade - habe ich jede einzelne Seite genossen, auf der ich Camille Preaker auf ihrer ganz eigenen Odyssee begleiten konnte. Ihre Art wie sie sich gibt, und mit anderen Charakteren kommuniziert - sehr natürlich und nicht aufgesetzt - spricht für sich. So muss sich eine Frau verhalten, die sich einer ausweglosen Situation wie dieser, einer Gegebenheit diesen Ausmaßes gegenüber sieht. Auf jeden Fall ist „Cry Baby“ eine ganz klare Empfehlung meinerseits, Daumen hoch für diesen Lesespaß.“
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TOP 500 REZENSENTam 21. April 2014
Für mich ist dieses Buch kein Thriller. Düster, morbide, manchmal erschreckend, ja - aber kein Thriller. Und für mich ist das auch ok.

Allerdings würde ich das englische Original empfehlen - nicht, dass die deutsche Übersetzung schlecht wäre, aber im Original entfaltet die Sprache nochmal einen ganz anderen Sog.

Die Spannung liegt weniger in den Mordfällen und deren Aufklärung. Tatsächlich kamen mir diese eher wie ein Aufhänger vor, der Camille dazu zwingt, in ihren Heimatort (scheinbar idyllisch) und zu ihrer Mutter (scheinbar perfekt) zurückzukehren und sich den Dämonen ihrer Kindheit zu stellen. Was mich von Anfang an fasziniert und durch das Buch hinweg bei Stange gehalten hat, sind die Abgründe einer harmonischen Kleinstadt und die Psychologie einer kranken und kaputten Familie, die nach außen hin erscheint wie eine Bilderbuchfamilie.

Bis ganz zum Schluss war ich mir sicher, dass ich ohnehin schon wusste, was passiert ist und warum - und dennoch war es für mich spannend und ich habe die Seiten quasi verschlungen. Allerdings lag ich falsch! Nicht komplett, aber die Auflösung war komplexer, als ich vermutet hatte.

So abgründig, wie es die Geschichte manchmal ist, ist auch die Protagonistin. Camille ist auf jeden Fall keine typische Heldin - ihre Vergangenheit hat Spuren hinterlassen, auf ihrer Haut und ihrer Seele, und sie reagiert auf vieles sehr extrem. Ich fand es manchmal richtig schwer, über ihr selbstzerstörerisches Verhalten zu lesen, wobei sich gerade da zeigt, wie gut die Autorin schreiben kann. Die Wörter, die sich Camille in die Haut ritzt, flüstern und reden zu ihr, und sie bilden einen ständigen unterschwelligen Kommentar zu den Geschehnissen.

Oft habe ich allerdings nur noch den Kopf schütteln können über Camilles Verhalten. Besonders die Beziehung, die sie zu ihrer 13-jährigen Schwester aufbaut, ist alles andere als altersgerecht oder gesund. Allerdings benimmt sich das Mädchen ohnehin weder noch... (Mehr möchte ich hier noch nicht verraten, aber das Verhalten der Schwester und anderer Teenager in diesem Buch ist manchmal sehr verstörend.)

Das soll aber nicht heißen, dass ich Camille als Charakter nicht mochte! Sie ist schwierig, sie ist ein psychisches Wrack, sie ist voller Wut und Selbsthass... Aber sie ist auch glaubhaft, und ich habe mit ihr mitgelitten. Jede schlechte Entscheidung, die sie trifft, jede kaputte Beziehung, die sie eingeht, sind das Resultat von einem Familiengeheimnis, das sie selber erstmal gar nicht realisiert.

Mehr kann ich hier wirklich nicht sagen, ohne zuviel zu verraten!

Die meisten Charaktere haben ihre Abgründe, sogar die Kinder. Deswegen fand ich es manchmal schwer, eine richtige Beziehung zu ihnen aufzubauen, aber interessant fand ich sie alle. Mir war nach dem Klappentext schon klar, dass das hier kein bequemes Buch sein würde, und es ist manchmal richtig sperrig und schwer zu lesen, aber meiner Meinung nach lohnt es sich!

Hier kommt alles mögliche vor, von Massentierhaltung über Mobbing bis zu Drogenkonsum von Kindern, und das könnte leicht überfrachtet wirken, aber das verhindert der eher karge, oft fast sterile Schreibstil. Was keine Kritik am Schreibstil sein soll - der funktioniert hier tadellos!

Man sollte an dieses Buch nicht mit falschen Erwartungen herangehen - es ist weniger ein Thriller als ein Familiendrama. Darüber muss man sich im Klaren sein. Meiner Meinung nach wird das Buch wirklich falsch vermarktet.

Wer Bücher mag, in denen es um psychologische Probleme und (oft unterschwellige) menschliche Abgründe geht, der liegt mit dem Roman sicher nicht ganz falsch, aber wer einen typischen Thriller mit Hochspannung, Action und blutiger Gewalt sucht, ist hier möglicherweise falsch beraten. Ich fand das Buch einfach großartig, aber man muss sich nur die Kritiken auf Amazon ansehen - viele Thrillerleser fühlten sich betrogen. Deswegen würde ich jedem Leser dringend erstmal die Leseprobe empfehlen!
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Die Journalistin Camille Preaker geht zurück in ihren Heimatort Missouri, um dort einen Artikel über 2 getötete Mädchen zu schreiben. Die beiden wurden kurz hintereinander entführt und ermordet. Von Vergewaltigung ist keine Spur, doch beiden Mädchen wurden alle Zähne gezogen.

Ich muss sagen, dass ich mich sehr auf Cry Baby gefreut habe, da ich von Gone Girl auch recht angetan war. Leider war die Story für mich dann doch sehr ernüchternd. Unter einem Thriller verstehe ich einfach etwas anderes als das was mir hier geboten wird. Es geht in erster Linie um Camille, ihre Kindheit und Jugend, den frühen Tod ihrer kleine Schwester, die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter und die daraus resultierenden Wunden auf ihrer Haut, die sie sich selbst zugefügt hat um sich zu spüren. All diese geritzen Wörter brennen nun wieder, als sie in ihrem alten Zimmer, in ihrer Heimat ist.
Hinzu kommt Amma, Camilles 13 jährige Stiefschwester, die viel zu frühreif und zu verzogen ist und auf eine andere Art als Camille die ebenfalls verkorkste Mutter-Tochter-Beziehung verarbeitet.

Ich kann nicht sagen, dass ich sofort wusste wie die Story ausgeht, aber nachdem auf gut 300 Seiten nichts, aber auch gar nichts passiert ist was irgendwie in Richtung Thriller geht, war klar, dass es so kommt, wie es dann kam. Und so blieb der große Überraschungseffekt am Ende dann auch aus, was grundsätzlich nicht schlimm ist, wenn mir Flynn wenigstens ein bisschen Gänsehautfaktor geboten hätte.

Cry Baby ist eindringlich geschrieben und obwohl ich natürlich mit Camille gelitten habe, konnte ich sie nicht verstehen und ihre Taten auch wirklich nicht gutheißen. Wenn man mit 30 Jahren, mit seiner 13 jährigen Schwester Drogen nimmt, nur um zu einer Teenager-Clique dazu zu gehören, dann zeigt das zwar, dass man ziemlich kaputt ist aber verstehen kann ich es trotzdem nicht und auch der Sex mit John war für mich einfach nicht nachvollziehbar.

Gut fand ich, dass in Cry Baby mal nicht die taffe Reporterin gezeichnet wird, die jeden Fall löst und vor keiner Gefahr zurückschreckt.

Blöd fand ich, dass es einfach zu viel Camille war. Wäre es ein Buch über Depressionen, wäre das vollkommen Ok, aber unter dem Decknamen eines Thrillers, war es mir dann doch ein bisschen viel Ego.

Fazit: Alles in allem geht es um ziemlich viele kaputte Charaktere und Umstände, Taten und das Umfeld, also alles was Menschen zu dem werden lässt was sie sind. Wenn das Buch nicht als Thriller angepriesen werden würde, hätte ich vielleicht mehr Verständniss beim Lesen gezeigt. Wer aber einen Thriller lesen möchte, der sollte besser zu einem anderen Buch greifen.
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am 2. Juni 2016
Zuerst das Negative vorab: "Cry Baby" ist kein Thriller, dafür steht die Ermittlungsarbeit viel zu sehr im Vordergrund. Cry Baby ist noch nicht einmal überragend spannend, nervenzerfetzend, aufregend, dass es für 5 Sterne gereicht hätte. Und selbst wenn, hätten ein paar der unglaubhaft wirkenden Handlungen der Hauptfigur für Abzüge gesorgt...

Wenn hier jetzt dennoch eine 5 Sterne-Bewertung steht, liegt das in erster Linie an der enormen Atmosphäre, die Gillian Flynn in den Ort hineinbringt, und an dem fantastischen Schreibstil, den sie hat. Ganz ehrlich: Alleine schon die ersten drei, vier Kapitel gehören zum Flüssigsten und Intensivsten, was ich je gelesen habe! Sie haben mich atemlos durch die Seiten fliegen lassen, begeistert innehaltend, das nächste Kapitel nicht mehr erwarten könnend. Dies ist so gut und außergewöhnlich, dass ich dem Buch jede kleine weitere Schwäche verziehen habe und Gilliyn Flynn für mich zu einer der Autorinnen mache, deren Bücher ich mir zukünftig schon automatisch kaufen muss.

Kurzum: Ein eher schwacher Thriller, aber ein außergewöhnlich herausragendes Buch!
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"Einmal stand ich in Chicago an einer Straßenecke und wartete auf Grün, als ein Blinder mit klickendem Gehstock neben mich trat. Wie heißt die Nebenstraße?, fragte er, und als ich nicht antwortete, drehte er sich zu mir und fragte: Ist hier jemand?
Ich bin hier, sagte ich, und die Worte klangen unerhört tröstlich. Wenn ich in Panik gerate, spreche ich sie laut vor mich hin. Ich bin hier. Meist fühle ich mich nämlich anders. Als könnte mich ein warmter Windstoß für immer wegwehen, ohne dass auch nur der Halbmond eines Fingernagels von mir bleibt. Manchmal ist die Vorstellung beruhigend, dann wieder fröstele ich bei diesem Gedanken."

Camille, die ihre Jugend alles andere als unbeschadet überstanden hat, wird als Reporterin in ihre Geburtsstadt Wind Gap entsandt, um über die Morde an zwei kleinen Mädchen zu berichten. Auch wenn der väterliche Freund und Herausgeber der Zeitung Camille mit den besten Absichten ins südliche Missouri schickt, hat die Begegnung mit Familie und Heimat nichts Heilsames und Camille findet sich bald in einem alptraumhaften Sog gefangen, der nicht nur alte Wunden aufreißt.
Es fällt nicht leicht, CRY BABY in eine Schublade zu stecken und einen gefallen tut man diesem Roman damit ganz gewiss nicht. Zwei tote Mädchen und die Suche nach ihrem Mörder legen nahe, dass es sich um einen Krimi handelt, und da Gillian Flynn einen Schwerpunkt auf die Beschreibung seelischer Zustände legt (und nicht auf Behauptungen), wäre CRY BABY folglich ein Psychothriller. In einem unkonventionelleren Sinne ist CRY BABY aber ein Horror-Roman im Sinne Shirley Jacksons, in dem eine vom Leben gebeutelte Erzählerin mit ganz realen Alpträumen konfrontiert wird, die gegen den Strich gebürstet als Familie und Zuhause auftreten. Sicherlich kann man sich vorstellen, dass diese Begriffe kein Synonym für Geborgenheit sein müssen, aber wie sehr für Camille das Gegenteil der Fall ist, das beschreibt Gillian Flynn mit einer Sprache, die pointiert knapp und auf den Punkt erzählt, jenseits aller Klischees (mit denen uns leider so viele Berufsschriftsteller in diesem Genre beglücken). Und so überraschend, wie ihre Imagination und ihre genaue Beobachtungsgabe arbeiten, so überrascht auch CRY BABY und bleibt bis zum Ende spannend.

GONE GIRL war für mich der herausragende Thriller des Jahres 2012, und als der Scherz Verlag den Romanerstling von Gillian Flynn in der 2. Auflage in gleicher Aufmachung nachschob, hatte ich Bedenken, ob CRY BABY meinen Erwartungen gerecht werden würde. Gillian Flynn hat mich nicht enttäuscht, CRY BABY ist unglaublich gut erzählt, ein düster heftiges Exemplar einer Southern Gothic Novel, die mich vor allem auch auf der sprachlichen Ebene vollkommen überzeugt hat. Frei von allem Geschwafel und Banalitäten beschreibt Gillian Flynn vor allem die äußeren Geschehnisse und überlässt es dem Leser, Rückschlüsse auf Motive und Befindlichkeiten der Charaktere zu ziehen. Und während sich vieles erschließt, bleibt anderes doch geheimnisvoll und macht gerade so den enormen Reiz aus, den der Roman für mich hatte.
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am 24. Februar 2014
„Gone Girl“ war kein Zufall oder Glückstreffer, wie dieser Erstling von Gillian Flynn aus dem Jahre 2006 zeigt.
Schon in diesem eher schmalen Thriller (verglichen mit Gone Girl) legt Flynn alles vor, was sie späterhin ausgebreiteter an Seitenzahl an Qualität aufzeigt.

Eine überzeugende, in sich gebrochene, von Kindheit an „geschlagene“ (in ganz bestimmter Art und Weise, die sehr kreativ zu Grunde gelegt wird) weibliche Hauptfigur, umfassend „geritzt“ und nun, als erwachsene Frau und Reporterin, wieder am heimischen Ort in der Kleinstadt in Missouri. Da, wo vor langer Zeit ihre Schwester an einer ominösen Krankheit starb, da, wo ihre Mutter wartet, von der Camille keine Liebe erwarten durfte und darf.

Bei ihrer Mutter, ihrem Stiefvater, ihrer frühreifen Stiefschwester, alten Collegebekannten und „neu nachgewachsenen“ Jugendlichen. In dem Ort, in dem zwei junge Mädchen auf grausame Weise verstümmelt aufgefunden wurden. Alle Zähne wurden den beiden Toten gezogen.

Camille beginnt mit ihren Recherchen und findet, trotz viel Schweigens und wenig offiziell klaren Aussagen sehr schnell Abgründe hinter vielen Fassaden aufrechter und offenkundig beliebter Bürger jeden Alters, von den jugendlichen Mädchen hin bis zum eigenen Elternhaus, vom Hintergrund der beiden getöteten Mädchen hin bis zur Schweinzucht ihrer Familie.

Ein sich immer schneller drehendes Geschehen, eine immer dichter werdende Atmosphäre, in der Camille selbst zu einen sich fast in ihrer Vergangenheit verliert und zum anderen ihr starke Gefahr eben durch vergangene, verdrängte Ereignisse droht, die sie in der Gegenwart beginnen, einzuholen.

Machtkämpfe, Zynismus schon in frühestem Alter, ein Polizeibeamter, der seine ganz eigenen Ermittlungsideen hat (und dem Camille sehr nah kommen wird), der Bruder eines der getöteten Mädchen, der fast allzu weich wirkt (und ebenfalls Camille naherücken wird), ein Sammelsurium von Selbstbetrug, Grausamkeit, Hilflosigkeit und verdeckten Abläufen, die Gillian Flynn bestens in die hervorragend dargestellte Atmosphäre des provinziellen Orte mit seinen „Ortsfürsten“ einbettet.

Mit Drehungen und Wendungen, die den Leser immer wieder überraschen und ihn lange Zeit völlig ahnungslos vor all den Figuren stehen lässt. Denn irgendjemand hat die Mädchen ja getötet und wer Flynn kennt weiß, dass hier nicht irgendwann der „große Unbekannte“ aus dem Hut gezaubert werden wird, sondern unter all den bekannten Figuren zumindest eine ein massives doppeltes Spiel betreibt. Was sich erst am „Ende hinter dem vermeintlichen“ Ende herausstellen wird.

Eine Gemengelage, bei der Münchhausen eine Rolle spielen wird und der Leser von der ersten Seite an bestens unterhalten und emotional dicht an der Seite Camilles in die Tiefen menschlicher Destruktivität und derer möglichen Gründe vorstößt.
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am 3. Januar 2013
Eigentlich fiel mir dieser Thriller nur zufällig in die Hände. Doch immer wieder animierten mich andere Leser, dieses Buch doch endlich in die Hände zu nehmen. Denn das sei ein Titel, der nicht nur spitze ist, sondern meinen Lesenerv auch absolut treffen würde. Und sie hatten recht. Ich wurde nicht sehr enttäuscht.

Von Anfang an viel mir beim Lesen die unglaubliche Traurigkeit der Journalistin Camille Preaker und ihre Melancholie auf. Und dieses Gefühl zog sich durch das ganze Buch. In der ganzen Geschichte herrscht eine sehr düstere Stimmung.
Das wäre nichts schlechtes, wenn nicht die Spannung gefehlt hätte. Zwar ist der Verlauf interessant und die Handlung dennoch vielversprechend, aber teilweise wirkte der Inhalt langatmig. Zum Glück verliert sich das nach und nach und es kommt doch noch Spannung auf.

Von den Morden in Wind Gab und der stückchenweisen Aufklärung lesen wir aus der Sicht von der Hauptprotagonistin, der Journalistin Camille Preaker. Und diese Frau geht einem wirklich ans Herz. Vor allem dann, als der Leser so nach und nach von ihrer Vergangenheit erfährt. Denn sie schreibt nicht nur den Artikel über die Morde, sondern setzt sich gezwungener Maßen in der Stadt in der sie aufgewachsen ist, mit ihren ganz eigenen Problemen auseinander. Und die haben es in sich.

Die Autorin hat sich meiner Meinung mal eine Geschichte einfallen lassen, die sich sehen kann. Leider hat sie es nicht geschafft, diese genauso interessant und spannend darzustellen, wie sie hätte sein können, was ich sehr schade finde.

Alles in allem hat mir der Thriller schon allein wegen der Thematik richtig gut gefallen. Einen Pageturner halten wir allerdings nicht in den Händen, weil einfach zu viel Spannung fehlte. Deswegen kann ich das Buch nur bedingt empfehlen. Wer auf nicht so viel Action steht und dem es nichts ausmacht wenn es nur langsam in einer Geschichte vorangeht, dem kann ich das Buch empfehlen. Ansonsten habe ich sehr gemischte Gefühle zu "Cry Baby", weil es mir trotz sehr guter Story an Aufregung komplett fehlte.
Allerdings ist das Buch gerade zu perfekt für graue Herbstabende, da Traurigkeit, Melancholie und das Düstere sich durch die Geschichte ziehen.
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TOP 500 REZENSENTam 4. Juli 2015
Inhalt:
Camille Preaker ist Reporterin bei einer Chicagoer Zeitung. Als in ihrer Heimatstadt Wind Gap in Missouri ein Kind ermordet aufgefunden und ein weiteres vermisst wird, bekommt sie den Auftrag, darüber zu schreiben. Für Camille bedeutet das eine schmerzhafte Auseinandersetzung mit ihrer Mutter, zu der sie nie ein gutes Verhältnis hatte.

Meine Meinung:
Das Buch wird vom Verlag als Thriller bezeichnet. Das trifft es meines Erachtens nicht ganz. Es gibt hier keine atemberaubende Spannung, keine akute Bedrohung, nichts, was einen schaudern lässt. Und doch vermag die Autorin mit ihrer Geschichte zu fesseln. Sie lässt uns in die tiefen Abgründe der menschlichen Seele blicken. Das erscheint zuweilen etwas abstrus, doch sicher gibt es irgendwo auch Menschen, die genau so reagieren, wie es hier beschrieben wird.

Camille erzählt in der Ich-Form, trotzdem kam ich diesem Charakter nicht wirklich nahe. Vieles was sie tut, konnte ich nicht akzeptieren. Das Verhältnis zwischen ihr und ihrer Mutter ist hochgradig gestört. Ihre dreizehnjährige Halbschwester und ihren Stiefvater kennt sie so gut wie gar nicht, denn Camille ist früh von zu Hause weggezogen. Der Roman beleuchtet mehr die Verhältnisse innerhalb dieser Familie und innerhalb der Kleinstadt Wind Gap als die Mordfälle an den beiden Mädchen. In gewisser Weise ist das auch logisch, denn Camille tritt hier als relativ normale Reporterin auf, nicht als Quasi-Ermittlerin. Trotzdem war mir das Private dann ein bisschen zu viel für einen sogenannten Thriller.

Leider gibt es recht wenig Verdächtige, sodass man schon bald auf die richtige Spur kommt. Der Roman ist dennoch einigermaßen spannend und leicht zu lesen.
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am 10. Oktober 2008
ein packendes, spannendes, düsteres und gruseliges buch. vor allem aber auch ein sehr ungewöhnliches buch, da ein nicht geringer gruselanteil von der aus der ich-perspektive erzählenden heldin und von dem alltäglichen, hinter spießigen und mühsam aufrecht erhaltenen fassaden lauernden grauen ausgeht.
ich kann die doch recht vielen negativen kritiken absolut nicht nachvollziehen, außer daß es sich hier eben nicht um den üblichen 08/15 splatter-thriller handelt. für mich war der schreibstil zwar modern, aber nicht unangenehm zu lesen, vielmehr sehr zur hauptakteurin passend.
wer unorthodoxes liebt, langsam und stetig ansteigende und eher von der psycho-seite kommende spannung mag, dem sei dieser thriller sehr ans herz gelegt.
in der überschrift übrigens der (ungemein passende) englische titel des buches. wenn schon sterneabzug, dann für die hirnis, welche englische titel mit einem anderen englischen titel "übersetzen".
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