Crusader ist mit Abstand die größte kompositorische Leistung, die Chris de Burgh je an einem Stück erbracht hat. Hier stimmt die Atmoshpäre in jeder Note, die Klavierarrangements geben dem Album einen durchweg konzertanten Raum, die Balladen sind gefühlvoll, intelligent, ehrlich und einfallsreich. Unvergeßliche Melodien und bemerkenswerte Texte machten dieses kleine Meisterwerk zu einem Stück zeitloser Songkultur. Mag sich auch der eine oder andere daran stören, daß CdeB Sultan Saladin und Richard Löwenherz in Jerusalem zusammentreffen läßt - CdB hat Geschichte studiert, sieht sich hier aber als Songschreiber und nicht als Lehrer - so bleibt doch der Titelsong "Crusader" ein verblüffend gelungenes Beispiel für wahrhaft fortgeschrittene Popmusik in der Tradition von Megabands wie YES, Genesis und ELP. CdeB schafft hier den Leistungsbogen vom Balladensänger zum Art-Rocker mit einer erstaunlichen Mühelosigkeit. Verglichen mit dem überwiegend seichten Popgesäusel der letzten Jahre ist dieses Album fast unglaubhaft, und doch handelt es sich unbestreitbar um einen echten Chris de Burgh.