"Crusade" ist eines von John Mayall's oft übersehenen Alben. Dabei ist es das Debüt des noch sehr jungen Mick Tyalor bei den Bluesbreakern. Neben Taylor bildeten noch John McVie, Bass, Keef Hartley, Schlagzeug, und die Saxofonisten Chris Mercer und Rip Kant die Band. Das Spiel von Taylor erscheint etwas glatter als das seiner Vorgänger Peter Green und Eric Clapton, passt aber ausgezeichnet in das Gefüge der Band. Wie bei seinen Vorgängern ist auch Taylor's Leadgitarre das tragende Element.
Es ist ein gitarrenlastiges und von den Bläsern unterstütztes Blues-Rock Album mit gelegentlichen Breaks von Mayall's Klavier oder Orgel und starken Akzenten durch die Mundharmonika. Die treibenden Instrumentalnummern "Driving Sideways" und "Snowy Wood" sind die Glanzlichter. Mit "The Death of J.B. Lenoir" setzt Mayall seinem Idol ein würdiges Denkmal. "Me and My Woman", "Oh Pretty Woman" (hat nichts mit Roy Orbison zu tun), "My Time After a While", "Tears in My Eyes" und "Streamline" ragen aus einem insgesamt starken Album hervor. Mayall ist zwar nicht unbedingt ein Frontmann und nicht der beste Sänger, aber sein Harmonikaspiel und die exzellente Bandarbeit machen das mehr als wett.
Die remasterte Ausgabe bietet noch zehn zusätzliche Singleseiten aus jener Zeit, die in keiner Weise schwächer sind. Also Leute, bleibt nicht bei "Laurel Canyon" und "Turning Point" stehen und gebt auch diesem Album mal eine Chance.